Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 4 (24.1.1843)
- Article
- Zur Geschichte der Exegese
- Date
- 1843-01-24
- Page
- Spalte 49-50 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/8555529-9897774-9897779-2368244--2488-2368272- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
rrents Berichte, Studien und Kritiken für zü-tsche Geschichte und Literatur. Leipzig, den 24. Januar 1843. ® „rauchte bet @re«efc. Tanckum Leruschalmi's Commentar zlt den ersten Propheten. Ein Svecimen von Dr. sUor Älmpf. - Lebe >, s b U d er - S a ° t. Immanuel. Biographische Lnd literarhistorische Skizze von M. Eid er in Berlin. Abriß der jstd. Kulturgeschichte im Mittelalter. Schluß. - Sit. Nachrichten und Miscellen. - Literarische Ankündigungen. Briefkasten. Zur Geschichte der Exegese. R. Tan cli umi Hierosolymifcanl in Prophetas com?* mentam arabici Specimen I. Lifeteris arabicis exariivit et interpretatione latina et adnotatione instruxifc Di\ Theodor Haarbrücker. ■— Halis apud J. G. Lippert. MDCCCXLI1I. Beurtheilt von Isidor Kämpf. Kaum hatten wir durch das LB. d. Or. Nr. 52 1 v. I. die erfreuliche Nachricht von der Munk'schen Uebersetzung des arabischen Commentars Tanchum's zum Habakkuk erhalten, als wir von der Erscheinung des oben angezeigten Specimen aufs angenehmste überrascht wurden. Wie der Verfasser (Praef. p. XIII.) berichtet, hat er von dem nun verewigten GeseniuS, seinem Lehrer, ein Facsimile vom Commentare Tanchum's, welches das Buch Josua und die ersten 13 Kapitel des Buches der Richter enthalt, wie auch reichhaltige Epcerpte aus dem letzten Theile dieses Buches und den Büchern Samuelis und der Könige, zur Herausgabe erhalten, die er nun mit der Veröffentlichung des uns vorliegenden Schriftchens begonnen. Dieses enthält die letzten-9 Kapitel des Buches der Richters), lateinisch übersetzt und hin und wieder mit Anmerkungen versehen. Betrachten wir genauer, was es uns darbietet. - Ueber die Person des R. Tanchum weiß der Verfasser (Pr. p. I), außer dem bereits Bekannten, nur Weniges mitzutheilen, woraus jedoch hervorgeht, daß Tanchum der Sohn eines großen Lehrers in Israel gewesen und einen höchst edlen Charakter besessen, — daß er die Schriften des M. Maimonides und des R. Jona Merwan Jbn danach (Abulwalid) stark benutzt, daß die Abschrift des Codex aus dem Jahr 1380 herrühre rc. In Rücksicht nun, daß in der Unterschrift des Codex von Tanchum und seinem Vater gesagt wird: „py pn DrnP7, so kann dies als eine neue Stütze für das bereits bekannte Resultat hinsichtlich des Zeitalters Tanchum's dienen. — Was den Text selbst betrifft, so hat ihn der Vers, mit arabisch en Lettern abdrucken lassen, ungeachtet der Codex, nach der Gewohnheit der arabisch - redenden Juden des Mittelalters, mir hebräischen Charakteren geschrieben ist. Der Verfasser motivirt sein Verfahren, indem er (Praef. p. XX.) sagt: „Textum arabicum lilteris arabicis exaraTi, ([mini lillerae Iiebraicae, quibus commentarii in codice conscripti sunt,, propter duplicem nonmillarum iitlerarum usum mul tum ambiguitatis contraherent, punctaque diacritica desiderarent, lecloris oculos facile offensura“. — Daß der Vers, übrigens in Hinsicht der Lesart des Textes hier und da. noch schwankt, kann weiter nicht befremden, wenn man erwägt, wie äußerst wenige Hilfsmittel für das Verstandniß der spatem Commentac - Sprache der Araber bisher noch vorhanden sind. Um so anerkennungswerther ist es daher, daß der Vers, die kritischen Stellen, bei denen er sich genöthigt sah, zu Conjecturm seine Zuflucht zu 1) , vt autem haec potissimum edercm, factum eo est, quod Schnurreri specimen tantum ad cap. XIII. libri Judic. deductum est*<£. Praef. p. XIV„ — 4