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Der Orient · 1843-01-10 · 2 (10.1.1843) · p. Spalte 29-30

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Journal
Der Orient
Volume
1843
Issue
2 (10.1.1843)
Article
Neuhebräische Poesie
Date
1843-01-10
Page
Spalte 29-30 (sequence 3)
Language
German
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29 Literarische Nachrichten und Miscellen. 30 „Aller Welt zustromt das Licht des göttlichen Mannes, Seiner Gedanken Schatz der ganzen Erde verkündend." Wie herrlich ferner ist (!1, 34. 35.) die Verstocktheit des bösen Herzens geschildert, welches durch und durch vergiftet, durch keine Arznei des Schicksals mehr kann geheilt werden! Wie treffend ist S. 90—95 die Vergleichung des Lebens mit dem bewegten Meere durchgeführt und wie viel schöne neue Seiten sind dieser Allegorie abgewonnen! Kurz wir haben den Verfasser aus seinem Buche durchweg als einen begabten und geistreichen Mann kennen gelernt, aus dessen Feder wir fernere Beweise zu erhalten hoffen, daß der Eifer für die heilige Sprache in den Herzen der Söhne unseres Volkes noch ein fruchttragender Baum sei, welcher auch auf unserem jetzigen Boden fröhlich gedeihen kann. Leop. Stein, Rabbiner. Literarische Nachrichten und Miseellen. Mriemonische Distichen für die hauptsächlichsten jüdischen Zcitcpochen. — Unter dem Titel: nm njn. Epoques de l’histoire ancienne et moderne des Israeiites. Exposees dans serie de distiques Hebraiques et de Sentences innernoissques fran^aises; specialement a L’usage de l’Ecole primaire Israclite a Bruxelles, par H. Sommerhausen, Dr. en Ph. Brüssel, 1842. So ist so eben eine mnemonische' Anleitung für die Hauptepochen der jüdischen Geschichte erschienen, und da das Büchlein wahrscheinlich in den Buchhandel kommen wird, so bemerke ich blos, daß ich die hebräischen Distichen nächstens vollständig mittheilen werde, indem die französischen ohnehin für uns keinen Werth haben. Die hebräischen mnemonischen Distichen sind auch geeignet für die hebräischen Kalender, wo ohnehin der alte Schlendrian wegzuwünschen ist. Fürst. Die theologisch-philosophischen Arbeiten Frkedenthal's. Das große bändereiche hebräische Werk des trefflichen hebräischen Stylisten M. B. Friedenthal, welches rnn '»ND'' heißt, wird so eben für das große Publikum im Auszuge von R. I. Fürsten thal übersetzt. Der Israelit des 19. Jahrhunderts hat mit Recht vor Kurzem den Redactionen jüdischer'Blätter den Vorwurf gemacht, daß sie die reichhaltigen Produktionen des Hrn. Friedenthal, die eine Fülle trefflicher Gedanken und Abhandlungen auf dem Gebiete der jüdischen theologisch-philosophischen Literatur darbieten, bisher so ganz unberücksichtigt gelassen. Freilich trifft dieser Vorwurf unser Blatt vorzüglich, da kein anderes jüdisches Journal sich mit Literatur befaßt, aber wir wollen das Versäumte in diesem Jahre nachholen und eine Uebersicht sä'mmtlicher Leistungen dieses Gelehrten in unserem Literaturblatte geben. Uns liegt nun auch das zweite Heft der llebersetzung vor, welches den Titel führt: „Theologisch-philosophische Abhandlungen über die Grundlehren der mosaischen Religion. Zur richtigeren Erkenntniß des Iudenthums nach seinen Beziehungen zu Staat und Menschheit, wie zum Privatleben, in einem neuen Systeme der Dogmatik dargestellt." Speciell enthält das 2. Heft: A. bie Bestimmung des Menschen. B. Darstellung des Wahlvermögens nach den Grundsätzen der Offenbarung. Die Grundsätze, welche den Uebersetzer bei seinem Auszuge leiteten, sind m dem Vorworte so gründlich motivirt, daß dagegen sich schwerlich etwas einwenden läßt, obgleich wir es wohl gern gesehen, wenn die Belege aus den „hebräisch - theologischem Werken" nicht ausgelassen worden wären, da die Gediegenheit und Rundung des Styls uns nicht immer genug-entschädigen kann. Fürst. Facta loQLuiantur# Zu folgendem kleinen Beitrage, .wie Hr. Prof. Bonaventura Maier seine Notizen über jüdische Verhältnisse gesammelt und zu einer Mosaik von Schmähungen gegen Alle, welche im Iudenthume eine zeitgemäße Richtung vertraten, verarbeitet hat, finde ich mich jetzt erst durch die Repliken und Herausforderungen desselben in Ihrem Blatte veranlaßt, nachdem ich es früher für unnöthig und unwürdig gehalten, einem Manne entgegen zu treten, der selbst dafür gesorgt hat, die Leser seines Werkes „die Juden unserer Zeit" außer Zweifel zu lassen, wieviel sie ihm glauben und zu welcher Kategorie von Schriftstellern sie ihn zählen dürfen. S. 83 des angeführten Werkes ist, indem auf Landrabbincr Raph. Hirsch als einen Verfechter des alten Glaubens, übergangen wird, zu lesen: In der Stadt Oldenburg leben nur etwa hundert jüdische Familien, die aber so gleichgültig gegen ihre Religion sind, daß sie Herr Hirsch auf eine höchst originelle Weise zum Besuche der Synagoge zwingen muß. Es werden nämlich allemal einige jüdische Familien durch' das Loos bestimmt, und diese müssen dann am Sabbate, ob sie nun wollen oder nicht, ihrem Gotte die Aufwartung machen." So viele Worte, so viele Falsa! In der Stadt Oldenburg leben — 15, sage fünfzehn jüdische Familien, und haben, wie die amtlichen Listen angebcn, nie mehr gelebt. Ich brauche nicht erst hinzuzufügen, daß ein solcher origineller Firlefanz von Loosung nie stattgefunden haben kann und nie stattgefunden hat. Damit indessen Herr Prof. B. Maier doch misse, woran er sei und bei einer etwaigen zweiten Auflage seines Werkes, ohne grobe statistische Verstöße, die Randbemerkungen im Dienste seiner Mission besser wählen könne, will ich — im Dienste der Wahrheit — offtciell berichten, was den Traum desselben allenfalls veranlaßt - haben kann. Es wohnen im ganzen Herzogthum Oldenburg circa 120 jüdische Familien und zwar meistens zerstreut im Lande, so daß oft nur 4 —o Familien an einem Orte sich finden, die aber dennoch eine Synagoge und regelmäßigen Gottesdienst haben. An solchen Orten fällt es denn zuweilen vor, daß

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