Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1843
- Issue
- 2 (10.1.1843)
- Article
- Immanuel
- Date
- 1843-01-10
- Page
- Spalte 25-26 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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25 NcuheLrarsche Poesie. Liferet Ha-Tischbk, ein Heldengedicht v. M. Stern. 26 Beim Lode seines Erstgeborenen Moses vermochte er kaum seinem Schmerze, der ihn selbst zu Lobten drohte, Ln 2 rührenden Lrauergedichten Worte zu leihen (S. 198). Doch blieb er nicht kinderlos"). Zur Zeit der navaresischen Hirtenverfolgung (1321)") traf die Juden in Rom eine Gefahr; ihre Vorsteher wurden verhaftet, Donnerstag der 21. Siwan 08. Juni) wurde zum Fasttag eingesetzt, und ein eigenes Gebet ist für diesen Lag in die römische Liturgie ausgenommen worden. Hierauf bezieht sich vielleicht nach Zunz") die Meldung Immanuels (S. 268) von einem Ungenannten, der sich in der Provence beim Pabst") der Juden angenommen. Immanuel weiß diesen nicht genug zu loben: er habe mit gleicher Kunstfertigkeit in hebräischer, lateinischer und arabischer Sprache gedichtet, habe große Reisen gemacht, sei bei Königen und Fürsten angesehen u. dergl. — Vielleicht dürfte dieser Fremde"), dessen Namen Immanuel, wie viele andere, verschweigt"), kein Unbekannter sein. — Zu derselben Zeit hielt sich mim lich Kalonymos Ben K a l o n y rn o s h a- Nas i, vermuthlich aus Arles, in der Provence (geb. 1287), in Rom auf69). Dieser ein berühmter Bearbeiter von philosophischen, mathematischen und medicinischen Werken, der auch griechisch und cgyptisch (?) verstanden haben solN°), hatte 1319 auf seiner Durchreise in Avignon Empfehlungen von R obert von Anjou erhalten, in dessen Auftrag er in Rom arbeitete, und selbst den Neid von Christen, vielleicht von M i t b e w e r b e r n erregte. Zwischen ihm und Immanuel bestand außer dem Bande der Achtung und Freundschaft noch eine gewisse Sympathie in der Schreibart ihrer Dichtungen. Als Kalonymos im Jahre 1321 von N. Samuel, dem Ober- Haupte zu Arles, im Namen seiner bangenden Familie aufgefordert wurde, nach Hause zu kommen, beantwortete Immanuel im N a m e n d e r r ö m ische n G e in e i n d e diese Aufforderung mit einer schönen Lobschrist (S. 210), in welcher er das Bedauern schildert, mit welchem die Gemeinde, wie er selbst, diesen so liebgewonnenen Mann entlassen würde. Dies konnte aber Kalonymos nicht zurückhatten; er reiste 1322 von Rom über seine Geburtsstadt nach Katalonien, wo er sich niedergelassen hatte, und dürste wohl in Avignon den Protektor der Römer gemacht haben. (Fortsetzung folgt.) immer «nn. Vgl. yn pw tOT }\\l HN pN (S. 4) und oben Anmerk. 52. 63) 'Dl rDllb Ijnn (S. 197) f. S. 129 (unten § 9.) 64) Zunz: Anal. 3. S. 314. 65) Anal. 6. S.. 197. 66) U Magdstl für Rom. S. 89. 210. Zunz: Anal. 6. Anm. 59. u. vgl. oben. Anm. 44. 67) rvote "TyD (267 u. f. unten Anm. 77. 78. 68) z. B. 264. vgl. S. 67.-122' vhy JD DiÖQ Ü2DN N1? u. Z u n z. 7(nal. 5. Anm. 41. 69) Mehr über denselben bei Zunz: Anall 3. S. 313— 20. Annal. 7. S. 200 ff. 70) 1b. S. 201. Nerrhebräifche Poesie. rniSÜpn d. u die Verherrlichung des Propheten Elias, ein'Heldengedicht in acht Gesängen, verfaßt von Mendel Stern. 2 Abtheilungen. Wien, 1839. Edler v. Schmid. 8. Wir freuen uns, die Freunde der hebräischen Sprache und gediegener Poesie auf das oben benannte Werk aufmerksam zu machen, welches sich den neuhebräischen Schriften, zunächst dem rnNDD HW von Wessely, als dessen Nachahmung es in Form und Inhalt erscheint, würdig anschließt. Der Ver-- fasser folgt den Erzählungen der Schrift, weiß aber diesen überall ein neues Gewand umzulegen, welches die edlen Formen nicht unkenntlich macht, sondern schöner hervortreten läßt, und seine Schrift erfüllt die an jedes DichLungswerk zu stellenden Anforderungen, nämlich daß es unterhalte, belehre und erhebe. Die Sprache ist edel, gewählt, wohlklingend und bewährt durchweg die gründliche Bekanntschaft des Verfassers mit den heiligen Schriften. Die Bilder sind einfach, schön, überraschend und aus der Natur genommen, die Moral überall erhaben, dem großen Gegenstände angemessen. Die einzelnen Gesänge sind, wie bei Wessely, durch lyrische Präludien eingeleiret, welche sich durch leichte Versisikation und schöne Neime auszeichnen und unter denen wir besonders die Einleitung zum 4. Gesänge, welche die Wunder, und die zum 8., welche die Unsterblichkeit zum Thema hat, hervorheben. Wir können nicht umhin, dem geehrten Verfasser unseren Dank für den Genuß zu sagen, welchen uns sein -Gedicht gemacht, und ihn zu ferneren ähnlichen Werken aufzumuntern. Deshalb erlauben wir uns auch, ihn auf einige Punkte aufmerksam zu machen, welche bei künftigen Arbeiten zu verbessern sind. Th 1. S. 14. wird der große Prophet, der Held des Gedichts, der uns aus den Erzählungen der Schrift als eine kühne, ehrfurchtgebietende Gestalt vorschwebt, in gar zu gebeugter Erscheinung dem Leser vorgeführt. Die Einleitung ins Gedicht (S. 28—51.) beginnt zu sehr all ovo. Die Schilderungen nach der Schrift erscheinen hier und da zu breit, z. SB. im 5. Gesänge, wo das kurze und kräftige Gebet des Propheten (1. Reg. 18, 36. 37.) durch eine weite Paraphrase verwässert ist; so erscheint auch die Geschichte der Frau von Sarepta im 4. Gesänge zu sehr ins Breite gezogen, sowie auch die Reden an manchen Stellen zu lang sind und dadurch dem Effekt Eintrag thun; vergleiche z. B. die Reden Gottes in der. Einleitung zum 1., und zu Anfang des 5. Gesanges. In sprachlicher Hinsicht möge der Verfasser Germanismen vermeiden, z. B. Th.!. S. 127:.12^2 imi! nft strv6 Hp nnnj Th. u. S-> ii&k nenn n~j?n st. rnjPi1 n?onn besonders m dm Bilder», wie LH. I. S. 65: S. 116: net? by lipt^ Tii2 liSW, wo die Bilder auch unrichtig gemischt sind und undeutlich werden; S. 126: nenn nincincttn n^ex Linnens; LH. n. S. 96: