Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 4 (1843)
- Issue
- Heft 1 (3.1.1843)
- Article
- Großwardein: Bericht über Entartung der Rabbinen
- Date
- 1843-01-03
- Page
- Seite 7 (sequence 3)
- Language
- German
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ret den Unterricht der deutschen und ungarischen Sprache ertheilt, aber man sah noch keinen günstigen Erfolg, und es ist noch kein Beweis von Bildung nur eines einzigen Zöglings geliefert worden. — Der hebräische Unterricht ist in den Händen der sogenannten Bachurim. Erfreulicher ist ein anderes Moment, das man mit Stillschweigen nicht übergehen darf. Es ist eine besom dere Eigenheit unserer Zeit, durch vereinigte Kräfte das zu leisten, was dem Einzelnen unerreichbar ist. Daher sehen wir, wo Sinn für die gute Sache sich regt, Gesellschaften und Verbrüderungen entstehen, die sich zur Aufgabe machen, einem Uebel, das sie vor Augen haben abzuhelfen, und andere Interessen oder Lehren ins Leben einzuführen. Der kleine gebildetere Theil des hiesigen Ortes glaubte durch ein derartiges Institut zu progrediren, und es trat ein Verein ins Leben, dessen Absicht es ist, nicht allein die tödtende Gleichgiltigkeit im religiösen Leben zu bannen, sondern auch für vaterländisches Interesse die Gemüther empfänglich zu machen. Man sieht mit Vergnügen in diesem Zirkel die angesehensten Männer, die auch bei andern Confessionen ingebührender Achtung stehen, mit Bescheidenheit die gehässigen Beschuldigungen, und die unterschobenen Gründe der intoleranten Partei zurückweisen. Freilich wäre noch manches zu wünschen übrig, aber die Zukunft wird erst lehren, was von diesem Institute zu erwarten ist. — Licht- und Schattenbilder aus der jüdischen Vergangenheit und Gegenwart. Urkunden zur Geschichte der Juden im Mittelalter. Serie I. Sechste Urkunde. Konrad IV. erläßt den Bürgern von Frankfurt allen Schaden und die Verletzung, welche sie bei der Vertilgung der Juden in Frankfurt, als königlicher Kammerknechte begangen haben. Rotenburg 1246. Mai. Conradus divi augusti iniperatoris Friderici filius, dei gracia Ronianorum in regem electus, semper augustus et heres regtii Jerusalem. Per presens scriptum notum facimus universis imperij fidelibus, tarn presentibus quam futuris, quod pro merito fidei et devocionis civium nostrorum de Frankenfurt, attendentes quoque eorum grata servicia, que omni tempore domino patri nostro, progenitoribus eius et nobis devotissime prest’terunt, et in antea praestare poterunt gratiora, auctoritate ac speciali man dato serenissimi Cesaris, domini patris nostri, no¬ bis apud ipsum pro ipsis civibus devotissime supplicantibus, remisimus eis omnem noxam, et sx quam offensam visi sunt ipsi cives in cedem et exterminium Judeorum de Frankenfurt, servorum camere nostre, negligenter et contingenter pocius, quam voluntarie commisisse. De habundanciori quoque gracia celsitudinis nostre promittinvus, super huiusmodi scripto reniissionis et gracie nostre, privilcgium iniperatorie maiestatis Hberaliter inpetrare, pro ipsorum civium et heredum Conrad, Sohn des Kaisers Friedrich, von Gottes Gnaden gewählter König der Römer, und Erbe des Reiches Jerusalem. Durch dieses Schreiben wachen wir allen gegenwärtigen und zukünftigen Getreuen des Reiches bekannt, daß, wegen der verdienstlichen Treue und Ergebenheit unserer Bürger von Frankfurt, und in Ansehung der Dienste, die sie zu jeder Zeit unserm Herrn Vater, seinen Vorfahren und uns in Ergebenheit geleistet, wir durch Vollmacht und besondern Befehl des Kaisers, unseres Herrn Vaters, den wir auf unsere ergebenste Fürbitte bei ihm für die Bürger erlangt, ihnen allen Schaden und die Verletzung erlassen, welche die Bürger bei der Ermordung und Vertreibung der Juden von Frankfurt, unserer Kammerknechte, mehr aus Nachlässigkeit und Zufall als mit Willen begangen haben. Aus überfließender Gnade unserer Hoheit versprechen wir," über diese Verzeihung eine Urkunde von der kaiserlichen Majestät selbst zu erlangen, zu ewiger Sicherheit der Bürger selbst, wie ihrer Erben. Zur Erinnerung und Bekräftigung dieses unseres