Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 52 (25.12.1841)
- Article
- Philonische Literatur
- Date
- 1841-12-25
- Page
- Spalte 809-810 (sequence 2)
- Language
- German
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809 Philonische Literatur. Dr. Gr oßmann's Abhandlung über die philon. Schriften. 810 in - dessen Ueberemstimmung mit den Naturgesetzen, setzten (Joseph us proo.em. 4. Philo de nuuuli opificio 1, 15), worüber X Dähne mit gewohnter Gelehrsamkeit und Gründlichkeit a. a. Op. 991 — 998. sich verbreitet hat;: es gebot dieß ebenso die-Art und Weise des Pharisäismus, - welcher von dev Autorität Mosis so sehr abhing, daß -den Rabbinen kein Titel ehrenvoller war, als wenn sie Schüler Mosis genannt wurden (ol %cltä Mcovßrjv cpiZoooyovvres 612, 83. Armen. 2, 483, -litt xtjq Mcovcscog %a^s8gas muftiGav Matth. 23, 2.); es verlangte und erheischte dieß endlich das Wesen der heiligen Philosophie der Juden., welches wir 244, 39 in den Worten ausgedrückt finden : xiy» vmI yvrjtiiccv cpiloßocpiccv — o vo[iog (Deuteron. 5, 32) kmIsi ftsov Qrjpu Kcä loyov. Philo konnte daher gar nicht anders handeln, als was wir von ihm besolgt sehen, daß er nemlich den Sinn des Gesetzes yach herkömmlicher und nach der Weise der Vorfahren auseinandersetzte. Allein damit ist doch noch nicht ausgemacht, daß außer den Büchern, worüber es sich hier hauptsächlich handelt, die übrigen nicht auf dieselbe Weise entstanden, folglich für unecht HU halten seien. Im Gegentheil hängen sie.nicht allem unter sich selbst sehr genau zusammen , sondern sie haben auch mit dem Theile der Bücher, von welchem wir jetzt sprechen , die größte Ähnlichkeit, sowohl in. dem darin herrschenden Begriffe von der Philosophie überhaupt, insofern diese nicht die Quelle der Weisheit, sondern der Weg, welcher zur Weisheit führt, <54, 34. q ln avTriv odog cpiloaoq>la. Armen. 2, 40. Ad. sapientiain -via vocatur philosophia. Ebendas. 119, 477.) und das hauptsächlichste Zubehör zur Weisheit ist (Armen. 2, 535), als auch in der Einthe ilung der Philosophie bald in zwei Theile nach Aristoteles , in den. theoretischen und praktischen (54, 33. 2, 482, 1. 'rcß &£CQQ7ji;mcö ([isqsi cpiXosog^ag), bald in drei, in, die Logik oder Dialektik, Physik und Ethik, nach Plato und den Stoikern (54, 35. tqlmv ccvzfjg {flEQCOV TCV XoyiKQt) J TOV ifötxov , TOV (pVGl%OV, 302,24. 589, 34. 35. 2, 485, 4), als. endlich in der Philosophir- Methode, der analytischen und synthetischen', deren jene von den sinnlichen Dingen ausgeht und zu den göttlichen fortschreitet (‘xdzcod'sv ävco -TtQofjXd'ov 2, 41, 44. Armen. 2, 252 , welcher ursprünglich herakliteischen Redensart ssiehe Ritte r Gesch. der Philosophie 1, 247] sich auch die Rabbinen bedienten, vergl. Mienkeiä de stylo apocaiypseos cabbalistico p. 1103. 1104. 1107), diese hingegen von . den göttlichen Ideen zu den niederen und unter die Sinne fallenden Gegenständen herabsteigt {ßtvaO'Bv Mazct iQiztäai 2frmen. 254). Es zerfällt daher bei Annahme dieser Norm die ssammtliche Anzahl der Philonmschen Schriften in drei Klassen, welche jedesmal nach dem Hauptinhalte benannt sind, nämlich m die dialektische, physische und ethische Klasse., Jur dialektischen gehört ein großer Theil der'allegorischen Bücher, wie zum Beispiel die . aus der armenischen Sprache übersetzten ' exegetischen Schriften, die drei Bücher Allegorien des. Gesetzes, die Abhandlungen über den Ackerbau, de congressu qüaereadae emditionis gratia, de mutatione lioiminuni. -Bon den verloren gegangenen gehören dazu: das Buch von den Zahlen,'die Dialogen zwischen Isaak und Ismael,,j und zum , Theil wenigstens die Bücher über, die Cherubim, über die Pflanzung Noah's, über die .Trunkenheit, über die Verwirrung der Sprachen, über, die Wanderung Abrahams, die Schrift: quis reruni divinaruni haeres sit, de pirofugis. Denn in allen diesen 'Schriften wird der ganze Umfang der Weisheit, nach den armenischen Ueberresten 2, 535, aus einander gesetzt, es wird gehandelt über den Begriff und die Eintheilung der Philosophie.(54, 34), über den Unterschied. zwischen .wahrer und falscher Weisheit (394, 5), über Mt Gegenstände der Philosophie^ Gott, Welt und loyeq (419, 16), über die Quelle der Philosophie,.daß dies nicht die menschliche Vernunft, sondern das göttliche Wort sei (383, 48 folg.), über das Werkzeug, wodurch sie - sich äußere (443, 24. Deut. 4, . 12); es wird .gesprochen.von-den göttlichen Ideen (47, 42, 48, 7.. zu Genest 1, 12, 12. Armen. 2, 14. zu Genest 2, 19...68, 47. 69, 9. ..10),- mit-deren Aufhebung auch die ganze Philosophie in Nichts zerfalle. (2,-261, 34. 40), von dem. Kennzeichen des Wahren (232,34), von der allegorischen Auslegung und der Bestimmung "ihrer. . Grundsätze und Grenzen (70, 25 folg. — 450, 30 —^49), und überhaupt von den Principien, nach denen sich die Erkenntniß selbst, sowie die Ueberlieserung des Erkannten, und die Erklärung des Ueberlieferten regele. Die z w rite Klasse, die physische, umfaßt die übrigen allegorischen Bücher nebst dm Abhandlungen über die Erschaffung der Welt und über die Vorsehung,, obgleich das Buch über die Welltschöpfung wegen der darin'enthaltenen dogmatischen Bestandteile (41, 22 folg.)vom Verfasser selbst unter die moralischen Aufsätze gerechnet wird und auch mit denselben soeng verschwistert ist, daß es davon nicht getrennt werden kann. (Fortsetzung folgt.) , . An a l ek t en Ueber einige vorgeschlagene Verbesserungen in den Gebeten. In der hebräischen Zeitschrift, welche unter dem Namen Zion. ro Frankfurt a. monatlich erscheint, redigirt von den Herren C r e i z e n a ch und Jost, befinden sich S. 164 Conjekturen über mehrere Stellen in den gewöhnlichen Gebeten, von Hm. Jakob Reifmann in Czeberszyn. Da es uns nun nicht gleichartig sein kann , ob wir uns richtig im Gebetevor Gott aussprechen, oder nicht, so gebührt dem Herrn. R. dafür unser innigster .Dank, wobei wir noch die Bitte hinzufügen, mit solchen Bemerkungen uns. ferner zu erfreuen. Solche Vorschläge. müssen aber vor ihrer wirklichen Einführung in die Liturgie einer strengen und vielseitigen Kritik unterworfen werden. Aus diesem. Grunde will ich hier eure