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Der Orient · 1841-12-18 · 51 (18.12.1841) · p. Spalte 797-798

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
51 (18.12.1841)
Article
Dr. Großman's Abhandlung über die Reihenfolge und die chronologische Ordnung der Schriften des Juden Philo
Date
1841-12-18
Page
Spalte 797-798 (sequence 2)
Language
German
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767 Dr. Großmann's Zlbhandlung ühcx die Reihenfolge der philvnischen Schriften. 788 Klosters zu Venedig, aus dem Dunkel hervorgezogen yrjfc aus dem Armenischen in das Lateinische übersetzt werden sind, .entweder gar nicht gekannt, wie jene Alle, die im vorigen Jahrhundert lebten- oder sie haben sie ganz unbeachtet gelaffen, was Dahne a. a. O. Seite 1025 Gsrörrern mit Recht zum Voxwurf macht/ oder sie .haden dieselben,, wie Dahne selbst, blos oberflächlich und so .behandelt, daß für die ganze -Sache nur wenig Nutzen daraus -erwuchs-. Endlich hat noch Keiner von Ästen darauf sein Absehen gerichtet, mit Durchmusterung der einzelnen Bücher so viel als möglich auch die hier und da zerstreuten Andeutungen sowohl des gegenseitigen Zusammenhanges der Abhandlungen, als auch der Zeit, in welcher die einzelnen Schriften versaßt zu sejn scheinen, überhaupt sammtljch zusnmmenzuste.sten und sorgfältig und genau gegeneinander abzuwägen - und zwar nicht allein mit Berücksichtigung derer, welche sich in der griechischen Sprache erhalten haben, sondern auch der armenischen, sowie aller verloren gegangenen. Aus diesen Gründen hoffe ich nichts Überflüssiges zu thun, wenn ich diese ganze Untersuchung von vorn anfange, und dabei so verfahre, daß ich zuerst kürzlich über Echtheit, Emtheilung und Inhalt der Bücher, so wie über die Philosophirmethode des Philo spreche, und eine Aufzahlung der verloren gegangenen Schriften liefere; daß ich hierauf die verschiedenen Merkmale angebe, woran die Reihenfolge und der innere Zusammenhang derselben erkannt wird; sodann die einzelnen Klassen der Bücher sowohl mit sich selbst als unter einander vergleiche, damit es klar werde, ob die einzelnen Bücher dieser Klassen hinter einander oder in Zwischenräumen gefertigt, und welche für die früheren, welche für gleichzeitige, und welche für spätere zu halten sind 5 daß ich ferner die Zeiträume bestimme und Ws de stimm te.n Kennzeichen nachweift, in welche die Masse der Philoneischen Schriften, gleich als an ihre natürlichen Plätze, zu vertheilen ist, sowie näher bezeichne, in welchen Abschnitten derselben sie einzeln zu Tage gefördert sind; endlich daß ich noch eine synchronistische Tabelle der Denkmäler philoneischen Geistes hinzufüge, wo diese soviel als möglich nach ihrer Zeitfolge geordnet sind. Da aber die Reichhaltigkeit und die Menge des zu behandelnden Stoffes uns Zwang anlegt, so habe.ich es vorgezogen, denselben in zwei Abhandlungen zu verarbeiten, und für jetzt nur mit den zwei ersten Punkten mich zu beschäftigen, die übrigen aber für eine künftige Schrift aufzusparen. Vor allen Dingen nun kann die Frage über die Echtheit aus dem Grumde nicht mü SLillschweigen übergangen werden, damit erst das Feld, auf welchem wir uns W bewegen vorgenommen haben, Heils gehörig begrenzt, Heils durch feste Schutzlinien 'vor den Einsamen gelehrter Zweifler sicher gestellt werde. Erst neuerdings ist ein Nebenbuhler herostratischen Ruhmes ausgetreten, Kirsch bäum, welcher wie ich höre ein zum Christenthum ühergelretener Jude iß und zu Berlin (Krakau) lebt/ und welcher jn Hm Buche: „der jüdische Alexandrimsmus, eine Erfindung christlicher Lehrer, oder Beitrage zur Kritik .Jüdischer Geschichte und Literatur, von Dr. Kirschbaum. Leipzig, in Comrn. bei C. 8. Fritzsche, 18-1. 8. 74 Seiten" fest zu behaupten gewagt hat, daß die Bücher, welche unter dem Namen des Philo bekannt wären, sämmtlich nicht nur untergeschoben seien und mit falschem -Namen bezeichnet, sondern auch Werke eines frommen Betrugs (S. .15), ersonnen und erdichtet im zweiten Jahrhundert nach Ehristi Geburt in den Zähren 101--133 (S. 35), .woran zwar mehrere Christen, allein vorzüglich zwei Betrüger Th eil gehabt .hatten, welche Mitglieder ich weiß nicht was für eines Vereins gewesen waren, der unter dem falschen, erheuchelten und. aus der Empfehlung der Therapeuten (S. -.28) hergenommenen Scheine jüdischen Eifers die Verbreitung des Christe.nt.hums zum Zweck gehabt habe (S. 34) und welche Leute zum Th,eil aus dem Heidenthume zum Christenthume übergetreten waren (-S. 28). .-Ich könnte vielleicht dm guten Mann in den Verdacht eines Plagiats bringen und ihn so seiner falschen Federn beraubt gleich der horazischen Krähe öffentlich hlosstellen, wenn mir des Petrus Allixius Urtheil der jüdischen Kirche gegen die Unitarier zur Hand wäre, dys von Fabrioius angeführt ist und nach welchem ich auf den beiden Leipziger öffentlichen Bibliotheken, auf der Miverfitats- und Nathsbibliothek, sowie in der Dresdner königlichen Bibliothek vergebliche Nachfrage gethan habe, in welchem Buche jener Cap. VI. die nichtsnutzige Bermuth.ung eines Sociniayers widerlegt haben soll, nach der dieser angenommen habe, daß die Schriften Philo's von .einem ,z.u Ende des zweiten Jahrhunderts nach Christi Geburt lebenden Christen dieses Namens gefettigt worden seien (BIM. Gr. Vol. IV, p. 727). Ich könnte ihn mit seinem eignen Geständniß schlagen, da er offen bekennt, daß er den griechischen Text des Philo blos bis zum Buche de *vila Abrahami kenne, dessen übrige Schriften aber nur HtMisch Mlese-n habe, und da er hiermit nicht allein einen Beweis seiner Keckheit und Dreistigkeit giebt, sondern auch den einen Kritiker sehr entehrenden Schimpf und die Schande, welche kein gelehrter Prunk wegzutilgen im Stande ist, noch zur Schau tragt. Ich könnte ihm den Ruhm der Bewährtheit in der Kritik gänzlich zu Nichte machen, ebensowohl durch Hervorhebung der ungemeinen Rauhigkeit seiner Sprache, als der eines Harduin würdigen Behauptung (S. 36), daß die Klaglieder des Propheten Jeremias auf die Zerstörung des zweiten Tempels, das Hohelied aber erst nach dem Jahre 135 der christlichen Zeitrechnung (Hoheslied 8, §)/ auf den traurigen Ausgang des unter Barkochba's Anführung stattgch.abten Aufruhrs der Juden, nach der Zerstörung der Bergsestung Becher gedichtet worden seien und daß die Apokryphen des A.

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