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Der Orient · 1841-12-18 · 51 (18.12.1841) · p. Spalte 791-792

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
51 (18.12.1841)
Article
Jüdische Sprachwissenschaft
Date
1841-12-18
Page
Spalte 791-792 (sequence 4)
Language
German
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791 Literaturgeschichte der hebr. Grammatik. Geschichte der hebräischen Poesie. 792 EHprv t>ott dem Rabbiner Chananja Kohen aus Reggio (st. in Florenz 1834). Venedigs 1808. 8. — Grammaire hebraigiie raisonnee el comparee, par Sarelü. Paris, 1828. 8. Ganz aus den neuesten begeisterten Bestrebungen, welche eine Wissenschaft des Judenthums jetzt mit so kühner Hand schaffen, ist hervorgegangm Frolegorneni ad una Grarnrnatica iagionata ilella lingua ebraica di S a in u e 1 D a y i d Luzzatto. Padua, 1836. 8. — Nun möge das Berzeichmß der grammatischen Arbeiten folgen, welche gewöhnlich christliche Autoren zu ihren Verfassern haben, oder wenigstens, die sich zum Th eil nach christlichen Arbeiten gerichtet. Die von Juden haben ein Sternchen an ihrer Spitze, wo es anzugeben möglich ist. Jedoch, wie bereits bemerkt, ist die Scheidung nicht immer gut möglich und auch ohne Werth. Opitz, Heim., Atrium linguae sanctae quo exhibetur 1. Consilium de sludio linguae S. etiam siae wa manuductione feliciter traetando. II. G r a m m a t i c a e h e b r a i c a e cvmp endium ex hebraismo restilu to. B. Wasmutlii cum idiolismis syntacticis et poetica hebraica. III. Textus cum praxi liebraico ~ analy dca secuudum regulas yel bujus atrii, yeihebraismirest. Wasm. una cum accentuum hebraeorum repraesentatione. IV. Lexici hebraei compendium frequenliorum ia codice 8. yocum. Y. Index anomalorum difficiliorum ex uniyerso codice liebraeo seiectorum, et in Wasmutlii hebraismo restituto solutorum. Noya editio recognita et aucta a Carolo Cliristiano Degenkolk 4. Lipsiae (1704.) 1769. (Brockhaus.) 12 Gr. — Wolfs, Joa. Csp., Kisloria lexicorum bebraicorurn. 8. Wittenb. 1705. 4 Gr. — Speidel, I. C., Oornmeut. in accentus beb r. 8. Stuttgart. 1720. Metzler. 8 Gr. — Michaelis, Christ. Bened., de origine linguae hebraeae ex graeca. 8. Halae 1727* Renger. 4 Gr. — Speidel, I. C., grarnmaUea bebraica. 8. Iub1ngae1731. Cotta. 10 Gr. — Fund am ent a linguae hebraeae. 8. Berolin. 1732. Franke. 6 Gr. (Fortsetzung folgt.) Geschichte und Arten -er (alt-) hebräischen Poesie. (Schluß.) Da Völker von übrigens verschiedenster Bildung bei diesem und jenem Stamme, Hebräer und Araber, Griechen und Inder hierin sich unabhängig begegnen: so kann die letzte Ursache dieses großen Unterschiedes nur in einer Grundverfchiedenheit des Charakters dieser beiden Stämme liegen, der sich gerade bei der epischen Poesie vermöge ihres eigenthümlichen Wesens so stark äußern mußte. Denn bei ihr kehren zwar die oben erklärten Bedingungen aller Poesie wieder: ein lebendiger Gedanke bleibt einzeln in des Dichters Phantasie stehen, und zwar hier ein Gedanke der aus frischer Erinnerung an große Geschicke eines Landes oder Helden einem Dichter mitten in dem Volke entgegen kommt welches diese Geschicke erfahren hat. Allein das neue und besondre ist hier, daß der Dichter seine eignen Empfindungen verläugnend, die Wahrheit dieses Gedankens durch ruhige, erschöpfende Erzählung darstellt, und so. durch stilles beschauliches Eingehen in die fremden Thaten und Dinge die Begeisterung seines Innern mäßigt. Nun ist eben diese geduldige, langathmige Ruhe und Zurückgezogenheit des Denkens, das straffe Ansichhalten dichterischer Begeisterung, die in weiter Umspannung dennoch klar und sich gleichbieibende besonnene Kunst dem Semiten eben so fremd als dem Indogermanen nahe und leicht; Raschheit des Gefühls und der That, Innigkeit und Lebendigkeit eines einfachen, leichterregtm beweglichen Sinnes, höchste Spannung und schnelle Abspannung der Phantasie steht mehr dem Semiten zu, der ein geborner Lyriker ist, aber kein Epiker. Und dazu kommt dem Epiker, um den höhern Gedanken kn der Wirklichkeit erfüllt zu zeigen, die schöne Heldenvorstellung von der Verbindung des Göttlichen und Menschlichen, eine reiche, ausgebildete und wieder bildsame Mythologie zu Hülfe: während die Religion der Semiten, besonders Hebräer, im Gegentheit sehr ernst und streng, ihre Mythologie sehr einfach und flüchtig war, ohne der dichterischen Vorstellung viel Spielraum zu laffen. So blieben denn die Stoffe, aus deren Vereinigung sich bei Griechen und Indern epische Poesie bildete, bei den Hebräern mehr einzeln ohne lebendige Verbindung neben einander: dichterische Gedanken, Erzählung und Sage, mythologische Vorstellung. Einige spätere Psalme 78. 105. 106, welche den Versuch wagen, die alte erhabene Geschichte in ein dichterisches Kleid zu werfen, sind mehr aus beschränkten Lehrzwecken als aus wahrer Epik geflossen; und erst durch dm Einfluß der zarathustrischen Religionen kommen mehr epische Stoffe in die Dichtung, wie das Buch Job undnoch mehr das B. Tobith zeigt, fast eben so wie unter den alten Arabern und echten Muhamedanern die Epik etwas ganz fremdes bleibt, unter den muhammedanischen Perfern aber sogleich wieder mit Macht und Erfolg sich erhebt. 1. Je mehr nun diese Seite der Poesie den Hebräern gänzlich fehlte, desto höher stand bei ihnen die einfachste Art aller Poesie, das lyrische Lied. Im heroischen Zeitalter des Volks, welches bis zu Davids Herrschaft reicht, herrscht es noch ganz allein, und zwar in seiner vollen Natürlichkeit und Stärke. Es ist umsonst, die der wirklichen Zeit nach ältesten Anfänge hebräischer Poesie zu suchen: aus vormosaischer Zeit haben wir deutlich nicht den mindesten Rest mehr, und mit dieser erscheint sie gleich in derselben Grundform welche ihr später immer geblieben ist. Denn die Anfänge der Dichtung ziehen sich eben so wie die der Sprache selbst in die entferntesten Raume der Geschichte zurück und laffen sich nicht bis zum sichtbaren Ursprünge aufferlich verfolgen; tritt ein Volk als bedeutsam und groß werdend aus dem Dunkel der Geschichte hervor, so erscheint es stets wie mit einer eigenthümlichen fertigen Sprache so auch mit längst gegebenen Anfängen dichterischer Rede und Kunst,, ja,mit dem ganzen festen Grunde eigenthümlicher Form, der eben von der langen Uebung zeugt und den Spätern als geebnete Bahn zu Gute kommt. Aus mosaischer Zeit aber haben wir unstreitig noch einige Reste gleichzeitiger Dichtung, sowol volksthümlicher Nu. 21, als heiliger, dem neuen Heiligthum dienender Nu. 6, 24—26. 10, 35.36. Wie kunstvoll bei aller Einfachheit schon längst in dm Zeiten vor David ein Lied sey.n konnte, zeigen die öffent-

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