Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 50 (11.12.1841)
- Article
- Grabschriften und Inschriften
- Date
- 1841-12-11
- Page
- Spalte 769-770 (sequence 1)
- Language
- German
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Berichte, Studien und Kritiken für Mdische Geschichte und Fiteratur mä. M 50« Leipzig, den 11. Derember 1841» Studien und Kritiken. Jüdische Altert h ums künde. Grabschri^ten und Inschriften. Literargeschichte über Epitaphien. Denksteine von Luzzatto und 2tlrnanzi beurtheilt. Die Beschneidung bei den Israeliten. Leitfaden von E. Collin in Dresden. — Jüdische Sprachwissenschaft. Aramäische Grammatik. — Analekten. Öliger Pauli. Bemerkung über Sefarad. Berichtigungen. Biographische Notizen von Dr. Carmoly. — Geschichte der althebr. Poesie von Ew a l d. — Lit. Anzeigen. Studien und Kritiken. Jüdische Alterthumskunde. Grabschriften und Inschriften. Wie Inschriften überhaupt, so sind auch Epitaphien zuweilen die trefflichsten Dolmetscher des Alterthums, vorzüglich wo die Geschichte nur kärglich und spärlich ihre Data bietet und der Archaolog nur aus abgerissene Mittheilungen angewiesen ist. Die Mittheilungen, welche auf Denksteinen der Gräber eingemeißelt sich finden, sind die unbefangensten und glaubwürdigsten, und selbst da, wo diese Steine im Loben und Preisen das Maaß der Wahrheit überschreiten, so erweist sich doch das Lob eher als Erguß der Pietät als der Eitelkeit, die man über Gräbern gern vergißt. Darum sind Erabfchristen für die Alterthumskunde sehr oft noch belehrender, als Inschriften in Büchern, wo Eitelkeit oft die Feder geführt. Zn Nr. 43 und 45 dieses Literaturblattes ist der Anfang eines Aufsatzes mitgetheilt worden, welcher den Titel führt: „Erklärung hebräischer Nachschriften in spanischen handschriftlichen Bibeln. Ein Beitrag zur Kmntniß der jüdischen Eulturgeschichte in Spanien" und schon .aus den sechs dort mitgetheilten Nachschriften, wie die Anmerkungen und Erläuterungen hinlänglich ausweisen, kann man den großen Nutzen entnehmen, dm die Alterthumskunde aus denselben schöpfen kann; und bei Grabschriften ist dieses in noch höherem Grade der Fall. Das Zeitalter wichtiger Personen in der Geschichte und in der Literatur, Wohnorte derselben und mit ihnen auch der jüdischen Gemeinden, Beschäftigungen und Schicksale, kurz tausenderlei dem Alterthumsfreunde höchst wichtige Data erfahren, wir aus solchen inschriftlichen Denkmälern. Es ist aber merkwürdig, wie unbeachtet diese Parthie der Alterthumskunde bis jetzt geblieben, wie gering man dergleichen Inschriften schätzte, obgleich die zahlreichen Überraschungen und Belehrungen, die dergleichen Studien zu bieten geeignet sind, wohl manchen Forscher anlocken konnte; nur die Jugend einer auferstandenm jüdischen Wissenschaft vermag allein diese Vernachlässigung zu entschuldigen. So z. B. erfährt man den Sterbetag Raschi's und Rabbenu Tam's aus folgender Inschrift, die sich in einem Siddur Raschi im Jahre 1282 geschrieben befindet, am besten, wie Luzzatto (Prolegowini S. 28) mitgetheilt, und welche lautet: *)bN hvj 'JWD pNDb' HD rüED IDblJib rpNl nfih NN' w bwij dw Tüß'D} meh nönnw yn? won ww *)ba bw ■wy hNob Nb rtiica nn nyro nnDN- 3py'!?n DVlbN IDN'I ‘JOD'DI. Das Sterbejahr Raschi's bestätigend und Atter und Tag^noch Mauer angebmd hat man noch eine andere Inschrift, welche sich in einem 1305 geschriebenen Pentateuchcommentar Raschi's in Parma (f. Toldot Raschi von S. Bloch S. 18 a) findet. Diese lautet: »Tnon D'inpn BHip BHlpn JHNH br prra> ln mpn p nrob pna -pr nobw brai p rrn* rmr»b norm non &> 'n dtp üdnd npbj tohs' nbyv bw wpnrütsa HD* Dergleichen Inschriften, deren es eine große Anzahl giebt, sind aber bei weitem noch nicht so zuverlaßrg und interessant, als Grab schriften, und es wäre sehr zu wünschen, daß auch dieser Theil seinen fleißigen Sammler und Bearbeiter fände. Man besitzt auf diesem Gebiete, so viel ich weiß, nur das einzige nttNn DTP von Uri Ben Simeon, worin die merkwürdigen Grabinschriften Palästinas ausgenommen sind, und die Jo. Heinr. Hottinger unter dem Namen Eippi Hebraici herausgegeben und übersetzt hat (Heidelberg, 1659. 12. 1662. 8); denn das miN bNT^I NjHNtt ynsn NDDHT>'m3Dö von Gerson Ben 50