Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 2 (1841)
- Issue
- Heft 50 (11.12.1841)
- Article
- Jerusalem: die Bevölkerung und Zustand derselben
- Date
- 1841-12-11
- Page
- Seite 309 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2360092-2360147-2360198-2366894--2218-2366926- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Zweiter Jahrgang ♦ Berichte, Studie» und Kritiken Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr» fckr jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben o»n »r. Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literamrblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. SO» Leipzig, den 11. December 1841» Orient. Jerusalem (die Bevölkerung und Zustand derselben). — Deutschland (H alberstad t, Erinnerungen aus der Vergangenheit dieser Gemeinde. Israel Jakobson. Stuttgart. Forts, über die Organisation des dortigen Synagogenwesens. Amtsmsrruktlon für Rabbiner). — Böhmen (von der böhmischen Grenze. Die Gemeinde zu Böh misch -L eipa. Finsterlinge. Prag. Der Künstler Ernst.). — Personalchronik u. Miscellen. Musik und Musiker in Proßnitz. Predigt vom Rabb. Grün wald. — LB. d. Or. Orient. Jerkttsirlem. Aus dem in der vorigen Nummer erwähnten Wecke über Palästina fahren wir fort, Auszüge, welche für die jüdische Geschichte mb Literatur nicht uninteressant sind, rrntzutheilen; diesmal über die Bevölkerung Jerusalems, worüber es Bd. 2, S. 292 heißt: „Die Bevölkerung von Jerusalem wohnt in verschiedenen Stadttheilen, je nach ihrer Religion — Christen, Juden und Muhammedaner. Das christliche Viertel erstreckt sich längs des obern oder westlichen Theils der Stadt zwischen dem lateinischen Kloster im nordwestlichen Winkel und dem großen armenischen Kloster in Südwesten, und schließt die Kirche des heiligen Grabes ein. Das jüdische Viertel nimmt den nordöstlichen Theil von Zion ein, und erstreckt sich weit genug hinauf, um die größere Hälfte des Hügels innerhalb der Mauern einzuschließen. Die Muhammedaner wohnen in dem Mittlern und untern Theite der Stadt. Nach sorgfältigen Nachforschungen beliefen sich die Nachrichten, die wir am zuverlässigsten fanden, auf Folgendes: I. Die Muhammed aner werden in den Regierungsbüchern zu 750 Mann angeschlagen, belaufen sich aber in Wirklichkeit auf 1100. Dies giedt höchstens eine runde Summe von 4500. II. Von den Juden waren blos 500 männliche Seelen eingeschrieben, allein es giebt deren in Wirklichkeit viel mehr. Nach der sorglichen Schätzung des Hm. Nikolcrysen, der bessere Gelegenheit hatte sie zu bmrtheilen als irgend Einer, belief sich die ganze Zahl der Juden zu dieser Zeit etwa auf 3000. In frühem Jahren hatte die Anzahl bisweilen 5000 betragen. III. Christen. Die Griechen werden von der Regierung auf 400 gerechnet, sind wirklich aber 460 an der Zahl; die Lateiner auf 260; die Armenier auf 130. Im Ganzen 850 Männer. Dies deutet auf eine Anzahl von ungefähr 3500 im Ganzen. Also: Muhammedaner . ... 4500. Juden. 3000. Christen ...... 3500. Zotalsumme der Bevölkerung 11,000. Wenn wir etwas für mögliche Auslassungen dazurechnen, außerdem für die Bewohner der Klöster, kann die stehende Bevölkerung der Stadt mit Ausnahme der Garnison nicht wohl über 11,500 Seelen angenommen werden. Die Muhammedaner sindwie man sehen wird, zahlreicher als die Christen oder Juden jede für sich genommen, allein geringer an Zahl als beide zusammen. Von dieser ganzen eingebornen Bevölkerung, so wie auch durch ganz Syrien und Egypten, wird das Arabische als Landessprache gesprochen, grade so wie das Englische in London, das Französische in Paris. Die Juden sind meistentheils nicht Eingeborne des Landes und sprechen ein verderbtes Gemisch mehrerer Sprachen unter sich. Unter den andern Fremden findet man auch die griechische, armenische und italienische Sprache; allein wer Zugang zu dem gemeinen Volk zu erlangen wünscht, ob Muhammedaner oder Christen, kann es nur vermittelst der arabischen Sprache. 50