Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 49 (4.12.1841)
- Article
- Jüdische Sprachwissenschaft [Rezension]
- Date
- 1841-12-04
- Page
- Spalte 761-762 (sequence 5)
- Language
- German
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761 Jüdische A'lterthumskunde. Die Beschneidung der Israeliten. Literatur. 762 bekannte für das sich freilich nur im Futurum findet,' aber in schwören, ist der Ursprung schon ganz vergessen, "obgleich etymologisch nicht minder gewiß; denn wie arcrb. pi heißt mit der Rechten betheuern, schwören, wofür der Aramäer die apocopirte Form hat; dasselbe ist mit der Fall, welches im Aabischen für Süden, "steht. Selbst im Hebräischen lassen sich Spuren dieser Apocope in Stammen Nachweisen, woraus ich ein andermal zurückkomme. — Bei der Epenthesis wird als Beispiel angeführt, wo "a emgeschoben worden, aber in ND"0 ist Resch radical (s. Concordanz unter O'IT'). — Bei der Tlufzahlung der Contractionen (S. 2b) wird “jPrWK erwähnt, welches aus gebildet sein soll; es ist aber wahrscheinlich aus'^^'/forteilen, gebildet, da man solche Nominalbildungen findet und die erwähnte Zusammenziehung unnatürlich ist (S. Conc., wo IjprWtt und das entgegengesetzte erläutert ist). Richtiger ist die Contraction in aorp'p, aber nicht aus op *qro Indern aus cV, so daß es mit aus'-^NO ungefähr üderesnstimmt. (Schluß folgt.) Jüdische Alterthumskrrnde. Die Beschneidung der Israeliten. Die Beschneidung ist bekanntlich der merkwürdigste Brauch unter den symbolischen Gebrauchen der Israeliten, der sich noch bis jetzt ununterbrochen erhalten, und abgesehen von seiner religiösen Wichtigkeit ist seine Erforschung schon als wichtiger Theil in der Kenntniß des jüdischen Alterthums empsehlenswerth. Eine historische und kritische Untersuchung dieses Gebrauches, die wir freilich noch nicht besitzen, würde übrigens nicht nur ein Bedürfniß in unserer Atterthums künde befriedigen, sondern auch den religiösen Werth dieses Symbols klarer Herausstellen und selbst auf ihren fernem Gebrauch vielleicht nicht ohne Einwirkung bleiben. In diesem Sinne der Wichtigkeir will ich die Fortsetzung der Untersuchung von Dr. Joseph B e r g so n und die Besprechung der neuesten auf dieses Symbol bezüglichen Schriften damit einleiten, daß ich die bereits über diesen Gegenstand vorhandenen Abhandlungen und Schriften so klassisicire und eintheilewie eine solche archäologische Untersuchung ihren Gang nehmen müßte, wenn sie umfassend sein sollte, um dann einen künftigen Forscher wenigstens auf die schon reichlich vorhandenen Vorarbeiten aufmerksam zu machen. Der Gegenstand zerfallt in folgende Kapitel, und dazu gehören folgende Schriften und Abhandlungen. Erstes Kapitel. Ursprung und historischer Verlauf dieses Gebrauches. 1) Die Einführung durch Abraham als Brauch, und Veranlassung dazu die Entlehnung von den Egyptern (S. Celsus bei Origen, c. Cels. I. p. 17.259. Julian, bei Cyrill, c. Julian. 10. p. 354. Vergl. Marsliam, canon chrou. p. 73 ff* Michaelis, mos. Recht. IV. 30 ff. > Bauer, gottesdienstliche Verfassung der Juden I. 37ff.; Jahn, bibl. Arch. I. 2. Abth. 277 f*3 A. E. Borheck: ist die Befchneidung ursprünglich hebräisch, und was veranlaßte den Abraham zu ihrer Einführung? Duisb. und Lemgo 1793. 8. Deyling: Gbservatl. II. 88 ff. ausgenommen in Ugolini Tliesaur. XXII; Buddei Hist. eccl. V. T. I. 175ff.; Meyer: de Tempp. et fest. Hehr. 2, 7; Z. Grappii diss. in circumcisio ab Aeg. adAhrah. fuerit demata. Jen. 1722. 4.; Witsii Aegypt. 3, >6. p. 223 ff.; A. Bynaeus: de circumcis. Christi p. 27 ff. bei seiner Schrift: de natali J. C. Amsterdam 1689. 4.; Cacpzov. Appar. 602 f.; Sturz circumcisionls a harharis gentibus ad Judaeos translalionem per se quidem Deo non indignam tsed tarnen non vere factam esse. Gera 1790. 4.; Fabricii bibliogr. antiqu. p. 545. Spencer legg. ritual. I. 4. 4. p. 70 ff.). Die Untersuchung über den Umfang dieses Gebrauches bei den Egyptern, ob er bei der Priesterkaste vorzüglich gewöhnlich war, überhaupt über diesen Gebrauch bei andern asiatischen und afrikanischen Völkern, gehören nur mittelbar zu unserem Gegenstände und was auf die jüdische Sitte Bezug hat, findet sich schon in den erwähnten Schriften miterwähnt. 2. Die religiöse Einsetzung dieses Gebrauches mit religiös-politischer Bedeutung (Bibel. Josephus und Milo). 3) Die Ausartung dieses Brauches zu einem Rigorismus, indem besiegte Völker zur Beschneidung gezwungen wurden (Jdumaer, Jturaer). 4) Zurückbleiben der bloßen religiösen Bedeutung bis auf die jetzige Zeit. Zweites Kapital. 21 tt der Beschneidung. Instrumente. Der medicinische Nutzen. Die operative Rücksicht. Ueber Instrumente vergl. Ge da ei, diss. de instruinento circumcisionis. Lips. 1698. 4. (ausgenommen in Ugolini XXII.); Dougtaei, Analect. I. 59; Abicht in Hasaei Tliesaur. I. p. 497 ff. In operativer Rücksicht vergl. Ehe lins: Handbuch der Chirurgie II. I. 50. Wolfers in Henke Zeitsch. für Staatsarzneikunde 1825. I. 5. 205 ff. Ueber den rnedicinischen Nutzen vgl. Philo de eireumcis. (Opp. II. 210 ff.); Ackermann in W e i se's Materialien für Gottesgelahrtheit. Gera, 1784. 8; Schulz: Lxercitatt. fase. 1 und 2; Michaelis orient. Biblioth. XXII. 8f.; I. G. Hofmann, de causa foecundilatis gentis circiuncisae in circumcisione quaerenda. Leipzig 1739. 4.; 8. B. Wolfslteimer de causis foecunditatis Hebraeonnn nomitillis eod. sacri praeceplis nitentibus. Halle 1742. 4. — Zu der operativen Seite der Befchneidung gehört auch der sogenannte Epispasmus (hebr. rtihy ifüü),