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Der Orient · 1841-11-27 · 48 (27.11.1841) · p. Spalte 741-742

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
48 (27.11.1841)
Article
Jüdisch-philosophische Literatur [Rezension]
Date
1841-11-27
Page
Spalte 741-742 (sequence 3)
Language
German
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741 Das Grammatrcalische und lexicalische des Kusari-Commentar. 742 soll.'^ Auch Uebersetzungen unterliegen gar sehr , dieser Betrachtung, und erfordern noch ein besonders Augenmerk, auf ihre sprachliche Seite. Namentlich ist ihr Einfluß auf die Weitergestaltung der Sprache ein interessanter und wichtiger Punkt. Wir wissen, welche gewaltige Sprachumbildungen z. 33* durch Bibelübersetzungen herbeigeführt werden. Der Neohebraismus hat eine ähnliche hervorstechende Erscheinung aufzuweisen. Die tibbonischen Uebersetzungen aus dem Arabischen sind als Begründer einer Stylgattrmg anzusehen, die, gewaltig um sich greifend, noch heute im Gelehrtenstpl (rron ]ita6) nicht zu verkennen ist. 4 Mag nun Dieser oder Jener alles dies „fromme Wünsche" schelten: die Anwendung nach der gegenwärtigen Sachlage auf unfern. Kusari-Commentar, dem doch wenigstens ähnliche Wünsche vorschwebten, darf Niemand befremden. Die Herausgeb. wollten das Sprachgut ihres Textes in möglichster Weite erläutern. Allein, selbst nach wohlbegründeter Abweisung des biblischen Hebraismus „mußte eine Menge bedeutsamer Anmerkungen wegen Mangel an Raum gänzlich ausgeschlossen ...... werden." (Vorw. S. IV. Anm. 4.) Ueber diesen Grund der Ausschließung laßt sich freilich nicht rechten. Aber, wenn einmal ausgeschlossen werden mußte, so war die Auswahl nach einem wissenschaftlichen Kriterium durchzuführen, welches uns aber aus dem vorliegenden ersten Hefte nicht anschaulich geworden.! Unser folgendes Princip ist nicht blos ein Resultat unsrer oben entwickelten Ansicht, sondern im Grunde auch nur das ursprüngliche, bereits gebilligte des Herausgebers selbst; aber consequent durchgeführt. Es durste nämlich, wie der biblische, so auch derjenige nach- 3) Wir können nur rnit Bedauern sehn, daß selbst die neuesten Ausgaben des Talmud keinen Fortschritt in dieser Beziehung bekunden. Bon Midraschim fehlen selbst correkre Texte ic, 4) Schon in dieser Beziehung stehen uns diese Uebersctzungen näher als ihre arabischen Originale. Und auch überhaupt ist dies der Fall, weil jene es sind, in im Umläufe kamen und bald diese in den Hintergrund drängten. Mögen nun auch Fehler und IrrLhümer in den Uebersetzungen Vorkommen, so sind auch diese wohl zu beachten, weil sie denjenigen, die die Originale nicht kannten oder verstanden, nicht als solche galten. Wenn wir also gewiß zugeben, daß eine Vergleichung des Originals für die Ausgabe des Kusari von höchster Wichtigkeit wäre, so glauben wir doch nicht bedauern zu müssen, daß man noch heut zu Lage die Tibbonischen Uebersetzungen edire, und muthen den Herausg. nicht zu, lieber nach Oxsort zu gehn, um das daselbst vorhandene (aber incomplete (wie Munk im LB. 1840 bemerkt) arab. Original herauszugeben! (Annalen Nr. 22). Wie wenig Unterstützung ein solches Unternehmen leider noch jetzt fände, sieht man daraus, daß unser gewiß am ehesten dazu berufene Munk seine angekündigten Arbeite» noch immer nicht veröffentlicht. bibische Hebraismus ausgeschlossen werden, dessen Bearbeitung nach jener historisch-genetischen Behandlungsweise schon anderswo gegeben sein sollte, hier aber nicht anders als vorausgesetzt werden kann. Hingegen soll der Commentar tiefere und umfänglichere Erläuterung desjenigen Neohebraismus geben, der — um die äußerste Grenze zu bestimmen — der Periode und Gattung des commentirten Werkes als charakteristisch angehöct. Wenn aber selbst dieser enger gesteckte Kreis durch die so eben geforderte genauere Behandlung desselben, noch immer eine Auswahl und Ausschließung nothwendig machte, so müßte diese von dem immer enger an das Buch sich anschließenden Grad von Wichtigkeit auSgehen. Eine skizzirte Ueberschau des unzuüb erschreitenden Kreises gibt, vom Centtum des Buches nach den concentrischen Sphären zu, also in absteigender Wichtigkeit, folgende Rubriken für die sprachliche Erläuterung. Eine solche gebührt nämlich denjenigen sprachlichen Erscheinungen des Kusari, welche eigen thümlich sind und zwar 1) diesem Buche, ausschließend; - 2) dem nächsten Kreise desselben, nämlich: u) den Uebersetzungen der Tibboniden (Samuel, Juda, Moft, deren weitere Unterscheidung vorläufig zu suspendicen, und vielleicht erst durch die angegebenen sprachlichen Forschungen nachzuweisen wäre) so wie ihren hebräischen Schriften überhaupt (z. B. -)DKQ D’ßn)) b) den hebr. Uebersetzungen und Origmalwerken jener S p ra chp eriod e vorzüglich verwandten Inh al ts, von welchen ein sprachlicher Einfluß auf die Übersetzung des Kusari zu vermuthen, allenfalls Analogien zur Erklärung herbeizuhvlen sind (z. B. Jbn Esra's verschiedene Schriften, rr^n HD^n des Maimonides rc.). — Nach einem andern Eintheillmgsgrunde beachtet die philologische Erläuterung der Kusari-Uebersetzuug das Berhältniß des verkommenden Hebräischen Z) zum Arabischen, II) zum frühern Hebraismus des Talmud, Midrasch, Wut rc. wo eine Fortentwicklung der Form oder des Inhalts erscheint; wahrend eine Zusammenschauung des, ohne Modification der Form oder des Begriffes, aus frühern Schriften entlehnten Ausdruckes, zur Charakteristik des Stpls — in einen §«. der Einleitun g gehört. 5 In Beziehung auf die erste Einteilung muß bemerkt werden: der Weg zur Sonderung jener sprachlichen Eigenthümlichkeiten untereinander, führt, als empirischer, sicherer von den Peripherien zum Centrum, von b) nach a) rc. Man lernt aus genauer Durchsicht der Gattung die Art und das Individuum unterscheiden. Daraus ergiebt sich die unerläßliche Forderung an einen Commentator des Kusari, das ganze 5) Wir denken uns dies ungefähr so, wie bei Zunz in den gottesd. Wort, an vielen Orten. 48

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