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Der Orient · 1841-11-20 · 47 (20.11.1841) · p. Spalte 723-724

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
47 (20.11.1841)
Article
Die Poetik des Aristoteles
Date
1841-11-20
Page
Spalte 723-724 (sequence 2)
Language
German
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723 Die Poetik des Aristoteles. Versuch einer Wissenschaft!. Metrik der neuhebräischen Poesie. 724 liehen anstatt des Aehnlichen, die in der Rhetorik sogenannte Vertauschung (man). In der Klasse dieser zweiten einfachen Vergleichung gehört das, was unsere Zeitgenossen Metapher (nWi) und Metonymie (n») nennen, so jedoch, daß die Metonymien meistencheils in Vertauschung der Eigenschaften eines Dings, die Metaphern hingegen in Vertauschung seiner Beziehungen bestehen, z. V. wenn A zu B, C §u D in Beziehung steht, und ich trage die Bezeichnung des C auf A über oder umgekehrt. Doch ist bereits in der Rhetorik auseinandergesetzt worden, wie vielfach die Vertauschungen sind. 3 Oie dritte Art der Vergleichung der poetischen Rede ist aus den beiden ersteren zuftmmengesetzl. (Fortsetzung folgt.) Versuch einer wissenschaftliche begründeten Metrik für die neuhebräische Poesie. (Fortsetzung.) III. Der Amphibrachys. Das amphibrachische Versmaß ist ein steigend-fallendes (v—u), und kann im Hebräischen leicht durch ein Wort gebildet werden, wie: 7]%f], Vn>&J7, plssp, Vifah u. v. ci. es zeigen. Um dem Vers aber Schönheit und Harmonie zu geben, muß man das häufige Zusammentreffen der Wort- und Versfüße auf's sorgfältigste zu vermeiden suchen. Wir wollen hier einige Beispiele zur Vergleichung ausstellen. tWis rp$n v - . t .-t 3 n?;i? ■vnpn Wp ^>d .rux - -ijj - Ttitt rxpr 1 *pn wZ Frise. Dies wm in der That kein übler Vers, wenn nicht Wort-, und Versfüße darin stets Zusammen fielen, wodurch diese außer dem Zusammenhang stehen und das Ganze ein monotonisches Ansehen bekommt. — Versuchen wir es mit einem andern Vers. 3) In dem dritten Abschnitt der Rhetorik nach dem (im I. der Hedschra 570 vollendeten) Commentar Jbn -Rcrschd's. Die arabische Bezeichnung der Metaphee der Metonymie 1) Lir. Delitzsch referirt in seiner Gesch. d. jüd. Poesie, der wir dieses Gedicht entlehnt, „ fiSO*?", was nach F r is e's Ansicht, daß ein. Schwa mvd. eine kurze Sylbe bilde, prosodisch angeht. Wir aber, die wir dieser Ansicht nicht beipflichten, haben hingesetzt. — jnio ■»rtssn " kV P. 73, 25. — Zn diesem Verse greisen die Versglieder mehr in einander, was in ihm eine schöne Harmonie hervorbringt. — Man vergleiche noch folgende, an einen Eroberer gerichtete Fragen. V-.J . . I . « /* lT* \ ru "i ‘" — * " n« zpi^'n -ijjnn >n& h. io. IV'. Der Trochäus. Wir kommen nun zu den fallenden Rhythmen, denen wir, in Rücksicht, daß sie der Natur der hebräischen Sprache scheinbar widerstreben, wie auch in Ansehung, daß der Dactylus, die Basis des heroischen Hexameters, darunter gehört, eine größere Ausführlichkeit widmen. — Uebrigens bedauern wir sehr, unter der großen Masse der vorhandenen hebräischen Gedichte kein einziges gefunden zu haben, daß sich für unfern Zweck bearbeiten ließe. So sehen wir uns denn genöthigt, selbst in die Saiten zu greifen. Zur Erleichterung der Lösung unserer Aufgabe jedoch werden wir mitunter von solchen unserer längst verfaßten Gedichte Gebrauch machen, die, in einem glücklichen rhythmischen ' Naturgefühl abgefaßt, jetzt durch kleine Abänderungen leicht in ein streng metrisches Gewand sich kleiden ließen. Es versteht sich demnach von selbst, daß sie nur fragmentarisch mitge- 2) Wie wir bereits mehrmals erwähnt, sind Schönheit und Harmonie eines Verses von dem Verhältniß seiner Wort- und Versfüße zu einander bedingt,, — jjemehr erstere letztem widerstreben, desto mehr Schönheit und Harmonie.erlangt er. Einer Sprache wird demnach derjenige Rhythmus am schönsten stehen., der mit ihrer Natur und Beschaffenheit am meisten collidirt. Dies steht man am deutlichsten in der deutschen Sprache; diese trägt von vorn herein eine trochäisch-dactylische Farbe, — und nichts steht ihr so schön, als ein jambischer oder reinanapästischer Rhythmus. Leider ist es uns noch gar nicht vergönnt worden, sie in einem ech t anapastkschen Gewand so recht genau betrachten zu können, da selbst die größten Meister in Bezug dieses Versmaßes nur äußerst wenig Befriedigendes geleistet haben. Aber das Wenige reicht hin,> uns von der bezaubernden Schönheit unserer theuern Muttersprache im anapästischen Gewände einen Begriff zu verschaffen. — Im Hebräischen ist cs umgekehrt der Fall. Die hebräische Sprache tragt von vorn herein eine jambisch-anapästische Farbe, — ihr wird also offenbar das tr och Lisch-da cty lisch e Versmaß am schönsten stehen. Wir möchten daher Demjenigen, der etwa Lust und Beruf in sich verspürte, zur weitern Realisirung unseres Systems mirzuwirken, — wohlmeinend empfehlen, sich hauptsächlichst mit dem letztgenannten Versmaß zu beschäftigen, da es dem fraglichen System vorzüglichst um dieses zu thun ist. —

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