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Der Orient · 1841-11-13 · 46 (13.11.1841) · p. Spalte 717-718

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
46 (13.11.1841)
Article
Beschneidung bei den Israeliten
Date
1841-11-13
Page
Spalte 717-718 (sequence 3)
Language
German
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717 Die Beschneidrrng in historischer, kritischer und medicinischer Hinsicht. Sulamit. 718 Verkündigung auf Egypten. Nachdem er in ganz ähnlicher Art und Weise kurz vorher im 25. Cap. den Untergang von Ammon, Moab, Edom und Philistaa! und im 28. Cap. den Sturz von Tyrus prophezeiht hat und so der Reihe nach alle Nachbarstaaten von Egypten durchgeht, indem er die unheilvolle und verder- : benschwangere Zukunft vor ihren erstaunten Blicken aufzurollen sucht, kommt er zuletzt auch auf den Fall Egyptens zu sprechen und auf die verhängte Strafe seines Königs Pharao. Während nun alle diese gegen die verschiedenen, in , der Umgegend wohnenden Nachbarvölker gerichteten Strafverkündigungen ziemlich viel Aehnliches in Worten und Uebereinstimmendes im Sinne beim Propheten an den Tag legen, zeichnet sich die gegen Egypten und seinen König gestellte Weissagung durch folgendes, eigenthümliches und höchst charakteristisches Moment aus, nämlich daß unter den mannigfachen angedrohten Strafen j besonders die eine, als Todter, vom Schwerdt Erschlage- : ner unter den Unbeschnictemn liegen zu müssen, ganz; besonders stark und fast immer mit den denselben Worten von dem Propheten hervorgehoben wird. So heißt es im Capitel 31, 18: 7|in2 Du wirst liegen unter den Unbeschnittenen :c. — Es scheint also, daß der Prophet es als eine besondere Schmach darstellen wollte, daß Pharao unter Unbeschnittenm begraben liegen soll, woraus wir sehr ungezwungen zum Rückschluß geführt werden, daß Pharao selbst beschnitten gewesen sein muß, und daß es für ihn als einen solchen mit zu den betrübendsten Vorstellungen gehören mußte, einstens im Tode unter unbeschnittenem Volke liegen zu müssen, denn sonst würde die Hervorhebung gerade dieses Momentes -unter den Strafverkündigungm des Propheten nicht den rechten Zweck, Wenh und Sinn zeigen. (Fortsetzung folgt.) Literarische Ueberftchteu. 52) Sulamith, eine Zeitschrift. Herausgegeben von Dr. David Frankel, Herzogl Anhalt-Deffauischem Director der israelitischen Schule. Achsen Jahrganges zweiter Band. Dessau, im Verlage der Redaction. In Commission bei C. G. Schmidt in Leipzig. S. 150. schön ausgestattet und geheftet. . Wer je einen betrachtenden Blick in das Judenrhum der Neuzeit geworfen und die Gestaltung der Cultur der Juden, wie sie sich seit Mendelssohn gezeigt, sich zur Anschauung gebracht hat, der wird nicht umhin können, den würdigen Herausgeber der Sulamith Dank zu wissen für die Beförderung der Bildung und Humanität, die er durch seine Zeitschrift unter seinen Glaubensgenossen bewerkstelligt hat, und ihm Lorbeeren zu weihen für die edeln und heldmmüthigen Kämpft, die er seit 1807 um die Rechtsansprüche der Juden mit solchem unerschütterlichen Muthe führt. Die Sulamith hat zwar ihren friedlichen Namen niemals Lügen gestraft, indem sie nie und nimmer die Gestalt einer Kriegszeitung angenommen, oder einen Fechtsaal in ihren Räumen gestartete; aber Hr. Dr. Fränkel suchte stets mit beispielloser Sorgfalt und Pünktlichkeit alle etwaigen durch Schrift und Sprache über Juden verbreiteten Vorurtheile , und Verkehrtheiten mit möglichster Umsicht und gebührlichem Anstand zu widerlegen und den düsteren Wolken mittelalterlichen Unsinns die hellere Sonne deutscher Wissenschaft des neunzehnten Jahrhunderts gegenüber zu stellen, um so jedes drohende Unwetter gleich im Entstehen zu vernichten — und wahrlich, sein Streben fand die gebührliche Anerkennung und Würdigung. Denn nicht nur zahlt die Sulamith fast sammtliche Könige, Fürsten und Ministerien Deutschlands zu ihren Pränumeranten (man weiß das Pranumerations-Verzeichmß), sondern beinahe alle höher gebildeten Deutschen, Juden und Christen, unterstützen diese Zeitschrift und finden in ihr ein Archiv für jüdische Zustände aller Länder. Darum wäre es auch fortan zu wünschen, daß viele rüstige und thatkräftige junge Männer mehr, als es bis jetzt geschehen, dieser Zeitschrift Arbeiten liefern möchten, und für den würdigen Herausgeber entstände noch daraus der Vortheil, daß er regelmäßig allmonatlich ein Heft liefern und so den Interessen des Judenthums einen starken und nachhaltigen Vorschub leisten könnte. Daß aber Letzteres der Fall sein dürfte, wird Niemand einen Augenblick in Zweifel ziehen, der den Lesekreis der Sulamith kennt, und, die Wahrheit gestanden, hat diese Zeitschrift auf die Verbesserung der socialen und politischen Verhältnisse der Juden in Deutschland einen gewaltigen Einfluß gehabt, der um so höher anzuschlagen ist, als dadurch die Neugestalt des Judenthums hervorgebracht wurde. -Was außerdem auch einen hervorstechenden Charakterzug unserer Zeitschrift bildet, ist, daß sie einerseits die ästhetische Seite des Judcnthums hervorzuheben strebt und andererseits alle neuen auf das Judenthum Bezug habenden Erscheinungen im Gebiete der Literatur zusammen zu stellen sucht, um so dem aufmerksamen Leser einen Ueberblick von der Arbeit und Regsamkeit des jüdischen Geistes zu verschaffen. Zudem bilden noch die beigegebencn Miscellen ein schönes Quodlibet-Gemälde, zusammengesetzt aus den verschiedenartigsten Nachrichten <und Urtheilen über Judenthum, jüdische Sitten und Gebräuche, wie sie sich in Zeitschriften und Büchern vorsinden; und die Berichte von der Auszeichnung und Anerkennung, die jüdische Talente im In- und Auslande finden, lassen einen um so bessern Eindruck zurück, als sie ohne Leidenschaft vorgetragen werden und nicht gemischt und getrübt sind durch anderweitige Referate über einzelne Streitigkeiten und Parteigangereien besonderer Gemeinden und Individuen. — Was nun den Inhalt der vorliegenden zwei Hefte unserer Zeitschrift anbelangt, so besteht er: 1) Aus einigen beherzigungswcrthen Worten, gesprochen nach der am löten Juni 1838 in der Wolfs-Jülichschen Blinden-Anstalt in Hamburg Start gehabten Prüfung in der deutschen Sprache, von Dr. G. Satomon, Prediger in Hamburg (S. 1 —- 9); II) Lehrt das Judenthum wirklich eine allgemeine Mensche niiek? vom Landesrabbiner Dr. H e r x h e i m e r in Bernburg (S. 9 — 16); III) Heber den Gebrauch, in der zweiten Halste des Mo- ' nats keine neue Wohnung zu beziehen, von Moses H.e ß in Trier (16 — 19); IV) Verhandlungen der israelitischen Kreis-Synode zu

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