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Der Orient · 1841-11-13 · 46 (13.11.1841) · p. Spalte 715-716

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
46 (13.11.1841)
Article
Beschneidung bei den Israeliten
Date
1841-11-13
Page
Spalte 715-716 (sequence 2)
Language
German
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715 Dr.Jos.Bergson. Die Beschneidung in historischer,, kritischer und medicinischer Hinsicht. 716 findet man statt seiner das Wort rn2 gebraucht; es ist dies im 2 B. M. Cap. 4, V. 24^wo es von der Zipora heißt : W nHy “ rrpFVU " Dieses &na£ Xeyo^evov im Pentateuch in der Bedeutung beschneiden und in der Verbindung mit n^py ist bisher von den Uebersetzecn weder beachtet, noch auch die feine Nuance, die zwischen mr* und b-D liegt, aufgefaßt und im Deutschen wiedergegeben worden. GeseniuS in seinem Wörterbuch übersetzt das eine mit scindere, das andere mit seoure. . Um auf unsren Text im Jecemia zmückzukommen, so sieht man leicht ein, daß hier wie so oft der Theil für das Ganze, die Sache für den correlativey Begriff der Person, so viel als und eben so nViy in gleicher Bedeutung mit D^py §u nehmen ist. Es ist zwar nicht in Abrede zu stellen, daß unter den von dem Propheten aufgezahltm Völkern, wie namentlich die Egypter zu der Zeit, als Jeremia seine Reden gehalten hat, im I. 620 ^v. Chr. Geb. das heißt zur Zeit des Nebukadnezar und der Zerstörung des ersten Tempels durch die Chaldäer, den Gebrauch! der Beschneidung gewiß schon gekannt haben müssen, und wir selbst werden dieses weiter unten aus dem Propheten Ezechiel und den profanen griechischen Historikern zu beweisen Gelegenheit nehmen; allein aus unsrer Stelle des Jeremias kann man diese Schlußfolgerung, wie es früher Michaelis und neulich Hr. Dr. Munk versuchen wollte, durchaus nicht darthun, und man wird vielmehr bei genauer Erwägung unsrer Ansicht sich geneigt fühlen, das Entgegengesetzte von der Behauptung jener kritischen Exegeten anzunehmen und zu sagen, es gehe aus derJeremianischen Stelle deutlich hervor, daß die Egypter von dem Propheten zu den unbeschnittenen Völkern gezahlt wurden. Dem Einwurfe, daß Juda vom Propheten mitten zwischen den andern unbeschnittenen Völkern genannt werde, kann man mit der doppelten Erwiederung begegnen, daß erstens die Unbeschnittenen zugleich sammt den Beschnittenen hier kurz vorher genannt, dann aber die Völkerschaften nach ihrergeographischen Lage der Reihe nach aufgezahlt wurden. — Voranstehende Auseinandersetznng schien uns für den historischen Standpunkt deshalb von Wichtigkeit zu sein, erstens weit dadurch erwiesen wird, daß die Israeliten zu Jeremla's Zeiten die Beschneidung ausübten, zweitens aber, weil bei dem spater zu führenden Beweise, daß vom Propheten Ezechiel, von Herodor, die Egypter umgekehrt als beschnitten geschildert werden, eben ein solcher Widerspruch der Aussagen über die Beschneidung der Egypter sich Herausstellen wird, wie wir ihn wünschen, um. aus ihm selbst seine Vermittelung und zugleich die Schlußftlge herleiten zu können, daß bei den Egyptern die Beschneidung zwar üblich war, aber nur einen Theil der Bevölkerung, nur eine Kaste betraf, und daß sie bü. ihnen niemals einen so durchgreifenden und allgemeinen Charakter annahm, als bei den Israeliten. Ezechiel. Die zweite hierher gehörige Stelle aus den Propheten findet man im Ezechiel, und zwar im 31 Cap. V. 18, und im 32 Cap. V. 21—32 und im 44 Cap. V. 7 und 9. Um aber die einzelnen Stellen aus diesem Propheten besser würdigen und die bei naherer'Betrachrung entstehenden Widersprüche leichter heben zu können, scheint es uns vor Allem nothwendig zu sein, die Zeitumstände und die localen Verhältnisse, in welche des Propheten Wirkungskreis fiel, von historischer Seite zuvörderst zu beleuchten. Ezechiel (eigentlich Jecheskel), Sohn des Busi, wurde um das Jahr 627 v. Chr. Geb. geboren, zur Zeit als Jeremia schon in der Blüthe seines Alters stand. Seine erste Pcophezeihung fällt in das Jahr 592 v. CH. G., nachdem Jerusalem von den Babyloniern unter Nebukadnezar, nach einer dreimonatlichen Belagerung im I. 597 v. Chr. Geb. erobert und zehntausend . der angesehnsten Einwohner sammt dem Könige Jahojachin und der Königin Mutter und vielen Truppen nach Babylonien abgeführt worden waren. In diesem ersten Exil befand sich unter den Weggesührten "in?) auch unser Prophet Ezechiel, wie er selbst hierzu im-, 1 Cap. 1 V. den historischen Beleg liefert. In der Verbannung nun hielt er viele Predigten und Verkündigungen, unter denen sich der Vortrag im 33, Cap. B. 21—33 besonders auszeichnet; er beginnt mit den Worten: n&’ftrQ n^yil rw Wutf? Tip ' virb piyp rrap. Und es geschah im zwölften Jahre,'am fünften des'zehnten Monats nach unserer Wegführung, kam zu mir ein Entronnener aus Jeruschalajim, und sprach: die Stadt ist geschlagen worden. Dieser Vortrag fallt in das Jahr 585 v. Chr. Geb, Unmittelbar vor ihm geht die Prophezeiung des Ezechiel auf Tyrus, Ammon, Moab und Egypten voran, und in der That folgten auch, wie bekanntlich, kurz darauf im I. 582 und 583 v. Chr.. Geb. die Belagerung von Tyrus, die Verheerung von Egypten durch Nebukadnezar, und oie Unterwerfung von Ammon und Moab durch denselben. Ezechiel konnte seine Weissagungen mit um so größerer Gewißheit und Bestimmtheit ihres einzutreffenden Erfolges aussprechen, als er, selbst im babylonischen Reiche lebend, vielleicht in der Nahe des Königs Nebukadnezar weilte, und aus den Wassenrüsirmgen und Kciegsvorbereitungen den gegen jene westlichen Staaten bevorstehenden Streifzug leicht ermessen konnte. Das 31. und 32. Kapitel in seinen Reden enthalt weiter nichts, als eine sehr trübe Prophezeiung gegen Egypten, un'd besonders gegen den König desselben, den er Pharao nennt. Der Prophet selbst bezeichnet diesen Vortrag im Eingänge als eine Wehklage über Pharao und eine mit Untergang, Schimpf und Schmach drohende

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