Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 46 (13.11.1841)
- Article
- Biographische Notizen
- Date
- 1841-11-13
- Page
- Spalte 707-708 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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707 708 Biographische Notizen v. Dr. Carmoly. Schriften und Schriftsteller. grammatische Werk zum Gebrauche für einen gelehrten Babylonier mit Namen Ahron Ben Abraham, der sich eben in seinem Vaterland befunden, verfaßt, und daß er vorher für denselben Gelehrten schon ein grammatisches Buch geschrieben, welches den Namen TP rw führt. Das Werk nttpnn iqd ist in vielen Beziehungen ausgezeichnet; der. Verfasser gedenket in demselben aller altern Grammatiker, Grammatiken und ihrer Meinungen und citirt Fragmente aus grammatischen Büchern, deren größter Theil nicht auf uns gekommen, unter andern z. B. die „Einleitung in die heilige Sprache" von dem berühmten Dichter Jehuda Ben Salomo Alcharisi. Was die Handschrift anlangt, die wir vor uns haben, so ist sie unvollständig, indem mehrere Blatter zu Ende fehlen, so daß das Datum seiner Abfassung nicht genau angegeben werden kann; aber die Schriftzüge weisen auf das 14. Jahrhundert. Die Handschrift gehörte dem berühmten Jakob Romano aus Konstantinopel, wie man es gleich auf dem Titel der Handschrift sehen kann. — 4- Jehuda' Corsani, ein gelehrter Philosoph im Anfänge des 15. Jahrhunderts. Das bekannteste seiner Werke ist ein philosophischer Traktat, der sich handschriftlich in mehreren Bibliotheken Europa's, unter andern auch in der von Paris, befindet, wo es r». 19 ist der hebräischen Supplemente. Dieser philosophische Traktat, mit Namen nny |m7 handelt über verschiedene Gegenstände der heiligen Schrift und erläutert verschiedene dunkele Stellen der heiligen Bücher, vorzüglich der Stellen aus dem Buche Jjob, so wie auch mehrere Gegenstände der Metaphysik und der Moral des Talmuds und anderer rabbinischen Schriften. Der Verfasser sagt. Ln der Vorrede (zu NN)- jriN), daß er sein Werk in 22 Kapitel getheilt, der Anzahl der Buchstaben des Alfabets folgend; eine Tabelle giebt auch übersichtlich an, was in jedem dieser Kapitel enthalten ist. Er erklärt auch daselbst, daß er sich in diesem Werke keinen andern Meinungen angeschlossen, als denen des Mose Ben Maimon und Abraham Jbn Esra, welchen er auch Punkt für Punkt gefolgt, indem er die in ihren verschiedenen Schriften zerstreuten Gegenstände verbunden. Ec erzählt auch noch in erwähnter Vorrede, daß ec dieses Werk verfaßt, als er Kriegsgefangener in Fes (in Afrika) gewesen, und zwar.den 23. Adar II. des Jahres 5165, tu h. im März 1405. Auf dem letzten Blatte des ersten Heftes liest man folgende Nachschrift des Abschreibers: „Hier fehlen 15 oder 16 Blätter in der Kopie, welche ich vorhab'e, betreffend die Astronomie; darum habe ich Blätter weiß gelassen, bis ich ein Exemplar antreffe, aus dem ich das Fehlende zu completiren im Stande sein werde." Dieser Abschreiber nennt sich zu Ende dieses Werkes in dieser Formel: Ich Jehuda Ben Samuel (s. a.) habe diese Handschrift, welche den Titel NN)- ]m idd des gelehrten Philosophen Jehuda Ben Joses rc. führt, abgeschrieben und diese Abschrift heute Freitag, den 2. Kislew (5) 296 d. h. 1536 beendigt. 5. Nissim Ben Mose (N^D flUPDi), aus einer alten Familie aus Marseille, Enkel des Salomo Ben Mose, welchen man als abstammend von denjenigen Exulanten, welche von Titus aus Jerusalem verwiesen worden und nach Marseille gebracht, betrachtet, hat in dieser Stadt (Marseille) auch das Licht erblickt im Anfänge des 14. Jahrhunderts. Eine gute Erziehung von seinen Eltern genießend, machte er große Fortschritte in den Studien; er studirte die Rhetorik, die Philosophie, die Kabbala, die verschiedenen Zweige der Theologie, und verfaßte unter dem Titel D'üJn TD ein großes Werk. — Dieses Werk, geschrieben in einem klaren und eleganten Style, ist in zwei Partien getheilt. Die erste Partie umfaßt 14 Kapitel, in welchen der Verfasser im allgemeinen dm Unterschied erörtert, welcher zwischen der Prophetie des Moses und den Weissagungen der andern Propheten vorhanden ist, ob der Philosoph und der Theolog über das Wesen der Prophetie einig sind und wenn sie in ihren Urtheilen differiren, eine Angabe der Dmkweise.^dieser Gelehrten über die Providenz rc. Der zweite Theil folgt der Ordnung der Pentateuch- Abschnitte, und er erklärt daselbst die schwersten Stellen, namentlich diejenigen, welche Bezug haben auf Wunder, von welchen die Schrift erzählt. Alle Schriftsteller, welche über eine hebräische Bibliothek gearbeitet, wie Buxtorf, Bartolocci, Sabbatai u. A. scheinen dieses Werk nicht gekannt zu haben, welches auch wirklich sehr selten ist. Ich glaube, daß die Handschrift auf der königlichen Bibliothek zu Paris (anden fonds n. 197), welches ich vor mir gehabt, und das Exemplar der wediceischen Bibliothek (Bisciom p. 139), die einzigen bis jetzt bekannten Exemplare dieses Werkes sind. (Fortsetzung folgt.) Versuch einer wissenschaftlich begründeten Metrik für die neuhebräische Poesie. g| (Fortsetzung.) v/ Wir kommen nun zum eigentlichen Zweck unserer Abhandlung, zur Prosodie, die, wie wir im Vorhergehenden bereits erklärt haben, nur ans strengere Beobachtnng 3) S. Wolf B. H. J. p. 426 111. 313.