Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 45 (6.11.1841)
- Article
- Versuch einer wissenschaftlichen begründeten Metrik für die neuhebräische Poesie
- Date
- 1841-11-06
- Page
- Spalte 703-704 (sequence 3)
- Language
- German
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703 Versuch einer wissenschaftlichen Metrik. Lit. Anzeigen. 704 gleichlautenden Wörtern, deren Bedeutung ganz von der Ac'centuation abhängt; vgl. .#“33 mv 6W, u. d. m. — - Endlich spricht auch die, nur in der Poesie übliche Verlängerung mancher Wörter zu Gunsten der fraglichen Accentuation. Vgl.: nhjW f- 3, 3, f* TtyWfr, — 1DD3 f. DD3, —’^pöb. 15, 10, — pa ihyten f* üjfen iMd. 12, — -ij?2) ibinp f. 15 u. d. m. — Diesen Verlängerungen sieht man's gleich an, daß sie nur da sind, um das Zusammentreffen zwei schwer betonter Sylben zu verhindern. — Zn Erwägung dieses Alles, muß jeder Zweifel gegen die Ursprünglichkeit der Accentuation in Nichts verschwinden. — Nachdem wir nun dieses Alles ceiflichst erwogen, und in Rücksicht, daß sowohl die israelitische als auch die christlichen Koryphäen der orientalischen Philologie sich für die Ursprünglichkeit der masoretischeu Accentuation erklärt haben:9 10 erachten wir es für das Geeignetste, dieselbe, als überwiegendes Element in. der Sprache, zur Basis der Prosodie zu machen. 10 Doch soll auch 9) Vrgl. Gesen» Vorr. zu seinem hebr. und chald. Lex. k. S. Vi. De We tte, Einleitung zum Comrmntar über die Psalmen, Heidelberg 182.9, S. 48. Ewald, Gramm, d-. hebr. Spr. §. 180. Bellermann, Vorr. zu seinem Vers, über die Metrik d. Hebr. Berlin 1813. S. XII. — 10) Wie sehr der Lautgehalt ungeeignet sei, als Basis der Prosodie zu dienen, ersieht man deutlich aus dem Kusari P. II. 74, wo das mittelalterliche, aus der arabischen Poesie dem Lautgehalt, der, wie wir früher nachgewiesen, nicht ohne allen Einfluß auf den Charakter der. Sprache erscheint, untergeordnete Mitwirkung in der Quantität zugestanden werden. Die hebräische Metrik wird also weder der griechischen und lateinischen, noch der deutschen völlig gleichen, indem sie der überwiegende Accent von jenen, und der — wenn auch nur untergeordnete — Einfloß des Lautgehalts von dieser unterscheiden wird. — (Fortsetzung folgt.) entlehnte jatedisch-tenNische Metrum in der nachbiblischen Poesie mit dem unsanften Ausdruck gerügt wird: nn üvro m-iiynD (!! — siche auch 78 ibid.). Auch I. L. Ben-Seb spricht sich in seinem Talmud-lasch on-ibrit in Bezug auf die Anwendung der arabischen Metrik in der neuhebräischen Poesie mit den charakteristischen Worten aus: — -on riN pr6 HD# — Die Form der Poesie muß geeignet sein, den Charakter der Sprache den einer vortheilhaften Seite recht klar und deutlich zu veranschaulichen, nicht aber zu verdüstern oder gar zu verwischen. Das haben auch die Restauratoren der neuhebraischen Poesie, Wessely und sei.ne Genossen, gefühlt, als sie das schwerfällige, abgeschmackte jatedisch-tenuische System in ihren Gedichten verschmähten. Aber hiermit hatten sie immer noch kein neues Metrum geschaffen; der säst- und kraftlose Numerus, dessen sie in ihren Gedichten sich bedienten, verdient den Namen einer Prosodie nicht. Jetzt aber, wo Kunst und Wissenschaft auch im isr. Leben einen hohen Schwung genommen, ist es endlich an der Zeit, auch in die neuhebräische Poesie zeitgemäße Form, und Gestalt zu bringen. Jeder versuche nur, was in'seinen Kräften steht, dann wird ein günstiges Resultat nicht ausbleiben. — Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, so weit sie jüdische .und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Einen Groschen für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. [loi-l Ankündigung. Unterzeichneter besitzt ein hebräisches Manuscript auf Pergament, sehr hübsch und leserlich mit rcrbbinkschen Lettern geschrieben, und enthält auf 340 Seiten in kl. Folio: N nun rw und D»n mw niB .von Rabbenu Jakob Baal ha - Turim- Dasselbe ist sehr gut erhalten und, nach einer am Schluffe des AN beigefügten Jahrzahl tO'p, nach christlicher Zeitrechnung 1359 zuschrieben, und.wird um den Preis von 40 Thlr. Preuß. Cour, erlassen. I. Heß, Buchhändler in Ellwangen im Königr. Würremberg. £102.] So eben erschien bei Ludwig Schreck in Leipzig: Die Befchrieidrrng der Israeliten und ihre Nichtbeachtung. In operativer und ritualer Rücksicht bearbeitet von E Collin- Wundarzt zu Dresden. Mit 1 Kupfertafel» br. 10 Ngc«. Verlag von C«. L. Fritz sch e. Druck von % H» Nagel« -