Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 45 (6.11.1841)
- Article
- Die Beschneidung bei den Israeliten
- Date
- 1841-11-06
- Page
- Spalte 699-700 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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699 70V Die Beschneidung bei den Israeliten. Versuch einer neuhebr. Metrik. dieselbe schon von Mosis z. S3+ im 5 B. M. Cap. 10 V. 16 und Cap. 30, 3). 6. gebraucht worden ist, und sagt, das ganze Haus Israel, obgleich fleischlich beschnitten, habe dennoch ein unbeschnittenes Herz, gehöre also gewissermaßen mit zu den unbeschnittenen Völkern. Man darf sich hierbei nicht wundern, daß der Prophet das Wort Israel, obgleich es bei der Aufzählung aller Nachbarvölker seine Stelle in der zweiten Reihe unter dem Namen: Juda gefunden hat, doch noch einmal wiederholt. Hierdurch eben so wie durch den dabei befindlichen Zusatz hebt der Prophet deutlich hervor, daß Israel einerseits ein beschnittenes Volk im Gegensatz zu den andern Völkern, wie Egypten, Edom, Moab u. s. w., von denen es heißt, daß sie unbeschnittene Vorhaut hatten, andererseits aber auch eben so gut ein unbeschnittenes Volk sei im übertragenen Sinne in Uebereinstimmung mit den andern gleichfalls verstockten und sündhaften Nachbarvölkern. - Dieser unserer Ansicht spricht auch die neueste Bibel Übersetzung nach dem masoretischen Texte unter der Redaction von Dc. Zunz (Berlin 1838) das Wort, denn sie giebt den Jeremianischen Vers 24: Cd-C Dp*» Ppil rfrsja bs - bv » C&O folgendermaßen rvieber: Siehe, Tage kommen, ist der 'Spruch des Ewigen, da ich ahnden werde an allen Beschnittenen sammt den Unbeschnittenen. Es muß daher vom Standpunkte dieser Betrachtungsweise aus auffallen, wie einige kritische Exegeten, namentlich Joh. Dav. Michaelis m seinem mosaischen Recht Th. IV,-'S. 23, §. 185, aus der angeführten Stelle, des Propheten Jeremia geradezu einen Beweis heenehmen wollten, daß schon die Bibel selbst das Volk der Egypter als ein unbeschnittenes bezeichne. Zu dieser Ansicht konnte blos eine zwar wortgetreue, aber, nicht sinnrichtige Uebersetzung des genannten Verses Veranlassung geben, indem Michaelis die Stelle so wiedergiebt: Bald kommen Zeiten, da ich über alle Beschnittenen, die Vorhaut haben re. Nun meint er, daß hier die Egypter, Ämmoniter, Moabiter und die arabischen in der Wüste wohnenden Beduinen zhöd CDTupc) offenbar als Völker vom Propheten aufgeführt werden, die zu den Beschnittenen, welche Vorhaut haben, d. h. zu denen gehören, welche zwar so gut fleischlich beschnitten gewesen waren, als das Volk Israel, aber dabei eben so gut, wie dieses, ein unbeschnittenes Herz gehabt hätten. Der Schluß ist zufolge der Ansicht, die Michaelis aufstellt, zwar ganz richtig, aber die Ansicht, die Basis, auf welcher der Schluß ruht, ist nicht richtig und steht in offenbarem Widerspruche mit den Worten im Verse: CTD ~ ^2'D denn alle Völker sind unbeschmtten. Derselben Ansicht scheint uns auch Hr. Dr. Munk in Paris zu huldidigen, wenn wir anders eine Stelle in seinem Exameu de plusieurs critigues zum ersten Bande der Cahen'- schen Bibelübersetzung richtig verstehen. Von den Bemerkungen nämlich des Hcn. Cahen, die ihm von orthodoxen Rabbinen viele Vorwürfe und heftige Anklagen zugezogen haben, hebt er zuerst die über die Beschneidung hervor, um sie in Schutz zu nehmen, und sich mit ihr in übereinstimmender Ansicht zu erklären. (Fortsetzung folgt.) Versuch. einer wissenschaftlich begründeten Metrik für die neuhebräische Poesie. (Fortsetzung.) Was die Vedeutungsweise der einfachen, nur aus Radicalconsonanten bestehenden Nomina in der Flexion betrifft, so herrscht hier allgemein der Grundsatz vor, daß der pronominalen Endung, in sofern sie dem ruhigen,, in sich abgeschlossenen Nomen erst Bewegung und Bezüglichkeit giebt, — auch der Hauptton gebühre, doch unter der Bedingung, daß sie mit dem letzten Radicalconsonanten in Eins verschmelze, so daß der Wortton das äußere Siegel dieser Vereinigung bilde. Wo daher die pronominale Endung vom letzten Radical getrennt erscheint/ da bleibt der Wortton bei diesem stehen, r und nur wo dieser vocallos ist, kann jene zum Besitz des Accents gelangen. Mit dieser einfachen Voraussetzung sind alle scheinbaren Widersprüche und Jnconsequenzen gehoben, deren man die Accentuation der Nomina in der Flexion gewöhnlich zu beschuldigen pflegt. In ist die pronominale Endung betont, weil sie daselbst' mit dem letzten Radicaleonsonanten in Eins verschmolzen ist; hingegen ist sie in tonlos, weil sie da vom letzten Radical getrennt erscheint. In i\pbü fallt der Hauptton auf die pronominale Endung, weit der letzte Radical vocallos ist; hinwiederum ist diese in tonlos, weil hier der letzte Radical einen VocaL besitzt. Man vergleiche nun: ’lhVin; iÄO, iNÄy; rmbn, NÄv (in Pausa); N'Äy rc„ rc.; vbnn, iVin, (in Pausa); nahn, inhnfi; vahn , fbhrjj tyanri rc./pp“, ra-?, -1NN2^; “0.?"/ rray (in Pausa); rc; d??, (in Pausa); 1) Doch machen die Endungen: CD, p, Dn und pi, aus der bereits wiederholt erwähnten Ursacheauch hier eine Ausnahme. Es muß sich stets bewähren: NulJ a regal a sine exceptio ne, ~~