Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 44 (30.10.1841)
- Article
- Dorsche Haddorot. Entwickelungsgeschichte des mosaischen Ritualgesetzes
- Date
- 1841-10-30
- Page
- Spalte 685-686 (sequence 3)
- Language
- German
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685 Entwickelungsgeschichte des mos. Ritualgesetzes. Die eheliche Liebe bei den alten Hebräern. 686 zelm Amoraim und deren Schulen Vorbringen, die in Wahrheit nichts mit einer Entwicklungsgeschichte des mosaischen Rituals zu schaffen haben. Die letzten Kapitel bieten, Dialektik des Talmuds und der Rabbinen, Proben talmudischer Homeletik, Aussprüche des Talmuds über die schriftliche und mündliche Lehre, über das einstige Leben, über den Messias und die Auferstehung der Tobten; was allerdings als Notizen zu einer jüdischen Ethik dankbar ausgenommen werden muß. Was Vers, mit dem letzten Kapitel „der Jeruschalmi" bezwecken wollte, ist uns unbekannt geblieben, und können wir zum Schluffe die Bemerkung nicht unterdrücken, daß der würdige Vers. die Forschungen eines Zunz und Rapaport im Verlauf des ganzen Buches auf die schönste Weise verarbeitet hat, wodurch daffelbe eine große Verbreitung verdient. Wir bedauern nur, daß Vers, zu seinen Juden, für die sein Buch eigentlich geschrieben ist, oft wie zu in talmudischer Beziehung unwissenden Christen,' spricht, was den Leser zuweilen sehr trübe stimmen muß. Trotz der schönen und sorgfältigen Ausstattung des Buches, sind in ihm doch einige Druckfehler stehen geblieben, die wir hiermit verbessern; Seite 31, Zeile 14 v. u. l. Nu-m. 7, 69; S. 32, Z. 17 v. u. L Lev.; S. 41, Z. 3 v. o. l. statt Nuw. 24, 8. — 8, 24; S. 50, Z. 10 v. o. l. Num. 6, 2; S. 58, Z. 19 v. o. statt 16 — l. 1; S. 81, Z. 14 v. o. statt 21, 21 — 21, 19; S. 102, Z. 12 v. ob. l. 2 Chron.; S. 139, Z. 3 v. u. l. 2 Kön. 17; S. 141, Z. 7 l. Glanz; S. 153, Z. 7 v. o. l. ihren; S. 154, Z. 8 v. u. l. Verträge; S. 156, Z. 1 xv. o. l. seine; S. 206, Z. 15 v. o. l. Zedern; S. 209, Z. 17 v. o. l. sehen; S. 339, Z. 11 l. rabbah. S. 269, Z- 6 v. o. l. eigentliche; S. 293, Z. 4 v. u. l. zwischen; S. 295, Z. 15 v. o. l. weigerte; S. 306, Z. 11 v. u. l. weniger; S. 320, Z. 11 v. u. l. nehmen. Außerdem hat der Vers, noch manche Spracheigenhelten; so schreibt er durch das ganze Buch statt er bekleide sein Amt so und so lange: er begleitete sein Amt re.. tz. Jolowicz. Die eheliche Liebe bei den alten Hebräern von Dr. Gustav Philip pson. (Fortsetzung.) Schließen wir uns nun dem Gedanken so Vieler an, die da schlechterdings die Behauptung aufstellen, daß die Befriedigung des natürlichen Triebes jedes andere höhere, geistige Gefühl ausschließt, so versteht es sich von selbst, daß nach dieser Behauptung, kein äußerliches Mittel zu gelten habe, da i rohe Naturkraft nur positiv den Gedanken der Naturkrast auffaßt. Es wäre am Ende einerlei mit wem, oder wodurch dieser Naturtrieb Befriedigung erhalt, es käme nur auf Zeit und Umstande an, demselben nach der Naturnothwendigkeit zu entsprechen. — Wäre diese Behauptung eine wahre und haltbare, so widerspräche sich die höchste Liebe in ihrer Herrlichkeit und Würde und genüge den Forderungen nicht, die Gott bei der Einsetzung der geistigen Ehe wollte. Sie widerspräche sich ihrer Natur nach, da sie nur rein und geheiligt der Naturnotwendigkeit gehorchen, und das Höhere, Göttliche dabei nicht verleugnen soll, dem sie ursprünglich angehört, sie widerspräche selbst da, wo wir es am Allerwenigsten erwarten ]y£3^ Dman *]hN kv'-p v r?m wdj nrvm “püya na wjn Nj-v-rn pnNi manm dni wk ddnu Kap. XII. 12. 13. Dieser Vers z. B., der sich im 20. Kap. wiederholt, zeigt offenbar, wie doch noch andere Forderungen dem Naturgesetze zu Grunde liegen. Abraham, der wohl wußte, daß seine Frau, durch ihre Schönheit die Augen der Egypter auf sich ziehen würde, befürchtet durch dieselbe seinen Tod, und bedient sich des angegebenen Mittels, um als Bruder ungefährdet reisen zu können. Zwar setzt er dadurch die Ehre seiner Frau aufs Spiel, so wie seine eigene, aber es scheint, als wäre das Gesetz ,der Ehre noch nicht so begründet, als wir es uns denken, und so verdammlich dieser Schritt uns zu sein scheint, so ist er der Zeit vollkommen angemessen, und entspricht auch ganz Abrahams Charakter, der im vollkommnen Vertrauen auf Gott, die Ehrensache in Gottes Händen legt. Hieraus erhellt, daß die Liebe, wenn auch noch in roher Materie sich zeigende, andere äußere Einwirkungen bedingt. Es liegt klar am Tage, daß der Mensch, der doch in allem vor den Thieren einen Vorzug zeiget, doch auch gewiß hier erhabener als alle Geschöpfe dasteht, dies müsse dem Geiste der Schöpfung ganz entsprechen. Wir können nun natürlich nicht leugnen, daß dieses eheliche Verhältnis^ mehr den Gedanken der geistigen Ehe in sich faßte, als die eigentliche, heilige Bedeutung , wir geben ferner zu, daß nach dem Begriffe der damaligen Zeit und Völker, die Nebenbestimmung mit der Hauptbestimmnng verwechselt wurde, ja daß sogar sehr oft erster« höher und wichtiger sich herausstellt, dies aber rechtfertigt sich wieder, in dem religiösen Begriffe der fast mit dem Geiste aller übrigen orientalischen Völker übereinstimmt, nämlich Kinder zu haben, um erstlich dem Gesetze, zweitens auch dem Familienstamme zu genügen. Außer den vielen, anderen Belegen hierüber, wollen wir das zunachstlkegende in Betracht ziehen Kap. X VI. v. 2 Genes. -j^rn lTQN yDOT ’nnDsy Pn N3 rrfe n msy nj run d~on ‘jn vnty ■UOD ru:3N ipx\\ Hier erklärt sich das orientalische strenge Gesetz in Betreff der Nachkommenschaft auf die deutlichste Weise, und cs spricht sich zum ersten Male in gehöriger Klarheit aus. Sara unfruchtbar, befürchtet gegen das allgemeine damals herrschende Naturgesetz zu sündigen und gibt ihre Magd dem Manne, um durch sie behindert zu werden, doch erst da, wo sie die Hoffnung ganz aufgiebt, jemals Kinder zu bekommen, unterwirft sich Abraham dem herrschenden Rechte. Ir, die Rechte der Prinzipalfrau, die demnach immer blieben, sehen wir sie wieder treten, als Isaak geboren, und Abraham gehorcht, ob auch mit Wehmuth, den Wünschen Sara's. Es scheint als hätte er schon damals das Unzulässige dieses Grundgesetzes eingesehen, ohne sich aber davon trennen zu können , wie wir Kap. 21 v. 10 deutlich zu bemerken glauben DiTON^ iDNni djj min noNn p ttP n:a mi min nmn tru pnü’ OJ? \J3 urid dann pp DiTON 'J'jn ms -onn jrn M DUN* Es werden überhaupt im Alterthum, die allge-