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Der Orient · 1841-10-30 · 44 (30.10.1841) · p. Spalte 681-682

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
44 (30.10.1841)
Article
Versuch einer wissenschaftlichen begründeten Metrik für die neuhebräische Poesie
Date
1841-10-30
Page
Spalte 681-682 (sequence 3)
Language
German
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68t Versuch einer neuhebr. Metrik. Dr. Creuzenach's Dorsche Ha-Dowt. 682 in: und yzn &np, r[bü, -ns, ^b, bni, 197, auflosten. Hieraus laßt sich nun sowohl die Accentuation als die Flexion der meisten Nomina Ln der hebräischen Sprache erklären. Die Accentucttion hebt den ursprünglich vocalisirten Radical als den wesentlichsten Theil des Wortes hervor, wahrend die Flexion dem Nomen seine ursprüngliche, kürzere Form zurück giebt, die durch den Zuwachs, den es am Sufsixum erhält, nothwendig wird. Die Betonungsweise: Tl|/ b% fiik, ttHp, pfeh, i^n, — wie auch die Flexionsweise: ^?bf ^prn, nm, ntf’ij? erscheinen demnach tief im Innern der Sprache gegründet.5 — achtmswerthen Umstand, daß fast alle Nomina der fraglichen Formen einen reichen, flüssigen Laut zum zweiten oder dritten Radic. haben, so daß das Wort leicht durch einen, und zwar den ersten Vocalanschlag auszusprechen ist. Man vergleiche: L-DN, pm, &71, f)Yi, aah, oPj, nP'na, an'a, pDj> -crc.; 7>p^ oa!, ^yl^> NT, p?n, lwn, dtti, vip> ann, tnx, 'ör u. d. m. — Die wenigen Ausnahmen, die sich etwa aufsinden ließen, können die durch zahlreiche Belege bewährte Thatsache nicht umstoßen. Auch ist es noch nicht ausgemacht, daß Alles, was uns schwer auszusprechen ist, auch den alten Hebräern es gewesen sei. Unsere Zunge sträubt sich auch gegen Wörter, wie: 6%i£(Q, Gnlccy%vov, 7tvl£, nQogxvvgofica rc., und doch wird Niemand bezweifeln, daß sie den Griechen geläufig wa, ren. — Was würden wir, z. B. dazu sagen, wenn wir Franzosen oder Italiener in ihren Schulen vorrragen hörten: „Wörter wie Strumpf, Krebs, schlecht, Klotz u. d. m. werden von den Deutschen stets zweisylbig ausgesprochen, und als Beweis mag dienen, daß es uns schwer wird, sie einsylbig auszusprechen" —?— Man muß nicht immer das eigne Ohr und die eigne Zunge zum unfehlbaren Kriterium in der Sprachforschung machen, sonst würde man bei den slavischen Sprachen schlecht ankommen. 5) Doch findet man noch eine ziemliche Anzahl Nomina, die vermöge ihrer leichtern Laute eine weitere Vocalentwickelung an sich entbehrlich machten, und daher in ihrer Urgestatt sich erhalten haben. Hier eine Uebersicht: PCä, Tpa, t£n (arab. JLjo), 'p, tfÜN, Ta?, TD!, jDT, aijil, a'!N (syr. ^Xs), P)D2, -liD), aiPa, ans, P'pa, niDa (syr. , aia", p«D, Tzao, oiPn/fyftn, ppn, jinp, ai«’, Pia?, a'?a, n*6, D'-ia^', ixth, a’np, bya, wa», aao, PiPa oder Pprr (Jud. i, 13.), ai-L, aap, D'dia, aiap, aa^i^', Pir<^, Piap', mnp, Tpjn,?pj>p, ppy, PPy, nna, axt*, pnty, lPi? ud. m. (Fortsetzung folgt.) Literarische Uebersr'chten. Dorsche Haddorot. Entwickelungsgeschichte des mosaischen Ritualgesetzes von dm ältesten Zeiten bis nach der Erscheinung (?) des Talmuds. VonDr. M. Creizenach. Franks, a. M. in der Andräischen Buchhandlung 1840. X. u. 358. Auch unterm Titel Schulchan Aruch, oder encyclopädische Darstellung 'des mosaischen Gesetzes k. Vierter Theil. (Fortsetzung und Schluß von Nr. 39.) Von Kapitel 39bis 42 charakterisirt unser Autor das Leben unddieThätigkeitJosua's, wobei er, wie später in der Richterperiode, auf die Vernachlässigung mancher Ritualgebote hinweist, ohne aber einen weitern Grund für diese Vernachlässigung anzusühren, den wir aber um so mehr erwarteten, als nach unserm Autor der Pentateuch seinem Gesammtinhalte nach bereits bei Moses Ableben dem Volke bekannt war. — Ja, die religiöse Zerrüttung und die fast gänzliche Nichtbeachtung des mosaischen Rituals bis nach der Einweihung des ersten Tempels und noch viel weiter hinausbleiben nach unserm Verfasser, der an vielen Stellen so geschickt auf diese Momente aufmerksam macht, unaufklartiche Rathsel. Doch wir lassen dies hingestellt sein, indem uns die sehr treffliche Schilderung des Lebens und Wirkens der drei Könige Saul, David und Salomo hinlänglichen Schadenersatz für die gerügten Mängel bietet und auf manche Wahrheit aufmerksam macht, die bisher unbeachtet geblieben. Daß jedoch, wie S. 85 gesagt wird, Samuel den Saul „in die von ihm gegründete Prophetenschule für kurze Zeit aufnahm und dadurch seinem' Geiste einen höheren Aufschwung ertheilte" wäre noch zu beweisen, denn die Bibel schweigt hierüber. Um nun fernerhin den historischen Boden nicht zu verlieren skizzirt Verf. von S. 100—135 mit einer überaus großen Gewandtheit die Schicksale der Israeliten von der Theilung des Reiches bis zur Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft und sucht in gedrängter Kürze jedem einzelnen Propheten dieses Zeitabschnittes, seinem Wirken und Charakter nach zu schildern, wobei wir jedoch die Hervorhebung der wesentlichen Unterscheidungsmerkmale der Propheten des Reiches Israel und der des Reiches Juda ungern vermissen. Indem nun Verfasser im 69. und 70. Kapitel den Daniel und seine Genossen und dessen Visionen auf eine sehr schöne Weise zu schildern weiß, macht er S. 135 in folgenden Worten den Uebergang zum dritten Zeitraum; Alle bedeutende Veränderungen in den menschlichen Institutionen entstehen entweder durch den ungestörten Entwickelungsgang oder Auflösungsprozeß, den ein bald thatkräftiges, bald hinsterbendes Lebensprinzip erzeugt, oder durch eine umwälzende und aufwühlende Erscheinung, die gleichsam überraschend hmzutntt, die Natur des bestehenden Organismus durch neue Elemente, neue Triebfedern gänzlich umwandelt, und den bisher:-

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