Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 44 (30.10.1841)
- Article
- Biographische Notizen
- Date
- 1841-10-30
- Page
- Spalte 677-678 (sequence 3)
- Language
- German
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677 Biographische Notizen v. Dr. Carmoly. Versuch einer Metrik der neuhebr. Poesie. 678 brauch entstanden ist, um apostast'rte Eltern, Kinder oder Geschwister, als waren sie gestorben, zu trauern, so verdient dieser Gegenstand, da er uns einen neuen lästigen Mnhcrg auflegt, näher untersucht zu werden. Dieses hat auch Hr. S. Bloch in Anmerk. 31 zu gethan (Zunz in der Borr. zu GV. gibt für die Zurücknahme seines Ausspruches in Zschr. 309 keinen Beweis), und ich glaube dem Leser einen Dienst zu leisten, wenn ich hier die ganze Anmerkung übersetze: „Was die nrüH zu Aschen betrifft, so ist sie von allen, welche dieFotgerung, daß man um verwandte Apostaten trauern muffe, nie im Zusammenhänge aufgefaßt worden. Im daselbst werden die talmudischen Satze, wen man nach seinem Hinscheiden zu betrauern habe, erläutert, und dazu erwähnt nun die nn.7) die Geschichte mit dem Sohne Gerschom's, mit den Worten: 'ft) tfrVTOH 7W])ü, wo das Wort Np? deßhalb ausgelassen wurde, weil der ,p,p.),p ^yI sich darauf verlies r daß der Leser die betreffende Stelle im worauf sie sich bezieht, zuerst lesen würde, wo natürlich nur von einem Trauern um einen Tobten die Rede ist. Auch in der betreffenden Stelle des Mordechai ist nur von einem Trauern um einen Todten die Rede Als Beispiel wird dort nämlich angeführt die Trauer David's um Absalom, und natürlich nur nach dem Tode desselben; und wenn der Mordechai dann schließt: •tG iGNi-Ü ha NWD, pR£>” '>1 ’SD JW TND 'Ri NtJH •HtOSNVf USD Nlvlö pNty 'b "IDN DION TOTHM» |DTO 31b6 -3! uba “'3jn NiR, l» verstcyr er iiatiUltd) auch nur das Trauern um einen Verstorbenen, und da meint er, daß Gerschom eine Ausnahme gemacht jsj'-jy Dieser ist der Rabbi Miü'r Rothenburg, Lehrer des Mordechai und des Rabbenu Ascher und derselbe sagt in seinem Gutachten (p-yiD nW) §■ &44, daß es war v-fW pH niD. Der Tore Sa Hab zu Jore Dea tz. 340, der die erwähnte nruri zu Ascheri überträgt, har auch nß) pvjrw nicht )rn wie manche --Unberufene ccrriairen wollen. SBte ich bemerke, hat auch Zunz in der Vorrzu GV. das Richtige, ohne aber dafür einen Beweis zu geben." Red. V ersuch einer wissenschaftlich begründeten Metrik für die neuhebräische .Poesie. l Fortsetzung.) Beginnen wir mit dem Verbum, als dem vorzüglichsten Theil in den semitischen Sprachen. Aramäisch- Hebräisch. Sg. 3 m. Pp ^1? — 2 — Pp? P?P|? -f. ^p,3 P?P|? PI. 3 m. 'pp 'Pi? Part. 2. ^0,3 Wir nehmen hier beim ersten Ueberblick wahr, daß der Vocal des ersten Radicals erst später sich entwickelt, auf den Wortsinn aber keinen Einfluß ausübt, und höchstens nur von einiger euphonischen Bedeutsamkeit ist. Daher kann der erste Radical in .Verbiß, wie hüp, nie den Hauptton haben, weil es im Hebräischen, fast wie im Deutschen, ein Hauptgesetz ist, nur die wesentlichste und bedeutsamste Sylbe im Worte zu betonen. Aus demselben Grunde sind alle pronominalen Prasixa und Sufsixa rein subjektiver Art meist tonlos. Vergleiche: hp|3, Pp,3 «.1; (pp, (Pp1», (Pjp, ’Vmpn (in Pausa.)!<.; N3pbph, n'stbp U. ft w. — Dieser Grundsatz ist allen Bildungen der hebräischen Conjugcrtion vorherrschend; überall hat der zweite Radicalconsonant, als der Kern der Stammsylbe, den ersten Anspruch auf den Hauptton, und nur in einzeln Fallen, wo er aus andern sprachlichen Gründen seinen Vocal verliert, tritt der Accent auf den letzten Radicalconsonanten, als den mit dem Ucvocal der Starnmsylbe noch am innigsten verbundenen, über. Daher: vpp), nHb, nppj, r6\?p «.5 V?bp, •'btpp 2C. — Erst dann, wenn in der Urform der Stam'msylbe auch der letzte Radicalconsonant vocallos ist, wie solches in der Grundform der Berba )y der Fall ist, fallt der Hauptton auf den ersten Radical, weil dieser hier den Urvocal hat. Daher: op, php (vom Part, wird weiter unten die Rede sein), ppp/ \bpp rc. — In den Verdis yy hingegen, in denen mehr die Form 22p2 zu Grunde liegt, ist der erste Radicalconsonant meist tonlos, wie z. B. in: ^nibb,» riiib, ftibb ic., und nur in wenigen Bildungen, wie: -ihb, )hby, pbb, die der Form so naher stehen, ist der erste Radical betont.3 — §. 4. Schwieriger schon ist die Betonungsweise der mit 1 / Rur die subjectwen Sufsixa Op, und pp, die ihres Malaien Endlau les wegen zur größer« Deutlichkeit'eine schärfere Aussprache erfordern , machen hiervon eine Ausnahme. Wae aber die Betonungsweise der mit Waw convers. gebildeten Verba betrifft, so wird von ihnen weiter unten die Rede sein. — 2) Im Hebräischen findet man die Verba yy in ihre einzelnen Urlaute aufgelöst: im zweiten Partie, des Kal, im Pklel, Pulal und Hitpalel, seltener schon im Jnsin. des Kat (Siehe Rum. 21,. 4); im Aramäischen hingegen ist dies gewöhnlich nur im zweiten Partie, der Grundform, und selten auch im ersten derselben der Fall. Vergl. Dr. Fürst, Lehrgebäude der aramäischen? Idiome mit Bezug auf die Jndo- Germanischen Sprachen, §. 162. — 3) Die allgemeine Anweisung, wie jedes einzelne Wort im Hebräischen zu betonen sei, gehört in die Grammatik, deren genauere Kennlniß bei den geehrten Lesern d e.S Orients füglich vorausgesetzt werden kann. Hier handelt es sich nur darum, die G r ü n d e der Accentuation nachzuwersen. Aber auch dieses kann hier nur skizzenhaft geschehen, da meine Abhandlung über eine Metrik für die neuhebräische Poesie mir unter den Händen unvermerkt zu einem solchen Umfange angewachserr ist, der die Grenzen eines periodischen Blattes weit überschreitet. 44