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Der Orient · 1841-10-23 · 43 (23.10.1841) · p. Spalte 667-668

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
43 (23.10.1841)
Article
Die hebräische Typographie in Zolkiew
Date
1841-10-23
Page
Spalte 667-668 (sequence 2)
Language
German
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ms 667 Die hebr. Typographie in Zolkiew, von dem Kreisrabbinm Hirsch Chajes. sche Traktate dieser alten Lubliner und Krakauer Drucke zu sehen Gelegenheit gehabt, und ich fand wirklich, daß die Ungeschicktheit in der Ausübung der Correktur, das schlechte Papier und viele andere Unvollkommenheiten dm Druckern viele Hindernisse in den Weg gelegt haben müssen. Nicht lange nachher nahmen sie dennoch das frühere wieder auf; in Krakau und in Lublin druckten sie dann den ganzen Talmud; auch der jerusalennsche Talmud (vollständig?) wurde in ersterer Stadt gedruckt; aber beide erreichten nicht Amsterdam, und sogar andern Städten standen sie in Handhabung der typographischen Kunst sehr nach. Der ausgezeichnete Druck Amsterdams lockte die Meisten trotz der großen Entfernung 'dahin, vorzüglich da es in seiner Höhe sogar Venedig überstrahlte; bis 1640 waren bereits die Druckereien in Krakau und Lublin wieder eingegangen, und die Gelehrten des polnischen Reiches mußten ihre Werke in Amsterdam, Prag, Jesnitz, Berlin, Franks, a. d. O. drucken lassen. An die Stelle Krakau's und Lublin's tauchte, durch politische Verhältnisse begünstigt, Galizien auf, und in Zolkiew entstand der erste hebräische Typendruck Galiziens. Johann Sobieski,der berühmte Heldenkönig Polens, der Wien gegen die Türken schirmte, war Beförderer der hebräischen Buchdruckerei in Zolkiew; denn Sobieski war gutgesinnt gegen die Juden überhaupt, namentlich gegen diejenigen, welche auf seinen Erbgütern wohnten, und unter diesen Erbgütern war vorzüglich Zolkiew, das er von seinem Großvater, dem Fürsten Zolkiewski ererbt. Die Prinzen dieses Hauses wohnten auch beständig in Zolkiew, und ein Sohn desselben, Jacob Sobieski, den nach seines Vaters Tode die Großen Polens zum Könige wählen wollten, liegt in Zolkiew begraben (s. Dod Mordechai in der Vorr.). Johann Sobieski selbst, obgleich er als König nicht gut Warschau verlassen konnte, suchte es möglich zu machen, zwei Monate im Jahre in Zolkiew zu residiren. Unter den vielen Wohlthaten,' die ec den galizischen Juden erwies, gehören vorzüglich Handels- und Schankfreiheiten, die bis auf seine Zeit den Juden untersagt warm, die zahlreichen Privilegien, die er außerdem noch ihnen ertheilte und die, in lateinischer oder polnischer Sprache noch großentheils mit seiner eigenen Unterschrift versehen, vorhanden sind, die schöne Synagoge in Zolkiew, die ec auf seine Kosten 1680 erbauen ließ, vorzüglich aber auch die Förderung eines hebräischen Typendrucks in dieser seiner Lieblingsstadt. Der König Sobieski brachte, um die Bildung unter den Juden zu verbreiten, aus Amsterdam einen trefflichen und ausgezeichneten Drucker mit, nämlich den berühmten Amsterdamer Drucker Uri Phöbos, der im Jahre 1679 in Amsterdam eine Bibel in der vulgären jüdischen Sprache mit hebr.^Lettern herausgegeben, und welche Bibel später Jossel Blitz aus Witmund übertragen. Vor einigen Jahren batte ich diese Ausgabe in Händen und ich fand darin vorn das Privilegium abgedruckt, welches ihm Johann Sobieski ertheilte, und worin es heißt, daß der Polenkönig ihn auffordert nach Polen zu kommen, um dort eine hebräische Druckerei einzurichten. Dieses Privilegium wurde zu Danzig, welches damals zu Polen gehörte, geschrieben, und steht, wie erwähnt, in der gedachten jüdisch-deutschen Bibel vorn abgedruckt. Diese Bibelübersetzung, das letzte Werk, welches 5jc. Uri Phöbos in Amsterdam gedruckt, gedenkt auch Mendelssohn in der Vorrede zu seinem Pentateuchs Es dauerte aber nicht lange nach Ertheilung des Privilegiums, so kam der geschickte Drucker Uri Phöbos nach Polen, und zwar nach Zolkiew, wo er eine große Druckerei gründete; die Typen, so wie das ganze Material der Druckerei, hatte er aus Amsterdam mitgebracht, und dieses ist auch der Grund, warum er auf die zu Zolkiew gedruckten Werken immer setzte dtiüdon roniNa, Seit jener Zeit hat sich in Galizien der hebräische Typendruck erhalten, und zwar in dieser Familie erhalten; denn sämmtliche Druckereien in Zolkiew oder in ganz Galizien sind aus der Familie des Uri Phöbos aus Amsterdam, bis auf den heutigen Tag, und selbst die drei jetzigen Besitzer hebr. Druckereien in Lemberg sind die Nachkommen desselben. Von der ganzen Uebecpflanzung aus Amsterdam hat sich außer der Familie nur noch eine gewisse Nettigkeit der Typen erhalten, aber die Kunst an sich entartet und wurde so verschlechtert wie das Papier. Es wird den Lesern vielleicht nicht unlieb sein, hier em Verzeichniß sämmtlicher Schriften, die seit der Begündung der hiesigen Druckerei bis jetzt gedruckt wurden, Zu erhalten, obgleich die meisten eigentlich blos Abdrücke von altern Ausgaben sind; ich theile diese Uebersicht in folgende fünf Rubriken: I. In talmudisch-halachische Werke. nrn orraa po Dy w mw (1 nnr niD Dy nyn mr- (2 ppino npbm Dm mo Dy iTyn pN (3 nryn pN py tnd rro (4 - nyn nw by ttd (6 □”n miN by unin ns (6 nyn mr> ^y bmo nö (7 »tu nobn by mnD td (8; HDD ncPn by D«n mpD (9 rru nD^ii by bunw m^sn (10 pDJ nD^n by » m (11 „ rm* 't yrta^ by Dpy^ nijw (12 üBiran \wn by dd^dh nmu'(13 n iDid* riTD^niy rra!?n by w nwan (14 wyn pw nyn nw by bbn m (15 mw no^n by mw niDDin (16 Dnn rh w by onsN hdd (17 Hlv d.ton pro by bp&n rpano (18

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