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Der Orient · 1841-10-23 · 43 (23.10.1841) · p. Spalte 665-666

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
43 (23.10.1841)
Article
Versuch einer wissenschaftlichen begründeten Metrik für die neuhebräische Poesie
Date
1841-10-23
Page
Spalte 665-666 (sequence 3)
Language
German
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665 Die hebr. Typographie in Zolkiew, von dem KreisraMnen Hirsch Chajcs. 666 wiez. B.: ^3, Tjj, bh$, 2N3, 3m u. bergt, m., die allmahlig durch Fortschritt der Sprachform in mehre Sylben sich auflösten. Ihre Urbestandtheile lassen sich am besten durch analoge Wörter aus der aramäischen Sprache, aus welcher sie sich wahrscheinlich entwickelt hat,^> noch erkennen, da in dieser Sprache die Uranfänge des Semitismus noch am unvermischtesten geblieben sind. — (Fortsetzung folgt.) Die hebräische Typographie in ZoMew. * * Eine Skizze von Hirsch Chajes,*Kreisrabbiner. Aus der Geschichte der hebräischen Typographie (f. Orient 1840. 235. Nr. 26) ist es hinlänglich bekannt, mit welcher Schnelligkeit und mit welchem Eifer die großartige Erfindung des Typendruckes von dm Juden benutzt und in Anwendung gebracht wurde, wie früh schon man sich bestrebte, die wichtigen alten Werke durch den Typmdruck zu vervielfältigen und zu verbreiten, und zwar vorzüglich noch aus dem Grunde, weil die Verstreuung der israelitischen Gemeinden und die Verfolgungen gegen ihre religiösen Schriften darin eine Abhilfe erblickte. In Portugal und Italien, den Sitzen der jüdischen Bildung, sehen wir daher schon früh hebräische Buchdruckereien entstehen; Lissabon, Neapel, Kremona, Riva di Trento (in Tyrol, das zu Italien gerechnet wird), und wie die große Zahl der schönen Städte Italiens heißen, leuchten schon sehr früh in den Annalen der hebräischen Typographie dem jüdischen Forscher entgegen. Am berühmtesten aber wurde die ausgezeichnet hebräische Buchdruckerei in Venedig, welche Daniele Bombergo errichtet, und zwar nicht blos wegen der Schönheit ihres Druckes, wegen der Masse der Werke des Altecthums, welche sie aus dem Todesschlummer zum Leben erweckt, sondern wegen der trefflichen ausgezeichneten Correktur, welche mit den Ausgaben verbunden war, wie schon Jssarles (^) in seinen Gutachten (nfcy) §. 10 in Bezug auf die venetianische Ausgabe des Jad ha-Chasaka bemerkt. Spater verdrängte ein anderer Drucker den Bombergo, und die Hebräische Druckerei verlor endlich ihren Glanz, als auch andere Städte große Mühe und Kosten auf hebr. Druckereien 5) Mrgl, Dr. Fürsts Lehrgeb. der aram. Spr. §. 1, S und 20. *) 7Citä dem Hebräischen übersetzt. Red. verwendet. Unter den Racheiftrertt Venedigs waren Amsterdam, Basel, Krakau und Lublin die bedeutendsten. — In dem damals weit ausgedehnten Polen hatte das Studium des Talmuds seit dem 14. Jahrhundert seinen Sitz aufgeschlagen; dort lebten und von dorther verbreiteten sich jene großen rabbinischen Lehrer, die bis jetzt noch im Reiche des Rabbmismus als Sonnen glänzen; dort lebten die großen Meister, welche den Riesenbau des Rabbmismus begründeten, und die uns noch als Leiter und Führer dienen. Was wäre aus dem Rabbmismus geworden / was aus dem Studium! des Talmud, ohne jene glanzenden Namen, an die wir fast alle denken, wenn wir von Rabbinismus sprechen? Ich brauche nur den berühmten Rabbi Jakob Pollak, den Erfinder des Pilpul zu erwähnen, oder den Rabbi S ch echn a (N.W '-)) aus Krakau, Schwiegervater des WN, den berühmten Salomo L u r i a (wm!> n?3^ '*■)), welche alle durch ihre Jeschibot berühmt wurden. Jeder Rabbiner weiß, wie unvergänglich sich in den Rabbmismus eingegraben der DDHD, p)vv NöSn,- jiddh, firh er!hd, Kahno, der nypyoy fto tyrv der rfa und fein Schwiegersohn, der Dm "Hits byi,- der Rabbi Mordechai Jaffa, der &vmbn bp, der nttB hyz rim, der i\mD^ priö,- der Dnjnyn fyn, der riNtfD |TO, der 'o;n bjn, der ppino npTi byi, derDnmo, Varer des und der Sohn, der u. A.; alle diese lebten fast im Laufe eines Jahrhunderts, sie lebten in und für Polen; sie alle verfaßten großartige, unvergängliche Wecke auf dem Gebiete des Rabbmenthums. Aber eben deswegen, weil die rabbinische Schriftstellerei in-Polen nicht mehr etwas Vereinzeltes war und eine isolirte Erscheinung mußte der Gedanke früh rege werdennach Polen die hebräische Typographie zu verpflanzen; denn nicht jeder konnte sich der Mühen und der Kosten unterziehen, wegen des Druckes eines hebräischen Werkes eine Wanderung nach Holland oder Italien zu unternehmen. Wirklich leisteten die Rabbinen der Errichtung hebräischer Druckereien in Polen großen Vorschub, anfangs um ihren eigenen Werken eine schnelle Verbreitung zu geben, später aber wirklich das allgemeine Beste im Auge habend. Im Jahre 1579 versuchten sie den Talmud in Lublin zu drucken; aber sie konnten aus Mangel einer guten Correktur und des benöthigten guten Papiers den Druck desselben nicht vollenden; fast um dieselbe Zeit versuchte man in Krakau einzelne talmudische Traktate durch den Typendruck zu veröffentlichen, ab-er auch dort war man so wenig vorbereitet zu dieser Kunst als in Lublin. * Ich habe einige talmudi- *) Der geehrte Vers, dieses Aufsatzes oder irgend ein anderer Gelehrter in L u b l i n, K r aka u und Z o l k i e w wird die Leser sehr verbinden, wenn er genaue und ausführliche Data über die ersten Drucke in Krakau und Lublin in diesen Blättern niittheilen wollte. Red.

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