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Der Orient · 1841-10-23 · 43 (23.10.1841) · p. Spalte 657-658

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
43 (23.10.1841)
Article
Erklärung hebräischer Nachschriften in spanischen, handschriftlichen Bibeln
Date
1841-10-23
Page
Spalte 657-658 (sequence 1)
Language
German
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Meraturblalt -es Orients. Berichte, Stu-ien und Kritiken für Mische Geschichte und Literatur JV? 43» Leipzig, den 23. Oktober 1841» Abhandlungen. 1. Erklärung hebr. Nachschriften in spanischen, handschriftlichen Bibeln. Ein Beitrag zur Kenntniß der jüd. Kulturgeschichte in Spanien. II. Versuch einer wissenschaftlich begründeten Metrik für die neuhebraische Poesie v. Isidor Kaempf. H!. Die hebräische Typographie in ZolLiew. Eine Skizze von Hirsch Ehajes, Kreisrabb. in Zolkiew. lV. Die eheliche Liebe bei den alten Hebräern, v. Dr. Guft. Philippson. — Lit. Anzeigen. Erklärung. Erklärung hebräischer Nachschriften in spanischen, han-schriftlichen Bibeln. Ein Beitrag zur Kenntniß der jüdischen Culturgeschichte in Spanien. Es braucht wohl kaum erwähnt zu werden, daß viele Nachschriften in den handschriftlichen Bibeln manche intereffante Notizen für die jüdische Geschichte darzubieten geeignet sind, und wenn sie weniger die Aufmerksamkeit. als die schönen fruchtbaren Gefilde der Literatur fesseln, so dürften sie doch wenigstens diejenige Beachtung verdienen, die man den Grabsteinen und Inschriften schenkt. Aus der großen Masse solcher Nachschriften wähle ich nur den kleinen Theil der spanischen aus, und von diesen wiederum nur diejenigen, welche in Bibelhandschristen sich finden, weil ich der Meinung bin, daß eine Abhandlung um so fruchtbarer ausfällt, je kleiner und beschränkter ihr Thema ist. Daß ich die Nachschriften zuerst gebe und dann die historischen Folgerungen daraus ziehe, ist wohl der natürliche Weg, obgleich die Voranstellung der Resultate auch etwas für sich hat. I. In der Bibelhandschrist zu Oxford in Quart-Format (Selben. A. 47), welche das ganze A. T. umfaßt, und woran nur von Gn. 24, 16—25, 22 fehlt, findet sich folgende hebräische Unterschrift: bwn mir* s waO'n-^onD spjn 1-d 1) Wenn es nicht abbrevirrt ist, so heißt es bloß 12 Sohn, -als Abbreviatur aber 121 12«. 2) Abbreviatur von nW in?» 1112 WD2 ' ' 3 4 5 cn3D iin jnabtw Dnaty ibx 3ndjjn fl.... ' "id wbN msäüD •6 7 id&ioh im' pn muja D’jpi may * 9 10 11 wy baa -mvan * 8 tyyn “ronn mro inay b«n ..lonnMN djj aim "»Dy aia n’cw'i 3) Der Schreiber Samuel hat dieser Unterschrift gemäß also nur Daniel und Esra geschrieben; da aber diese Handschrift auch noch die andern 22 Bücher umfaßtest wissen wir freilich noch den Schreiber jener 22 nicht. 4) Der Schreiber Samuel hat also die letzten zwei geschrieben, die übrigen 22 lagen ihm schon vor, und seine gegebene Zeit- und Ortbestimmung kann diesemnach nicht für den ganzen Codex gelten. Daniel und Esra stehen auch wirklich zuletzt,- denn die Bücher der Chronik stehen vor den Psalmen. 5) Für jpyj muß es wahrscheinlich heißen nach Jes. 17, 10, was vielleicht nur ein Fehler Kennicott's ist, der diese Unterschrift abgeschrieben. 6) Kennicott hat fehlerhaft iv^vN; auch fehlt dort der Punkt nach 1V221, der des Reimes wegen nothwendig ist. 7) Kennicott bemerkt, daß hier vor p vier Buchstaben weggekratzt sind; diese vier Buchstaben musrten den Namen enthalten haben, für d-cn dieser Codex za Ende geschrieben wurde, da der Name vor p hingehörtc. Ein gleiches Schicksal hatte der Name des Vaters, der ebenfalls wegradirt wurde (S. Anm. 10). 8) Dieses Wort gibt keinen Sinn, es kann daher entweder nur Abreviatur etwa für ->wyn, oder verschrieben sein; das Letztere ist aber wahrscheinlicher, und zwar für welches a) die drei Köpfchen des Schm, b) das vorhergehende Wort iDNI und c) der nöthige Reim zum folgenden, gewiß machen. 9) Wahrscheinlich verschrieben oder falsch abgeschrieben für welches einen guten Sinn gibt. Hier ist wie vorher ro in w zusammengefloffen. 10) Vor ^n, bemerkt K., sind n eun Buchstaben wegradirt, welche, wie aus dem Zusammenhänge ersichtlich ist, den Namen des Vaters enthalten haben müssen (s. Anm. 7). 11) Nach K's Abschrift fehlt hier der Punkt, der aber des Reimes wegen durchaus hier nöthig ist. 43

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