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Der Orient · 1841-10-16 · 42 (16.10.1841) · p. Spalte 643-644

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
42 (16.10.1841)
Article
Die Beschneidung bei den Israeliten
Date
1841-10-16
Page
Spalte 643-644 (sequence 2)
Language
German
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648 Die Beschneidung bei den Israeliten v. historischen, kritischen«, medicinischen Standpunkte. 644 schon Chronologie überein und werden uns später dazu dienen, feste Punkte zur Angabe des hohen Alters unsers Gebrauches zu liefern. Zugleich wird hiermit die gleichfalls auf göttlichen Befehl erfolgte Namensveränderung von Abcam in Abraham und von Sarai in Sara, so wie die Verheißung eines noch in so spatem Lebensalter zu erzeugenden Sohnes in Verbindung gebracht. Dieselbe wird auch durch die Ankunft dreier Engel in Menschengestalt dem Patriarchen und seinem lauschenden und hinter her Thüre der Hütte darüber spottenden Weibe kurz darauf nochmals bekräftigt und nachdem der Faden dieser Erzählung durch die Episode von Sodoms Untergang und Lots Rettung unterbrochen wurde, sehen wir denselben wieder im ein und zwanzigsten Capitel mit den Worten: Und der Herr gedachte an Sara, wie er geredet hatte rc. ausgenommen. Zu bemerken ist blos noch, daß unmittelbar vorher die bekannte Geschichte zwischen Abraham und Abimelech vorgetragen wird, und im Eingänge zu dieser Begebenheit die vorsichtig und bedachtsam hingestellte Bemerkung, in der es heißt: Abimelech hatte sie aber nicht berührt, auffallen muß. Im vierten Werse des obengenannten Kapitels wird nun im Verfolge unsres Gebrauches genau angegeben, daß Abraham seinen Sohn Isaak, den ihm Sara gebar, am achten Tage, wie ihm Gott geboten, beschnitten hat. Die Art und Weise der Operation, sowie die nothigen Instrumente, mittelst deren sie verübt wurde, werden ebenso hier, wie auch früher bei Abrahams eigenen Beschneidung, stillschweigend übergangen. Ob aber Abraham die Beschneidung auch bei den andern Söhnen, die er spater, nach dem Tode seines Weibes Sara, von feinem Kebsweibe Ketura erhielt, verübt habe, wird nicht erzählt. Nur so viel scheint aus den Versen 5 und 6 des 25. Cap. im 1 B. M. hervorzugehen, daß er dieselben nicht als seine rechtmäßigen Erben betrachtet wissen wollte, da er ihnen, wie es daselbst heißt, blos Geschenke gab und sie von seinem Sohne Isaak, noch bei seinen Lebzeiten, fortziehen ließ, während ec diesen, gleichsam als den einzigen Universalerben, in all sein Gut emsetzte. Der Rückschluß aus diesem stiefvaterlichen Verfahren Abrahams gegen die Kinder seiner Kebsftau, auf die bei ihnen nicht vorgenommene Beschneidung ist zwar etwas gewagt, doch bei näherer Betrachtung ziemlich gerechtfertigt. In den nun folgenden dreizehn Kapitel stoßen wir nirgends auf die Erwähnung von unsrem Gebrauche; weder bei der Geburt der Söhne Isaaks, noch bei den Kindern Zsmaels, die als zwölf Fürstenhäupter aufgeführt werden, trifft man auf irgend eine Angabe der an ihnen vollzogenen Beschneidung. Wir stoßen auf unsren Gegenstand erst wieder im 34 - Cap. des 1 B. M. bei der Erzählung des Blutbades in der Stadt des Hamor und Sichem, wo die Söhne Jakobs es für , den, der ihre Schwester Dina heirathen will, zur unerläßlichen Bedingung machen, daß er und alle Einwohner seiner Stadt beschnitten sein müssen; denn, heißt es daselbst, die Söhne Jakobs sagten: Wir können das nicht thun, daß wir unsre Schwester einem unbeschnittenen Manne geben: Denn das wäre uns eine Schande. Hieraus scheint zu folgen, daß sie selbst beschnitten sein mußten, obgleich daran sowohl bei ihnen, als auch bei ihres Vaters Geburt, gleichsam wie von einer sich von selbst verstehenden Angelegenheit, etwas noch zu erwähnen, nicht mehr für nöthig gehalten wurden. Bei dieser Gelegenheit wird nun erzählt, daß Hamor und Sichem und alle Einwohner ihrer Stadt sich beschnitten hätten. Der Verfolg dieser Erzählung gehört weiter nicht hierher, da wir hier bloß die Fakta der Beschneidung zu sammeln uns Vornahmen. Ueber die Nachkommen Esaus wird ebenso wenig wie über ihn selbst etwas Bestimmtes in Betreff der Beschneidung in der Bibel angegebene (Fortsetzung folgt.) Literarische Arralekterr. I. Erklärungen eitriger talrimdischen Stellen. Schon wieder über den mpjn py i rief Hr. N. als er zu mir, nach einigen mir gemachten Besuchen, die gewöhnlich bei seinem Hiersein, um die erste Nachmittagsstunde zu geschehen pflegten, ins Zimmer trat. Wie könnte ich mich, sprach er weiter, nachdem er Platz genommen hatte, immer mit einer solchen unfruchtbaren, und von Aberglauben angefüllten Sache, beschäftigen! — Wie kommen sie zu einem solchen Urtheile, erwiederte ich fragend. — Weil ich mich, entgegnete er, in meiner früher» Jugend ihn zu studieren sehr bestießen habe; denn trotz seines Aberglaubens, den die Jugend nicht erkennt und einst'eht, sind seine Mahrchen dennoch sehr anziehend für ihn, besonders die der pin2, das Häßliche und Grausame auch ergötzt. Ich. Und eben deswegen studiere ich ihn noch in meinen reiferen Jahren. — Er. Aber sie müssen ihn ja schon oft durchstudirt haben? - Ich. Ja wohl und je öfter ich ihn 0 Ein Buch mit talmudischen Auszügen von Erzählungen, Mährchen, Fabeln, Allegorien, Räthseln, Tropen, Anekdoten, Metaphoren rc. die aber keine sanktionirte Autorität haben, Argumentationen von ihnen herzuleiten, oder Axkomaten im Ritualgesetze von ihnen auszuftellen, die eine talmudische Giltigkeit hätten. Sie gehörten blos, und wurden auch nur, wie die Midraschim, den Schülern vorgetragen, um den Verstand zu erweitern, den Witz zu schärfen, das Gedächtnis zu stärken, Moralität und Sittlichkeit zu verbreiten. — Daß Hr. N. weder den edeh noch den hierüber gelesen habe, geht schon aus seinem Urtheile hervor. 2) Die Geschichten von der Zerstörung Jerusalems.

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