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Der Orient · 1841-10-09 · 41 (9.10.1841) · p. Spalte 625-626

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
41 (9.10.1841)
Article
Methodologie des Talmuds [Rezension]
Date
1841-10-09
Page
Spalte 625-626 (sequence 1)
Language
German
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für Mische Geschichte und Literatur Mlf 4 Pi M 41. Leipzig, den 9. Oktober 1841» Lit. Uebersichten. Methodologie des Talmuds. Halachische Exegese, oder Geist der talmudischen Vibelauslegung von Dr. Hirschfeld, öeurtheilt von Dr. Herzfeld. Chazrot Ha-Schir von Feiwel S ch effer, beurtheilt von Victor Goldbaum in Lublin. Verhältnis; der Dichtung Wessely's zu dieser modernen Dichtung. Sehnsucht nach Palästina, von Iehuda Ha-Lewi, übers, von Dr. Kirfchbauur in Krakau. — Lit. Anzeigen. Literarische Ueberfichten. Methodologie des Talmuds. 33) Der Geist der talmudischen 7luslegung der Bibel. I. Halachische Exegese, von Dr. Hirschfeld (Rabbiner in Wollstein). 1841. In 8. X. 479 S. Berlin bei Simion. (Schluß.) Als Widerspicl indessen ist bekannt, daß der Talmud gar nicht selten, um Widersprüche, zu lösen, statuirte, welche wirklich allgemein gehaltene Vorschriften auf Einzelfälle herunterbrachten. 3) Wenn die einmal Vorgefundenen Gebrauche weder geradezu noch durch frrOD im Texte wiederzusinden waren, dann suchte man irgend eine Beziehung zwischen diesem und jenen aus; am gewöhnlichsten nahm man einen Pleonasmus- oder auch irgend eine andere dem talmudischen Sprachgefühl anstößige sprachliche Erscheinung als absichtlich gesetzt an, um den fraglichen Gebrauch anzudeuten; das war Endlich 4) wenn durchaus keine Beziehung zwischen dem Text und dem in der Bibel nachzuweisenden Gebrauch aufgefunden werden konnte, dann sei eine solche anstößige sprachliche Erscheinung vehufs des zu legalisirenden Gebrauchs blos mnemonisch gewesen, *pt oder auch NrüDDS*' (vgl. S. 439). Die beiden letzteren Weisen sielen demnach wesentlich zusammen, und seien nur darin verschieden, daß die dritte Beweiseskraft habe, weil daß auffallende Mort, als nicht in Beziehung stehend mit jenem, ja auch auf etwas ganz Anderes Hinweisen könne, vgl. noch §. 404. Wegen der von den Talmudisteu angenommenen Möglichkeit, daß Secher oder Asmachta auf den fraglichen Gebrauch. Hinweise, nennt jene der Verf. seltsamerweise Ecnjcccuralversuche. Ich glaube aber, daß Secher und Asmachta vom Dcrasch völlig verschieden sind, und zwar dadurch, daß sie nicht als von Gott zu so unsichcru Wegweisern hingesetzt angesehen, sondern.von den Menschen beliebig erwählt wurden, etwas Wissenswerthes daran zu knüpfen. Hiermit, nicht aber mit des Bss. Meinung, stimmt der Ausdruck frojw IHDDDN überein. Nun zur zweiten Abtheilung, überschriebm: die Grundgesetze (richtiger: Grundformen) der talmudischen Exegese im Besonderen. Erster Abschnitt r ^pl *^3. Es ist mangelhafte Verarbeitung des Materials, daß der Verf. inx ersten Kapitel noch einmal die Hilfswissenschaften bringt; das noch Mitzutheilende, mit Ausnahme von Wenigem, das auch schon sein Plätzchen würde gesunden haben, hätte müssen tut zweiten Kapitel des ersten Abschnittes der ersten Abtheilung betitelt: die Intelligenz der damalen Juden, untergebracht werden, oder wenigstens den Schluß der ersten Abcheillmg ausmacherr müssen , da ja die drei übrigen Grundformen der talmudischen Exegese ebenfalls, wenn auch in geringerem Grade als der Peschat, der Hilfswissenschaften bed-ürfen. Das Gegebene ist indessen gut. „Die Wissenschaften", schließt der Vf.-den.§. 127., „insofern sie nicht Gegenstände betrafen, die in den Kreis biblischen Wissens hineingehörten, warm gar mcht angebaut oder betrieben; betrafen sie dergleichen Gegenstände, so geftalteten sie sich nach der Lehre und der Tradition der Bibel; sie waren darum nicht selbstständig, und inflüirten auf keine Weise auf die Erkenntniß und die Auslegungsversuche der heiligen Schrift." Was über die Sprachkenntm'ß der Talmudisten gesagt ist, ist vortrefflich; schade, daß der Raum mcht - gestattet, mehrere gelungene Steilen abzuschreiben; ich hebe nur die treffende Bemerkung (§. 135) aus, daß durch den Derasch die stabile Bedeutung vieler Wörter flüssig, und so die Kenntnis; derselben ganz ungewiß und schwankend gemacht worden ifr. Doch ist übergangen, daß schon in der talmudischen Zeit die Bedeutung nicht weniger Wörter verloren gegangen war, xmd auch nicht beachtet, daß unzählige v%np DNf den Beweis liefern, daß man damals, wenn man auch die grammatischen 41

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