Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 40 (2.10.1841)
- Article
- Ueber die Stellung des Kaufmans während des Mittelalters [Rezension]
- Date
- 1841-10-02
- Page
- Spalte 623-624 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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(>'33 Der Handel des Mittelalters im nordöstlichen Deutschland. Lit. Ankündigungen. 624 den Juden große Voctheile, ober sie betrafen vorzugsweise den Geldhandel und das Psandgeschaft, vom Wciarenhandel ist dabei keine Rede, und wirklich scheinen auch die polnischen Juden sich mit ihm eben so wenig eingelaffen zu haben, als die deutschen, wenigstens in keinem beträchtlichen Maaße, denn schon in den frühesten Zeiten sehen wir Polen von christlichen, nämlich deutschen und preußischen Kaufleuten durchzogen und durchwandert, und bereits in einer recht frühen Zeit, im Z. 1243 schloffen Premislaus und Boleslaus einen förmlichen Handelstcactat mit dem deutschen Orden, um die Kauflcutc Preußens in Polen gegen Zoilvexationen sicher zu stellen.^ Aus späteren Urkunden ergiebt sich, daß auch deutsche Kaufleute schon in alten Zeiten 'einen Handel über Frankfurt und Breslau in Polen betrieben, und bis nach Rußland gingen. Wie überall waren ihnen auch hier bestimmte Handelsstraßen vorgeschrieben, die als sehr alt bezeichnet werden. Es 23) v. Racz}’nski Codex diplom. maj. Poloniae p. 24. Dreger Cod. dipl. 1. 230. : scheint demnach, als ob die Juden auch in Polen wenig Waarenhandel, oder doch nicht im Großen, also eigentliche Kaufmannschaft, getrieben haben, wenigstens hat die Gesetzgebung daselbst nur auf das Geld- und Pfcmdgeschaft Rücksicht genommen. Da aber die Juden schon früh in Polen so bedeutende Rechte besaßen, und zu einer Zeit, wo die Wendenlander großentheils noch nicht unter deutschen Fürsten standen, so laßt sich erwarten, daß sie von den slavischen Fürsten dieser Lander, welche mit Polen innig zusammenhingen, und in deren Landern slavisches Recht galt, das entweder mit dem polnischen gleich, oder von ihm nur wenig verschieden gewesen ist, ähnliche Begünstigungen erhalten haben. Eben deshalb mag es schon in frühen Zeiten in der Lausitz, der Mark Brandenburg, Meklenburg und Pommern viele Juden gegeben haben; die meisten dürften aber wohl bei der Germanisirung sich nach Polen gezogen haben, da sie wußten, daß sie unter der deutschen Regierung sich nicht der gleichen Vortheile zu erfreuen hatten, und dieser Umstand mit dem früher erwähnten mag wohl vorzüglich dazu beigetragen Haben, die Juden in Polen so übermäßig anzuhäufen. Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, so weit si-e jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Einen Groschen für die gespaltene Petit-Zelte oder deren Raum ausgenommen. [91.] Bei H einrich Franke ist ausgegeben worden: > 1 i 1 3 n 15D Das Buch Kusart des Jehuda ha-Levi nach dem hebräischen Text des JeliiMla Um - Tijblbon herausgegeben, übersetzt und mit fortlaufendem deutschen Kommentar , so wie mit einer allgemeinen Einleitung versehen von Hermann Jolowiez UNd David Cassel. In gr. 8. Erstes Heft. Preis 14 Gr. Dieses Buch, welches hier zum ersten Male mit einer.deutschen Usbersetzung, so wie mit einem deutschen Kommentare erscheint, ist zu allen Zeiten als eine Hauptquelle für Kenntniß des Judentums bewachtet worden, und verdient deshalb vorzüglich dem theologischen, philosophischen und historischen Publikum, so wie jedem Gebildeten empfohlen zu werden. Der hebräische Text ist nach den ältesten Ausgaben korrekt wiedergegeben, und jeder wichtige Punkt desselben nicht nur sprachlich, sondern auch philosophisch erklärt worden. Dem ganzen Buche^ wird eine ausführliche kritisch-historische Einleitung, so wie die nöthigen Tabellen beigcgeben. Die folgenden Lieferungen erscheinen in kurzen Zwischenräumen. [92.] Bei Heinrich Franke in Leipzig ist zu haben und durch alle Buchhandlungen zu beziehen: . VDD. . Dnn nx oder Streitschrift üb er die Echtheit des Sohar UNd > den Werth der Kabbala von . X&<m Medenese* Nach einer Handschrift zum ersten Mat heransgegeben von Julius Fürst. In 8. Herabgesetzter Preis i6 Gr. Verlag von C. L. Fritz sche. Druck von 3/ H, Nagel.