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Der Orient · 1841-10-02 · Heft 40 (2.10.1841) · p. Seite 261

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Journal
Der Orient
Volume
2 (1841)
Issue
Heft 40 (2.10.1841)
Article
Jerusalem: Bericht
Date
1841-10-02
Page
Seite 261 (sequence 1)
Language
German
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Zweiter Jahrgang Berichte, Studien uns fair Kritiken Das Abonnement für ein Lahr ist 5 Thlr. Manabonmrtbeiallen löbl. Postämtern und allen solide Buchhandlungen auf ein Jahr» jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Won dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblattnutgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. Bs\ Julius Fürst. gHE 40» Leipzig, den 2. Oktober 4841» Orient. Jerusalem (Bericht von Herrn Joseph Schwarz aus Jerusalem. Die bürgerlichen Verhältnisse u. Erstehung neuer Synagogen. Historisches). — Deutschland (Breslau. Betheiligung der Juden bei den Empfangsfeierlichkeiten zu Ehren des Königs von Preußen, und doch keine Emanckpation. Vom Neckar. Nachhall in der Sache der Unterstützung der Juden Palästinas. Rabb. Grünwald. Die Gemeinde in L r hren ft e in s fe l d. Böhmische Grenze. Das geordnete Gemeindeweserr in B ö h misch-L eipa. Hr. Alt sch ul, Hübscher, Neu bürg er, Brumof. — LB. d. Orients. Orient. ^Jerusalem, Juli 1841. (Aus den Briefen des Herrn Rabb. Joseph Schwarz aus Jerusalem. Ins Deutsche übertragen von seinem Bruder H. Schwarz, Rabbiner zu Hürden). Deinen jüngsten Briefmein geliebter Bruder, habe ich in der acht Stunden von hier entfernten Stadt Hebron (jnDJl) erhalten, woselbst ich mich in Familien-Angelegenhetten kurze Zeit aufhielt. Der Weg dahin führt über viele Stein - und Sandberge, jedoch ist derselbe auch häufig mit großen baumähnlichen Salvci-Stauden besetzt.— Von Len Bergen'ist namentlich der Berg Jehuda, auch ‘THW Y1 genannt (vergleiche Jos. 15, 18.), bemerkmswerth. Zwischen hier und Hebron liegt blos Betlehem und Chalchul, rpD ürb und Virfcn; ersteres 14 Stunde von hier, letzteres unweit Hebron auf einem großen Berg liegend, welches noch jetzt in arabischer Sprache Chalchul heißt (vergl. Jos. 15- 53.) und auf welchem der Prophet begraben ist. — Daß ich das Grabmal desselben, so wie jenes unserer Stammmutter Rachel, welches 4 Stunde von Betlehem, an der Straße liegt, besuchte und mit wehmüthigen Empfindungen, ob der trüben Schickungen unserer Ahnen schon in grauer Vorzeit nachsinnend, dort verweilte, kannst Du Dir vorstellen. Die Gastfreundschaft und der Wohlthätigkeitssinn der Einwohner Hebrons ist ausgezeichnet, und es scheinen dort noch immer diese Lugenden unseres Urvaters Abraham sortzuleben. Du fragst mich, m. geliebter Bruder, nach dem Zustande der bürgerlichen Verhältnisse der hiesigen jüdischen Einwohner, ich kann Dir in dieser Hinsicht die befriedigendste Antwort mittheilen: Im Anfänge der Regierung Mehmed Ali's gab er dm zu Acre (^y) bei ihm anwesendem Juden das feierliche Versprechen, daß, wenn der Allmächtige seine politischen Unternehmungen segne, er den jüdischen Angelegenheiten ein besonderes Augenmerk zuwenden, ihre drückende Lage zu erleichtern suchen, und namentlich den Juden zu Jerusalem erlauben werde, nach Belieben neue Synagogen und eigne Hauser zu bauen, was ihnen bekanntlich seit der ältesten Zeit verboten war. Dieser Edle hielt auch Wort. Schon sind hier zwei große, prachtvoll« Synagogen neu erbauet, und diesen werden nächstens noch zwei folgen. Auch wohnen nunmehr unsere Glaubensbrüder in allen Bezirken der heiligen Stadt, in ihren eigenen, mitunter sehr schönen geräumigen Häusern. Folgender edle Zug möge dich, m.g. Bruder, von der Rechtlichkeit und dem frommen Sinn des Mehmed Ali überzeugen. Schon vor 250 Jahren wohnten hier viele sogenannte Aschkenasim worunter namentlich der aus Frankfurt a. M. hieher ausgewanderte Rabbi JirOBOW iiyiDEf, Verfasser des Dil: pD1!. Besonders war in dem Jahre j'n die Auswanderung nach Jerusalem von der sog. hnp zu Frank furt a. M., deren Rabbiner '-potin rmn? 'D (nicht zu verwechseln mit dem bekannten '-ponn mir? 'D aus Regensburg) war, nicht unbedeutend. Ich habe nämlich Dir zu bemerken—daß die sammtlicheu jüdischen Bewohner der Stadt Jerusalem, als auch von ganz Palästina, namentlich in ritueller Beziehung, in zwei verschiedene Gemeinden getheilt werden, in Sefardim und Aschkenasim. Letztere theilen sich wiederum in drei Klaffen: 1) an Peruschim, aus Lithauen stammend, und treu anhängend den rituellen Normen des Rabbi Elia Wilna, 2) in Chasidim, aus Galizien und Rußland stammend, folgend den Ansichten des Rabbi Israel Baa^l-Schem. 3> ^"nn- (Cliabad i. e. .njfi .1)'D HDDtl) sich mehr den Chasidim nähernd, jedoch mit variirenden Gebräuchen, und Weisen. Zu dieser Klasse gehören nur die Bewohner Hebrons. Die Aschkanasim stammen demnach größtentheils aus Polen und Rußland. Diese Ansiedler kauften damals von den Türken für eine starke Summe Geldes einen, in der Mitte der heiligen Stadt gelegenen sehr großen Hof,' aus welchem sie ihre eigene Synagoge', eine Lehrschule und viele Privathäuser erbauten. Sie geriethen jedoch in Armuth und Schulden und mußten den Türken ihr erworbenes Besitzthum als Unterpfand 40

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