Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 39 (25.9.1841)
- Article
- Ueber die Stellung des Kaufmans während des Mittelalters [Rezension]
- Date
- 1841-09-25
- Page
- Spalte 605-606 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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605- Lit. Analekten. Chasdai ben Jshak Sprot, von Dr. Carmoly. Der Koran hebräisch. 606 verpflichtete sich ihm 10 Procent als Rente, oder als Anerkenntniß seines Eigentumsrechtes zu zahlen, behielt sich aber den Wiederkauf zu einer bestimmten Frist und nach geschehener Anzeige für die gleiche Summe vor. Zuweilen wurde das Haus oder Gut dem Gläubiger oder Käufer eingeräumt, der dann die Nutznießung hatte, zuweilen aber behielt sie der Schuldner oder Verkäufer, und blieb wohnen. Diese Verkäufe auf Wiederkauf, ganz eigentliche Verpfandungen, kehren irn Mittelalter unzählig oft wieder. Der Kaufpreis, oder nach unserem Sprachgebrauche, der Zinssatz, blieb nicht immer derselbe. Vor der Mitte des 14. Jahrhunderts war er nicht selten 12£ Prozent, in der Regel aber war er durchgängig im ganzen östlichen Deutschlands und Preußen 10 Procent, zu Ende des 14. Jahrhunderts war er bis auf 8-Z- Procenr im Durchschnitt herabgesetzt, und wurde in Preußen 1365 durch den Hochmeister gesetzlich festgestellt.->5 Dieser hohe Zinsfuß zeigt nur zu deutlich, wie schwer baares Geld zu haben, und wie groß der Begehr danach war, denn jede Waare ist um so theuerer, jemehr Abnehmer darauf bieten. Diese Wiederkäufe und Rentmkäufe betrafen meistens schon ansehnliche Summen, und ein bestimmtes Unterpfand als Gegenstand des Wiederkaufs. Wo dies fehlte, oder der Gegenstand unbedeutend war, oder wo man die Genchtskosten scheute, blieb nichts übrig, als sich an Juden zu wenden, und ein reines Borg- und Pfandgeschaft mit ihnen abzumachen, das sehr häufig ein gewagtes war, aber im günstigen Falle sehr bedeutende Zinsen gewährte. (Beschluß folgt.) Literarische Analekten. I. Chasdai' Ben Jshak Sprot Minister des Abdercahman 111, Khcilisen von Kordova. (Schluß.) Nach dem was Abraham Ben Daud in seiner jüdischen Chronik berichtet, scheint es, daß die großen Kenntnisse Chasdai zum Naß seines Volkes gemacht, auch daß er sehr den Rabbiner Moses aus Bari, beigenamtr ,,angethan mit einem ©ad*", welcher m Spanien den Talmud (ehrte, bevorzugte. Die Wissenschaft und die Tugend haben zwischen diesen beiden Gelehrten die Freundschaft gebildet, welche, wenn man folgender Anekdote (in einer Handschrift meiner Biblio, they glauben sollte, auch selbst der Tod nicht vernichten konnte. Im Jahre 960, als der erwähnte Moses gefährlich krank war, , sagte er zu seinem Freunde: Chasdai', ich verlasse das Leben,? bereite dich vor, mir nachzufolgen! Sechs Tage nachher'hatte Chasdai aufgchört zu leben. Dieser große Mann hinterlkeß nach seinem Tode einen gelehrten Sohn zurück, der sich als guter Grammatiker bekannt gemacht hat, und man glaubt, daß es derselbe mit Abulwalid bm Chasdai, der durch den berühmten Verfasser des Buches Riknrah e. 14 citirt wird. Es kann sein, daß der Dichter Joseph ben Chasdai, den der große Charksi in seinem Divan verherrlicht, auch ein Sohn ist, obgleich, wie gesagt, dieser Name in Spanien sehr allgemein verbreitet war. Wir finden wirklich in der hebräischen Literatur dieses Landes eine Menge Gelehrte dieses Namens, unter welchen wir citiren: 1) Chasdai Lewk,. Großvater des Abraham, Sohn des Samuel Ha-Levi ben Chasdai, Verfasser von p, Dieses war der Grammatikers), erwähnt unter den Grammatikern Jbn-Efra's, aber m einer andern Grammatik dieses Schriftstellers findet sich dasselbe unter dem Namen des Jona ben Gcmnach, gestorben nach Ibn Abi-Osaiba c. 13 n. 48 515 der Heg'ara d. i. 1131. — 2) Chasdai ha-Lewi, ein anderer spanischer Gelehrter, welcher in Alexandrien gewohnt zur Zeit des Maimuni, mit welchem er correspondirte. 3) Chasdai ben Jehuda, Vorfahr des Philosophen Kreskas. 4) Chasdai Kreskas, Verfasser des berühmten Buches Or Adonai, der nach Juchasin 1330 in Saragossa gestorben; aber es exisiirt von unfern Philosophen ein Brief über die Verfolgung der Juden im Jahre 1392, welches beweist, daß er noch nach der Zeit gelebt, die man als feinen Todestag bezeichnet. 5) Chasdai ben Salomon, Zeitgenosse des Vorigen, erwähnt in den Gutachten (iW) des Isaak ben Scheschet ln. 372. 395). Er lebte in Toledo bis zur Zeit der Verfolgung 1392. Endlich 6) Chasdai Ha-Nasi, Verfasser eines Commentars zur Genesis, von welchem sich ein '"Fragment in der königlichen Bibliothek zu Paris befindet. Dietzr letzte lebte nach Ibn Esra» denn er beurtheilt seine Sarkasmen gegen einen alten arabischen Commentator. Einen Auszug aus dem Commentar unftrs Chasdai habe ich in Zion ii. 3, p. 25 mitgetheilt. IX. Dev ins Hebräische übersetzte Koran, mitgetheilt von Heimann Joseph/ Michael in Hamburg. Herr Dr. L. Ullmann fti Crefeld ist der erste Rabbiner, welcher eine deutsche Uebersetzung des Korans geliefert (Cre< feld, 1340, in 6 Heften), ob aber in früherer Zeit sich jüdische Gelehrte mit dem Koran befaßt, ob eine neuhebräische Uebersetzung dieses für die Religionsgeschichte wichtigen Buches existirt, habe ich nirgends erwähnt gefunden. Es wird daher .vielleicht lieb sein zu erfahren, daß Hr. Dr. Ullmann nicht der erste Rabbiner ist) der sich mit dem Koran befaßte, und ' daß eine neuhebräische Uebersetzung desselben existict. Ich besitze handschriftlich eine alte von einem Rabbinen verfaßte Uebersetzung des Koran, welche den Titel führt: “iDD hi by ti'ipn jw1? t>N üddi nsiU \yfab my pnyj! N’syn sroj bpfsi ibn mb npy hIdd bbvn. nonr; (1636) fab )fa U'faü 'H ftiBO. Dieses Werk zerfällt 1p) Voigt, Geschichte Pttiißeiis, V. 487.