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Der Orient · 1841-09-25 · 39 (25.9.1841) · p. Spalte 597-598

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
39 (25.9.1841)
Article
Dorsche Haddorot. Entwickelungsgeschichte des mosaischen Ritualgesetzes [Rezension]
Date
1841-09-25
Page
Spalte 597-598 (sequence 3)
Language
German
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59? 598 Chazrot Ha-Schir v. Deiwel Scheffer, möglich war. Im Exod. 24, 9 wird aber nichts von einem Heran drängen Nadab und Abihu's verlautet, und die Ursache ihres Todes bei der Einweihung der Stiftshütte wird ja Lev. 10, 1 deutlich genug in den Worten nm m n1? im m? m nirp od1? ränp’i angegeben, was übrigens auch S. 32 erwähnt wird. Ferner heißt es 44: Was besonders die regelmäßige Feier der drei Freudenfeste oft verhindert haben mag, ist die Armuth des Volkes. Man erkennt dies an den äußerst bedeutenden Spendungen an Vieh, die Ehiskiah machen mußte, um ein einziges Pesachfest gehörig zu Stande zu bringen, welcher Aufwand wohl nicht häufig zu erschwingen war". Wenn es dem Herrn Vers, mit dieser Behauptung ernst ist, so wissen wir nicht, warum er die Berichte von dem prachtvollen Baue der Stifts- Hütte und deren solennen Einweihung m der Wüste für so authentisch halt, da doch bekanntlich hierzu eine ungeheuere Masse Gold, Silber, Purpur, Iiegenfelle rc. und eine Unzahl schlachtbares Opftrvieh gehörten, was wohl die Israeliten damals schwerlich besaßen, wie die Erzählungen von den Wachteln und dem Manna zur Genüge beweisen. — Wie in der Darstellung des Opferdienstes und der gesammten priesterlichen Heiligung und Heiligkeit (v. S. 32—42), so zeigt sich ganz besonders in der schönen und richtigen Eintheilung des Deutronomiums (S. 57 — 73) der Scharfblick unseres Autors. Züge und Einzelheiten, die in den Strom der biblischen Erzählungen nur zufällig hingeworfen scheinen, erheben sich hier zu großartigen Gruppen und bieten sichere Stützpunkte zu neuen Forschungen; nur müssen wir bedauern, daß der so anregende Jdeenreichthum, wenn auch bestimmt und klar, doch zu gedrängt dargestellt ist und an manchen Orten, wie S. 63 vermißten wir in dem Kapitel von der Staatsv ersassung gar sehr die Analyse. Daß die dritte Rede Mosis, Deut. 27/ 11— 28, 69 den Inhalt des Buches der Tora gebildet haben soll, auf welche Moses die Israeliten vor seinem Tode beeidigt, welche auf die 12 Steine emgegraben, welche Moses ausgeschrieben und .in der Bundeslade aufbewahrte, scheint llns eine annehmbare Hypothese zu sein, wodurch sich das Gesetz: der König soll stets das Buch Tora bei sich führen rechtfertigen ließe.9 Höchst ergreifend und gehaltreich zugleich ist die Schilderung von Mosis Tod, der mit Recht als der reichste, erschütterndste Verlust der Israeliten geschildert wird, bei welchem keine Brust ruhig und kein Auge trocken blieb. (Fortsetzung folgt.) 32) n‘V>T! v. Feiwel Scheffer aus Sczebrzszyn. Warschau 1840. 8. ihy'D fbv *)£oo Manche Schriftsteller glauben, wenn sie in der Vor- 9) Berg!. Zunz Gottesdienst!. Vorträge S. 11. beurth. v. W. Goldbaurrr aus Lublin. rede ihrer Werke genugsam von Recensenten gesprochen, wenn sie alle Arten der nur möglichen Kritik im Voraus ab fertigend gezeichnet haben, daß kein Recensent den Mund auszuthun mehr wagen werde. Daher schreiben sie in der Einleitung ihrer Werke gewöhnlich ganze Seiten mit kritischen Bemerkungen, und urtheilen über ihre literarischen Leistungen mit einem unaussprechlichen Stolze; sie witzeln über jede nur mögliche Gegenschrift, und meinen damit ihre Sachen vertheidiget zu haben. Aber gewiß der unparteiische Betrachter wird seine Wahrheiten mit solchen Waffen nicht beschwichtigen lassen; ec wird durch solche eitle Reden sich nicht abschrecken lassen, um stillschweigend das fehlerhafte Werk bei Seite zu legen. Gerade umgekehrt dürften die herausgeforderten Kritiker wirklich auf dem Kampfplatze erscheinen, und eine derartige Sprache mit vielem Hohn ecwiedern. — Bor kurzer Zeit hat ein junger Mann, Namens Feiwel Scheffer aus Sczebrzszyn ein hebräisches Gedicht “wn nran geliefert, und reihete in der Borrede ein ganzes Heer von Recensenten zusammen, wovon Zeder mit verschiedenen Waffen gegen den sich einbildenden Riesen der hebr. Poesie kämpfet. Er schlägt sich aber ganz ritterlich durch, und weiset alte mit einem schlechten Witze von sich. Nur der letzte ©oticit überhaupt gefallt uns, weil er in seinem Munde die als Motto bezeichneten Worte führt, und wir rufen nochmals mit ihm aus: Es soll aber der Anfang gegenwärtiger Anzeige nicht mit der Kritik des besprochenen Werkes beginnen, sondern, da sie zum Zwecke ein hebräisches Werk vor hat, zuerst der Gang dieser Sprache besprechen. Es ist der Gebrauch der modernen Schriftsteller in unserer besagten Sprache, ihren Berabfassungen ein Gedicht oder eine prosaische Elegie auf den Tod ihres alten Ruhmes vorangehen zu lassen^ und entweder sie selbst oder ihre Freunde, die gewöhnlich mit einem solchen Trauerliede zum Lobe des Verfassers abzielen, beweinen die zerbrochene Leyer dieser Sprache. Ebenso wollen wir auch zu der goldenen Zeit zucückkehren; wir wollen einen Blick auf die Vergangenheit werfen, und dann zur Gegenwart oder besser zum Beurcheilen vorliegendenWerkes übergehen. Wir werden aber nicht bis zur Zeit kommen, wo diese Sprache noch lebte, wo sie von einem, glücklichen Volke gesprochen wurde. Diese Zeit ist lange schon vorüber, und wir haben mit dem Verluste derselben etwas mehr als unsere Sprache zu bedauern; wir haben damals unsere ganze politische Existenz verloren, und wir beweinten, als wir unsere Leyer an den Teichen Babylons gerührt haben, zugleich unsere persönliche Unglückseligkeit. Damals haben wir ein schönes Lied gesungen, wie es unserm Untergänge ziemte, und wie können wir jetzt das göttliche Lied wiederholen auf unhekmischem Boden! — Aber vergessen werden wir deiner nie theueres Jerusalem! — Wir wollen nur eine ganz andere 39 *

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