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Der Orient · 1841-09-25 · 39 (25.9.1841) · p. Spalte 593-594

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
39 (25.9.1841)
Article
Dorsche Haddorot. Entwickelungsgeschichte des mosaischen Ritualgesetzes [Rezension]
Date
1841-09-25
Page
Spalte 593-594 (sequence 1)
Language
German
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MeratmMM des Wrrents. Berichte, Dtudien unö Kritiken für Jüdische Geschichte und Literatur JVi 3«K Leipzig, den 25. September 1841» „I ", ,-ISBim—.. ' ~~.ni-. -" , L it. U eb erficht en. Dorsche Ha-Dorot, od. Entwickeluirgsgeschichte des mosaischen Ritualgesetzes v. Dr. M. Cr eiz enach, beurth. v. H. Jolowicz. Chazrot ha-Schir von Feiwel Sch eff er, beurth. v. V. Goldbaum aus Lublin. Die Stellung des Kaufmanns im Mittelalter v. Klöden. — Literarische Analekten. Chasdai ben Ishat Sprot, v. Dr. Carmoly. Der ins hebräische übersetzte Koran v. H. I. Michael in Hamburg. — Litt Anzeigen. Literarische Uebersichten. ^"VtDorsche Haddo rot. Entwickelungsgeschichte "des mosaischen Ritualgesetzes von den ältesten Zeiten bis nach der Erscheinung (?) des Talmuds. VonDr. M. Creizen ach. Franks, a. M. in der Andräischen Buchhandlung 1840. X. u. 358. Auch unterm Titel jnbt&V Schulchan Aruch, oder emyclopädische Darstellung''des mosaischen Gesetzes rc. Vierter Theil. Von Heimann Jolowicz in Berlin. (Fortsetzung von Nr. 34.) Es bleibt uns noch übrig den Standpunkt des Verfassers anzugeben, welcher im Vorworte gar zu klar ausgesprochen ist, als daß wir nicht die Worte hier anführen sollten. Nachdem nämlich der Verfasser seinen Lesern kurz dargethan, daß sie in dieser Schrift keine antiquarische Forschungen über den ersten Ursprung der jüdischen Satzungen und Ritualien suchen sollen, fahrt er fort: „Sie -—diese Schrift von rein praktischer Tendenz — soll zeigen, wie sich die Entwickelungsgeschichte des mosaischen Ritualgesetzes einem unbefangenen Leser darstellt, welcher den göttlichen Ursprung der mosaischen Bücher, als ein außer aller Discussi'on gesetztes Postulat, seiner Prüfung zu Gründe legt und in dem Talmud selbst sucht, ob dessen Inhalt irgend eine Art von Verbindlichkeit für die Juden haben kann." Sie soll zeigen rc. Also steht unser Autor aus dem Standpunkt der Authentie, und das ist wohl fest zu halten; ferner stimmt er der Ansicht Mendelssohns^ bei, daß die Grundwahrheiten des 'Zudenthums nicht auf übernatürliche Weise geoffenbarl, sondern als ewige anerkannte Wahrheiten bei Moses und den Propheten vorausgesetzt 4) S> 256 der Wiener Gesammtausgabe der Ms. Werke. wurden, und sucht dies S. 1 dadurch naher zu moliviren, daß ec bemerkt: „Nur durch eine freie und wohlgeordnete Geistesthatigkeit vermag es der Mensch, sich aus der Nebelhülle seiner dunkeln Ideen von Gott, Welt und Seele herauszuarbeiten und allmälig Wahrheit zu schauen; geofsenbart wird die herrliche weder den gemeinen Menschen noch den Propheten." „Der Unterschied zwischen dem Weltweisen und dem Propheten besteht nur in der Leichtigkeit der Erkenntnis. — Wie nun aber diese Behauptung mit den S. 2 ausgesprochenen Worten: „der göttliche Ursprung des Pentateuchs ist das oberste Postulat der jüd. Religion, und für die, welche ihn leugnen, ist in der Urgeschichte der Israeliten fast keine einzige Thatsache gewiß in Einverstand zu bringen", ist uns durchaus unbegreiflich. Nach diesen kurzen Vorausschickungen geht der Verfasser zu der Darstellung der Entwickelungsgeschichte des Judenthums nach den biblischen Berichten über. Er sucht alles Mögliche aufzubieten, um nur nicht die biblische Kritik zu gebrauchen, klammert sich fest an die natürliche Auslegung und kommt dadurch zuweilen in die größte Verlegenheit. So z. B. müsse „das prachtvolle Naturssrel,, welches Adam und Eva umgab, so wie die noch unverfälschten Regungen ihres sittlichen Gefühls, ihnen den Allerhöchsten verkünden, und sie mit einigen Grundzügen der menschlichen Bestimmung bekannt machen" (S. 2 und 3)> „das Bewußtsein der Abhängigkeit des Menschen von Gott bringt Kain und Abel auf den Gedanken, auf Maren zu opfern, ohne hierzu eine höhere Weisung erhalten zu haben" (S. 3 u. 4). Hingegen „baut Noah aus Geheiß Gottes eine Arche zur Rettung seiner Familie und zur Erhaltung aller Thiergattungen, wobei hier besonders zu bemerken ist, daß er eine U nterscheidung zwischen den reinen und unrei- 39

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