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Der Orient · 1841-09-04 · 36 (4.9.1841) · p. Spalte 555-556

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
36 (4.9.1841)
Article
Die Landau'sche Pracht-Ausgabe des babylonischen Talmuds [Rezension]
Date
1841-09-04
Page
Spalte 555-556 (sequence 2)
Language
German
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556 555 Die Landau'fche Pracht-Ausgabe jeder Gelegenheit zurückkommen muß, und für diese große Masse ist diese Ausgabe eine wahre Wohlthat, für die wir Hrn. Landau herzlich danken müssen. Wir wünschen aufrichtig, daß diese Prachtausgabe auch außerhalb Oesterreichs recht viele Freunde, d. h. Käufer finden möge; die Rabbiner, welche den Talmud verstehen und studiren, mögen diese Octav-Ausgabe wegen des bequemen Gebrauchs, wegen der Reichhaltigkeit und Umfang der Ausstattung im Verhältniß zu frühern Ausgaben (wie wir weiter unten zeigen werden), diejenigen Rabbinen aber, welche talmudscheu schon den Foliantengeruch nicht leiden mögen, sollten sich diese Ausgabe wie etwa das Brockhausische Eonversationslexicon doch anschaffen, da man doch auch zu allem Neformiren den Talmud! brauchen kann. Ueber den Talmud selbst, wie er lavinenartig aus geringen Keimen sich entwickelt, wie er sich nach Jahrhunderten zu einem Ganzen abgerundet, kurz über tausend Fragen, die den Talmud betreffen, hier bei dieser Gelegenheit zu sprechen, wird gewiß Niemand erwarten, aber als ein gelreuer^Berichterstatter, der vorzüglich aus dem Gebiete der Literär-Geschichte gern vollständig sein möchte, wollen wir genau über die treffliche Landau'sche Ausgabe berichten und zwar jeden der erschienenen Bande für sich nehmend nach willkührlicher Reihenfolge, wie sie zum Zwecke des Debits erschienen. Jede frühere Ansgabe enthalt schon den Talmudtext, die Scholien Raschi's (Salomo Jizchaki's), die discussiven Erläuterungen, die man S o f a f o t (niDD'IH vom sg. H&cVn Additament) nennt, die Schlußentscheidungen der Tosafot (lTÜDOIN '»pOD), die Decisionen mit Nummern oder Paragraphen versehen, daher auch niDDin genannt, Erklärung des Rabbanu Ascher den Jechiel ’jKffi'N |3 l&X ->2'3^ l^1S), bekannt unter der Abkürzung richtiger aber ^ppD 121 1^?^, Decisionen des R. Ascher, da sie nicht Erklärungen, sondern Decisionen mit Weglaffung des Pilpul sind-'Auszug der Decisionen Ascher's CppD ^!Lp von Rabbenu Jakob, genannt nn)üD bp, Sohne des Asch er, woraus man schon sieht, daß das Nicht-"Mp nicht tm? sondern fc'XTl '»pD? heißen muß) und der Mischna - Commentar des Maimuni nWöH ttf'ns). Das ist der gewöhnliche Ausgabengleis; das findet man in allen, die gang und gäbe sind, höchstens fehlt zuweilen ttWIPl ^pDD llSp, und natürlich sind sie auch die Grundbestandtheile zu dieser Ausgabe. Andere Beigaben, die sich auch schon in andern Ausgaben befinden, wenn auch nicht in den altem, sind: der Nachweis der Bibelstellen im Talmud selbst, genannt »TJiflj Nachweis, wo Talmudstellen sich in andern talmudischen Traktaten finden, genannt rPlDD (talmudische Masora); Nachweis der betreffenden Entscheidung bei Maimuni in Jad ha-Chasaka und in bn.rrnn -isd (jdd), genannt öDBto pp Die Bereicherungen dieser Ausgabe bestehen aber in foldes Talmuds in Octav - Format. genden Beifügungen, die sehr werthvoll sind: 1) kritische Bemerkungen (nran) von Jesaja Pik, auch genannt Jesaja Berlin. Diese Anmerkungen sind zuweilen schon in frühern Ausgaben ausgenommen. 2) kritische Bemerkungen von Jecheskel Landau, dem Ahn des Herausgebers, unter dem Namen ^vptrn n*oD ninJia 3) Bemerkungen (niM), Verbesserungen (Q^)pn) und Stellennachweisungen Nbr"iQ)von Akiba Eger, gewesenem Rabbiner in Posen. 4) Bemerkungen und Nachweisungen (Mpm DOPä) von Bazalel Ranschburg. ü) D'Dia.rw ~)DD, oder Nachweis derjenigen Talmudstellen in ■’pDD, die bei Ascher an Orten zur Grundlage dienten, wo man es am allerwenigsten erwartete z. B. ganz in andern Traktaten oder wenigstens in andern Kapiteln, ebenfalls von Bezalel Nanschburg. 6) ]\&b KOpy von dem Herausgeber M. I. Landau selbst, wo sämmtliche bei Raschi, Tosafot, Maimuni rc. citirten europäischen Wörter unter verbessert, übersetzt und erläutert werden. Außerdem sind noch die sonst als besondere Werke erschienenen mit einverleibt, nämlich 7) Ktsnilö Z 8) genannt DbV^‘ nD?n.' Alle diese Bereicherungen, so wie das, was man schon in den alten Ausgaben findet, stehen schon der Gleichmäßigkeit wegen genau auf dem Titelblatte zu jedem Traktate bemerkt, obgleich mancher Traktat dieser oder jener niTO rc. entbehrt und dafür hingegen manches andere hat, was auf dem Ticelblatte nicht angemerkt ist. So z. B. stehen zu Joma auf dem Titelblatte nicht angegeben die sehr beträchtlichen (nicht ü'OIp, wie der Schlendrian liest) mit dm trefflichen, verbessernden Hagahot, aus pNp entnommen, hingegen fehlen ^nnp ^r"n; zu Sebachim fehlen ttiann >pDö und i^in ^pDD "Mp, KtnilD und je.; in Rosch Ha-Schana, Schebuot u. A. fehlt wie gesagt, der Gleichmäßigkeit wegen ist der Titel bei jedem Traktat ohne Veränderung beibehalten worden. Was die Anordnung des umfangreichen Stoffes betrifft, so muß man eingestehen, daß sie sehr zweckmäßig ausgefallen und daß das Octav-Format der guten Anordnung nicht im Wege gestanden. (F. f.) Der Charakter Gsan's, von H. Hochheimer in München. (Mir Bezug auf Or. 1840, LB. N. 47, c. 722.) Ich glaube, keine ganz fruchtlose Arbeit zu unternehmen, wenn ich es wage, den Lesern des Orients einige Gedanken vorzulegen, die sich mir bei Lesung der Bibel über den Charakter Esau's aufgedrungen haben. Das Ansehen, dessen sich dieser Bruder unsers Stammvaters, besonders bei den ungebildeten Elaffen unserer Brüder zu erfreuen hat, ist wahrlich kein

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