Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 2 (1841)
- Issue
- Heft 36 (4.9.1841)
- Article
- Palästina: Uebersicht der Küstenstädte Palästina's
- Date
- 1841-09-04
- Page
- Seite 241 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2360092-2360147-2360184-2366266--1996-2366290- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Zweiter Jakgang ❖ Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Thlr. Man abonnirtbei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. ffit jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Br. Znlius F nrst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literatur-laLL mitgerechnet, zw ei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. Leipzig, den 4. September 1841. fo 38. Tarablos, Ladakia, Orient. Pa la ftin a (Uebersicht der Küstenstadte Palästina' Uebersicht. — Deutschland (Dresden. Ueber die Predigt des Dr. Salomon daselbst, fammlung. Dessau. Zustand der Gemeinde. Hildes he im ~ / Polygrottenbibel. — LB. d. O. Berlin. Antakra, Skanderun. Schluß der ersten Hannover. Aktenstück der Standever- Iirden als Schiedsmanner. Personalchr. tt. Miscellen. Orient. A Palästina. (Schluß.) Die schönen Garten, welche diese ganze Gegend schmücken, die reichen Reste des Alterthums, die man hier noch findet, zeigen zur Genüge, was bei einer industriellen Einwanderung aus dieser ehemals so berühmten Stadt werden kann. Das seitwärts sich erhebende Gebirge wird von Menom'ten bewohnt, und die Berge zwischen Dschobail und Larablos sind die höchsten im Lebanon. Von Dschobail führt der Weg, immer am Fuße des Gebirges bleibend, nach Lara dl o s (Larpla), das an einer offenen Bucht am Fuße des Lebanon erbaut ist. Obgleich die überragenden Höhen des Lebanon sie trotz der sie umschließenden Mauer zu einer offenen Stadt machen, obgleich die felsiige Rhede den Schiffen gegen- Nordwestwinde keine Sicherheit gewährt und der alte Hafen unbrauchbar geworden ist, so ist sie doch noch eine bedeutende Handelsstadt mit 16,000 Einwohnern; der Bazar daselbst ist fast der beste unter allen der Küstenstädte Palastina's, der Handel mit Europa ist hier schon vorhanden und es gilt nur denselben zu erweitern und durch neue Ansiedelungen zu verstärken. Der Weg an der Küste weiter nach Norden zu führt von da nach Ladakia (Lodkia). Ladrkia ist eine Küstenstadt, die sich schon jetzt durch ihren Handel, namentlich mit Tabak, durch ihre prachtvolle Gärten, durch ihre reichen Alterthümer und Denkmäler auszeichnet, und ihr säst ganz zerstörter und ausgefüllter Hafen, der jetzt nur noch für kleine Fahrzeuge zugänglich ist, verdient eine Wiederherstellung mehr als irgend ein anderer Palästinas; denn er würde dann der beste Palastina's werden. In der Nähe dieser Stadt in den zahlreichen Dörfeen auf den Gipfeln und Abhängen des Gebirges, wohnt der Volksstamm der Ansarier, der Ueberrest eines Araberstammes, dessen Scheikh der Alte vom Berge genannt wurde. — Hier springt -er Lebanon als ein Vorgebirge gegen Kibris (Cypern) vor. Die c. 12,000 Einwohner beschäftigen sich wie gesagt vorzüglich mit Handel und die Chans,,' die Magazine und Comtoirs in der Nähe des Hafens gewahren schon ein sehr lebendiges Bild der hier herrschenden Handelstätigkeit; aber eine Hauptquelle des Erwerbes ist noch einer arbeitsamen Niederlassung aufbehalten. An einer Seite des Hafens bemerkt man einige alte Salinen, wo man noch den Kanal, der das Seewasser zugeführt, den Ort, wo man die Schleuse angelegt, unterscheiden kann, und diese Salinen würden sich leicht wieder Herstellen lassen. Weiter hinauf, eine deutsche Meile nördlich von der Mündung des N e h a r Merod (Orontos), auf dem südwestlichen Abhange eines Felsen, liegt der Flecken Kapsa mit einer geringem Bevölkerung und einem schlechten Hafen; ehemals stand auf diesem Flecke die für unbezwinglich geltende volkreiche Stadt Seleukia (Selukia). In der wotzlbeftstigten Vorstadt, jetzt Hafen, werden Märkte gehalten, und bei einer guten Bevölkerung könnte schnell der Handel aufblühen, da die Ueberschiffung von hier nach Kibris (Cypern) nur eine Spielerei ist. Zwölf deutsche Meilen von Ladakia nordwärts an der Küste hin treffen wir Antak ia (Antuchia), eine kleine Stadt am 150 Fuß breiten Orontes (Nahar Merod, arab. el-Asi mit engen Gassen und zahlreichen Resten alter Herrlichkeit. Den Haupthandel der 10,000 Einwohner bilden hier Saffian - Gerbereien an dem Ufer des Orontes angelegt, und der Fischfang in dem See, welchen der Orontes durchströmt. Wenn man an die - alte Pracht dieser: Stadt, an ihre Bevölkerung denkt, weiß man was unter einer guten Regierung und fleißigen Bevölkerung sie wieder werden kann. Acht Meilen von Antakia nordwärts kommen wir zu der Küstenstadt Skanderun (Alexaudrette), welche in Norden dasselbe ist, was Gaza im Süden. Skanderun liegt an einem Meerbusen und hat einen Hafen; er ist zwar durch die osmanische Barbarei furchtbar heruntergekommen, aber als Hanpteingang Syriens von Nordwesten würde es bei einer Einwanderung von fleißigen Kolonisten schnell sich heben. — Welche eine liebliche Ncihe von Küstenstädten schmücken nicht jetzt noch die Uferlinie des mittelländischen Meeres von Gaza bis Skanderun, und welcher Wohlstand, welcher Handel konnte nicht diese Westgrenze vom Meere geschaffene Grenze Palastina's zieren! Nur 80£ deutsche Merlen beträg- 36