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Der Orient · 1841-08-28 · 35 (28.8.1841) · p. Spalte 539-540

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
35 (28.8.1841)
Article
Stunden der Weihe ... [Rezension]
Date
1841-08-28
Page
Spalte 539-540 (sequence 4)
Language
German
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539 Stunden der Weihe für isr. Konfirmanden. Rabb. Chrestomathie v. Dr. Beelen. 540 ries nem Gesetze herver, wie Opferdienst, die Gründung einer Priesterkaste, Remigungsgesetze und viele Speisegesetze". — Zm Glaubensbekenntnisse fragt sichs aber nicht, was die Gesetze hervorgerufen habe, sondern ob man sie annehme y und aus dem Stillschweigen darüber könnte man vermuthen, daß Consirmand viele Speisegesetze, da nur das goldene Kalb sie hervorgerufen, desgleichen heur zu Tage aber nicht mehr gemacht wird, für annullirt halte. Es wird fortgefahren: „Die Israeliten erhielten theokratische Staatsverfassung, Ln welcher bürgerliche Gesetze gleiche Weihe wie religiöse hatten, der göttliche Wille wurde dem Wolke durch Urim we-Tumim und dann durch Propheten bekannt gemacht. Ist das ein Glaubensbekenntniß oder eine Erzählung? Ferner: „Einem beglaubigten Propheten hatte man zu gehorchen." Hat man ihm noch jetzt zu gehorchen? Der Consirmand erklärt, daß er außer der H. Sch. keine Autorität anerkenne, und keiner traditionellen Auslegung bedürfe, sondern wer seiner Ueberzeugung nach (sehr relativ) die im Pentateuch enthaltenen ihn betreffenden Vorschriften befolge, sei ein frommer Israelit. (Dies ist in so weit sadducaisch, als die Autorität der Auslegung der 5). Sch., und wiederum, pharisäisch als der Buchstabe der H. Sch. nicht festgehalten wird: also sehr bequem; wird aber zur Zeit weder anerkannt noch gelehrt, und ist also pflichtwidrig dem Conficmanden in den Mund gelegt. Drollig zieht sich der Consirmand mit dem Messias-Glauben aus derAffaire; es heißt: Diese zu erwartende glückliche Zeit (der allgemeinen reinen Gottesverehrung) nennen wir die Zeit der Erlösung, auch die Tage des Messias, des Gesalbten, zum Andenken an den.gesalbten König David. Die Propheten sprechen aber von keinem Andenken, sondern non w und noch manches Andere, was hier verschwiegen wird. Es liegt hier nicht in unserer Ansicht, uns über die Ansichten des Verfassers auszusprechen, oder die unserigen über die positiven Lehren unserer Religion zu geben; auch gehören wir nicht zu denen, die starren Stillstand wünschen, um nicht aus ihren behaglichen Gewohnheiten gewissen zu werden. Wir erkennen'das aus freier Forschung religiöser Denker entspringende Heil für die Religion, und würdigen fedes an seinem Orte rückhaltslos ausgesprochene' Resultat redlichen Forschens. Aber so wie es lächerlich wäre, wenn Pädagogen ihren Zöglingen eine Meinungsverschiedenheit über ihre Erziehung vorttügeN) so ist es demoralisirend, wenn im Consirmandenduch über Religionszweifel und Streitigkeiten philosvphirt und disputirt wird. Daher können wir nicht umhin zu warnen, daß man dieses Buch ja keinem Kinde in die Hand gebe, obwohl der vernünftige Lehrer es mit Nutzen lesen und das Beste für seinen Unterricht daraus zu entnehmen wissen wird. Dresden, Juli 1841. Dc. W Landau. 30) ysn ’OÜSN. Chrestomathia rabbinica et chaldaica cum notis grammaticis, hist, theolog. Glossario et abbrcviaturarum, quae in. hebr. script. passini occummt, auctore Joanne Thcodoro Beelen. Can. hon. eccles. s. th. doct. in univ. cath. Lovan. 8. Sec. & Cingg. or. Prof- — Vol. I. Selecta rabb. et chahl. coimplectus. Pars prior, sei. rabb. V. 322. — Vol. II. Notas miscellaneas complectens. Pars prior, notae in sei. rabb. 326. — Lovanii, Vaulinthout et Vanderz aride 1841. 8 maj. Vorliegendes Werk, dessen vollständigen Titel wir deshalb mittheilen, weil daraus am besten zu ersehen, welches Ziel dessen Verfasser sich gesteckt und was er einstweilen dem Publikum geleistet hat, ist in jeder Hinsicht eine erwähnenswücdige Erscheinung und verdient sowohl objektiv als subjektiv die Aufmerksamkeit der gelehrten Welt auf sich zu ziehen. Da man aber nur erst alsdann eine eigentliche Recension eines solchen Werkes unternehmen kann, wenn es in allen seinen Theilen zucBeurtheilung vorliegt, und dazu aus der französischen Enveloppe zu ersehen, daß noch zwei Bände,, jeder in zwei Abtheitungen, wie vorliegende zu erwarten sind, so wollen wir uns einstweilen damit begnügen, unsere Leser mit Geschichte und Inhalt dieses ersten Bandes etwas naher bekannt zu machen. Der Verfasser, ein junger Geistlicher aus Amsterdam gebürtig und an der katholischen Universität zu Löwen als Professor der orientalischen Sprachen angestellt, hatte sich immer mit speciellem Eifer auf die hebräische und hauptsächlich auf die rabbmische Literatur gelegt und hat es darin , wie Res. bezeugen kann, außerordentlich weit gebracht und sich eine ungemeine Bücherkenntniß in diesem Fache erworben. Ein ausführliches und möglichst vollständiges Handbuch behufs seiner akademischen Vorlesungen ist ihm zum Bedürfniß geworden, und er glaubte um so mehr ein solches selbst anfertigen zu müssen, da die Statuten der katholischen Hochschule in Belgien nicht unbedingt alle Hand- und Lehrbücher besonders Chrestomathien gestatten. Zu . der Schwierigkeit der Anfertigung und Auswghl gesellte sich bei ihm die des fast gänzlichen Mangels an hebräischen Typen und Arbeitern in diesem Lande, wo außer in einigen wenigen lebendigen Sprachen fast nie etwas gedruckt wird als in gothischer und griechischer, wo orientalische Typen zu den größter Seltenheiten gehören z er mußte also zum nämlichen Mittel seine Zuflucht nehmen, als vor einigen Jahren sein gelehrter Vorgänger weil. Prof. Becker bei der Herausgabe seine Rudimenta hebraica, nämlich, fast ganz allein der Setzer seines mit eigends dazu vom Auslände erhaltenen Typen gedruckten Werkes zu sein, und dürfte es sich nicht verdrießen lassen, 15 bis 20 Proben von jedem Druckbogen zu corrigiren. Dies zur Erklärung und zugleich zur Entschuldigung der ziemlich zahlreichen Druckfehler, die mir dem besten Fleiß nicht zu meiden waren.

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