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Der Orient · 1841-08-28 · Heft 35 (28.8.1841) · p. Seite 235

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Journal
Der Orient
Volume
2 (1841)
Issue
Heft 35 (28.8.1841)
Article
Palästina: Uebersicht der Küstenstädte Palästina's ...
Date
1841-08-28
Page
Seite 235 (sequence 3)
Language
German
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235 viereckiger Thurm, der Zidon deckt, und ein Hafendamm verbindet die erwähnte Insel mit dem Felsen. Jetzt ist der Hafen auf der Südseite des Felsen, geschützt durch einen großen Thurm,' aber größtentheils versandet. Der Handel ist hier im Ganzen unbedeutend, aber bei einer einwandernden jüdischen Bevölkerung, die mit dem Geiste der Industrie in Europa bekannt ist, würde der See- und Landhandel schnell aufblühen,. und Glasfabriken und Leinwandhandel können noch jetzt, wie zur Zeit des Plinius, Tausende ernähren, da alle Elemente zu einem solchen Emporblühen vorhanden sind. Die jüdische Gemeinde zählt jetzt da e. 300 Seelen; ihre Synagoge ist schön aber klein, zu klein selbst für die kleine Gemeinde. Der jetzige Chacham (Rabbine) ist aus der Berberei, und erst in der Neuzeit angestellt worden. Die Gemeinde hat hier auch schon einige Jugendlehrer, welche auch im Arabischen unterrichten. Viele jüdische Familien sind aus dem Drusendorse Deir al-Kamar. hingezogen; sie ernähren sich alle anständig und sind nicht blos Kausieute, sondern auch Handwerker. Dem Lebanvn folgend, der hier steil abfallt, gelangt man nach sechs Meilen Weges nach der Küstenstadt Beirut (Berota). Diese jetzt noch berühmte See- und Handelsstadt, durch den ersten vor einem Jahre statthabenden Sieg der verbündeten Mächte gegen Mehmed-Ali bekannt, liegt auf einer Halbinsel, welche die See von drei Seiten umspült und hat km Norden einen Meerbusen am Ausflusse des Nehar-Beirut (Nehar Berota). Wein- und Maulbeerpflanzungen bedecken die Stadt von der Landseite so, daß man sie bis zur unmittelbaren Nähe kaum sehen kann. Diese wichtige Stadt, welche schon einst David besetzt gehalten (2 Sam. 8, 81), und die jetzt noch den. ausgebreitesten Handel der syrischen Küste hat, ist durch ihre Verbindung mit Frankreich und Italien zur Übersiedelung armer Israeliten am geeignetsten; Tausende würden sich hier selbst bei einer geringen Tätigkeit anständig ernähren können. Die ganze Landschaft strotzt von Maulbeeren und Wein, meilenweite Wege, von herrlichen großen Bäumen beschattet, sind von Weinreben umrankt; der Reichthum an Quellen, Brunnen und Bächen ist sehr gtoß und das Wasser ist vortrefflich. Die Stadt hat jetzt nur 12,000 Einwohner, deren Haupthandel in Ausfuhr von Baumwolle und Seide nach Frankreich und Italien besteht, aber fast eine noch einmal so große Bevölkerung kann sich hier von Gewerbe und Handel ernähren, zumal viele Erwerbszweige, welche das Land selbst bietet, noch gar nicht benutzt sind. Drei deutsche Meilen nordwärts an der Küste, immer am Fuße des Lebanon bleibend, gelangt man nach Dschobail (Gebal, Byblos), einst die älteste Stadt Phöniziens. Dschobail liegt hart am mittelländischen Meere auf einem Hügel und ist mit Mauern und Thücmen umgeben; es hat einen Hafen, der von dem Schlosse, das auf dem höchsten Punkte der Stadt liegt, beherrscht wird, und die c. 3000 Einwohner beschäftigen sich auch mit dem 'Handel. (Beschl. folgt.) Smyrna, 29. Jul. In der vorigen Nachtbrach hier eine schreckliche Feuers brunst aus und zerstörte binnen 18 Stunden 9—10,000 Häuser des türkischen Viertels, das ganze jüdische Viertel, mehre Moscheen, Synagogen und Bazars. Admiral Dandiera ließ seine Matrosen zur Hilfeleistung ans Land setzen und manches Leben wurde durch sie gerettet. Etwa 30—40 Personen, meistens greise Juden, sind in den Flammen umgekommen. Wir erwarten noch eine Bestätigung dieser Angabe. Großbritannien. I London, 26. Juli. In Nr. 26 Ihres auch hier mit großem Jntreffe gelesenen Blattes befindet sich ein Artikel in Betreff Palästinas, der mich veranlaßt mitzutheilem was man hier zu Lande über den darin ausgesprochenen Ideen denkt. — Die Hestoration o f t h e J e w s ist schon seit einer Reihe von Jahren die Lieblingsidee einer zahlreichen und mächtigen Volksklaffe Großbritanniens. Mag nun dieser Gedanke sein Entstehen den Vortheilen verdanken, die man sich von den Sympathien verspricht, welche eine an Englands Jntressen geknüpfte Bevölkerung für die sie stützende Nation hegen müßte; mag er in dem frommen Sinn der Engländer begründet sein, der auf die heilige Schrift fußend, so gerne die Erfüllung der auf Israels Zukunft sich beziehenden Weissagungen vorbereiten möchte; der auch, mag er in dem unter allen christlichen Völkern den Britten vielleicht am Lautersten innewohnende Streben wurzeln, für die Gesammtheit der Juden ein bleibend Gutes zu bewirken; oder endlich finde er in allen diesen Ursachen zusammen seine Quelle — so viel ist gewiß: er wird jetzt lebhafter gehegt und ausgesprochen als früher. Betrachtet man die Ausdauer dieser Inselbewohner in Verfolgung ihrer Plane', erwägt man die systematischen und erfolgreichen Bestrebungen jener Volksklasse, diesen Gedanken zum Nationalwunsche zu machen, endlich würdigt mau den Einfluß, den hier die öffentliche Meinung auf die Regierung und diese auf die Pforte übt: so ergiebt sich daraus, wie wichtig die Ansicht dieser Nation über den Gegenstand ist. Die Engländer, weit entfernt von dem Idealismus der Deutschen, sind im höchsten Grade praktisch. Handelt es sich um irgendeine Idee, fragen sie nicht nur: ist sie gut, sondern auch: unter welcher Form ist sie ausführbar? Von diesem Standpunkte aus betrachtet, denken sie — wenigstens für jetzt nicht — an irgend eine Art von Selbstständigkeit für die Juden. Sie wissen recht gut, daß bloße Rechte zu.ihrer Geltendmachung nicht hinreichen, daß in Streitsachen zwischen Völkern,'Soldaten die beredtesten Vertreter sind, der Donner der Kanonen die eindringlichste Sprache führt. Unter Usstorution ot' tbe Jews also verstehen sie „ein Werk übereinstimmend mit ihren Jntressen, angemessen den gegenwärtigen Weltverhaltniffen, begonnen zu Gunsten der jüdischen Nation, aus welchem unter günstigen Umständen viel Heil für die Gesammtheit der Juden er sprießen könnte. Als ein solches Werk betrachten sie Verbreitung der Civilisation unter den Juden jener Gegenden und Verhinderung jedes rrullkührlichen Eingriffes von außen, welcher sie im Genüsse der ihnen vom Gesetze zugesicherten Rechte stören wollte". Gelingt das, schließen sie, so.muß die jüdische Bevölkerung dort eine sehr beachtungswerth werden. Bei der Zugänglichkeit, die nun Syrien gcwonnnen, bei den vielen Nah- 35 *

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