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Der Orient · 1841-08-28 · Heft 35 (28.8.1841) · p. Seite 233

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Journal
Der Orient
Volume
2 (1841)
Issue
Heft 35 (28.8.1841)
Article
Palästina: Uebersicht der Küstenstädte Palästina's ...
Date
1841-08-28
Page
Seite 233 (sequence 1)
Language
German
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Zweiter Jahrgang ♦ Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirt Lei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Iabr. für jüdische Geschichte und Literatur. Herausgegeben von Vr? Julius Fürst. Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßig. 35. Leipzig, den 28. August 1841. Orient. Palästina (Uebersi'cht der Kiistenstadte Palastina's. Gaza. Ramla. Jaffa. Akka. Miöka. Kakun. Khaifa. Sck)ichor- Libnat rc. Smyrna, große Feuersbrunst). — Großbritannien (London. Ansichten in Englrird über eine Kojonisi'rung Palästina's durch Jsraelirev), — Deutschland (Berlin. MinisterialreskriPt üb. d. jüd. Vornamen in Posen. Breslau. Ausschließung der jüd. Kaufmannschaft von jeoer Vertretung. Breslau. Mainz in den Kreis jüd. Reformbewegungen gezogen. Dr. Frensdorf. Wöllstein- Reform des Dr. Hirschfeld. Mädchenschule der Demois. Hirschfeld.) — Böhmen (Prag. Modisication der alten Judenverordnung. Schritte z. Emancipation). — Personalchronik u. Miscellen. Nachricht aus Posen. — LB.d.O. Orient. A Palästina. (Fortsetzung.) I. Küstenstädte. Das eigentliche, beschrankte Palästina erstreckt sich von der Küste von Gaza an der Südgrenze bis zum Karmel-Berge; der Boden ist eben, gleichförmig und fruchtbar wie das Nil-Delta; aber Palästina im weitesten Sinne, welches das sogenannte Phönizien in sich schließt, reicht weit hinauf bis überLadakia hinaus, wo das o.lte Phönizien endet. Gaza (Azza) ist jetzt der Schlüffel Syriens auf der Südseite, wie Aiutnb gegen Norden, und ebenso wie Aintab ist es schlecht befestigt. Eine Vmtelmeile vom Meere, drei deutsche Meilen von Askalon, zwölf von Jerusalem entfernt, liegt sie auf einem Hügel, auf dem sich eine runde mit Thürmen besetzte Zitadelle erhebt, und hat nach Richardson und Fisk 5600 Einwohner. Gaza würde einer Niederlassung von jüdischen Handelsleuten einen guten ernährenden Platz darbieten, da es ein Ruhepunkt der Karawanen ist, welche von Egypten aus nach Syrien gehen; aber auch für eine ackerbauende jüdische Niederlassung ist es sehr passend, da es in einer palmenreichen, fruchtbaren Gegend liegt; es fehlt allgemein an Einwohnern, jetzt wohnen nur wenige jüdische Familien daselbst» Von dieser Stadt bis Jaffa (Jafo) wird die Ebene von sandigen Hügeln begrenzt, worauf Dörfer liegen, die von Gemüse- und Baumgärten umschlossen sind. Auf einec Hochebene zur Rechten, auf dem Wege zwischen Gaza und Jaffa liegt Ramla (nbm bei Binjamin, 4 Stunden von Jaffa entfernt), m 3000 Einwohner lebem Auch dieser Platz eignet sich vortrefflich zur Niederlassung. Auf einem schönen Hügel der Ebene Scharon gelegen, gleicht die Umgegend einem Garten, welchen kaum die Tyrannei der Osmanen zu veröden vermochte. Wie Gaza würde Ramla sich schnell im Handel aufschwingen, der ohnehin schon bedeutend mit Baumwolle da getrieben wird; die Karawanen, welche von Egypten nach Damaskus, Konstantinopel und Smyrna ziehen, nehmen immer ihren Weg durch Ramla. .Jaffa (Jafo) ist eine Stadt, die sich erst seit einem Jahrhundert aus den Trümmern erhoben hat, und in einem Halbkreise ander Küste liegt. Der Hafen, die zwei kleinen Zitadellen, die Thärme, die Mauer sind noch schlecht, aber unter guter Leitung kann die Stadt sehr bedeutend werden, da alle Elemente einer Hafenstadt vorhanden sind. Die Stadt Liegt, sagt Richardson, in der reichsten Gartenumgebung, hat eine schöne Aussicht auf die wellige Ebene Scharon, welche voller Dörfer, die in Olivenhainen liegen; fern steht man die blaue Gebirgswand Judäa's, vor sich das Meer. Zu Strabo's Zeit konnte Jaffa 4000 Krieger ins Feld schicken, jetzt beträgt die ganze Bevölkerung nicht mehr als 6000, die sich nur schwach mit dem Seifenhandel nach Egypten ernähren kann. Die jüdische Gemeinde daselbst beträgt ungefähr 100 Familien, die in großer Armuth leben. Vc»n Jaffa nach Akka (Akko), vierzehn deutsche Meilen weit auseinander, führen zwei Wege; der eine führt längs der Küste,- westlich vom Karmel, durchschneidet einen Sumpf in der Nähe des Dorfes Miska, und berührt die Trümmer mehrerer alter Städte unfern des Dorfes Kakun, wel- 35

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