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Der Orient · 1841-08-21 · 34 (21.8.1841) · p. Spalte 521-522

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
34 (21.8.1841)
Article
Dorsche Haddorot ... [Rezension]
Date
1841-08-21
Page
Spalte 521-522 (sequence 3)
Language
German
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521 Stunden der Weihe für isr. Consirmanden v. Dr. Creizmach, beurth. v. Dr. Landau. 522 schen Exil (2448 — 3408 d. W., 1610—536 v. Ehr.) S. 135—264. Dritter Zeitraum. Von der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft bis zur Erscheinung-^) der Mischna. S. 264—358. Vierter Zeitraum. Von der Herausgabe der Mischna bis zum Verfall der babylonischen Schulen. Ein Grund für diese Aeiteintheilung wird weiter nicht angegeben, nur im Verlaufe der Darstellung stellt sich von selbst das Motiv dafür heraus, wie wir zw zeigen Gelegenheit haben werden. (Fortsetzung folgt.) 29) Stunden der Weihe für israelitische Konfirmanden, in einer Reihe von Betrachtungen über die wesentlichsten Punkte der mosaischen Lehre, v. Dr. M. Creizenach, nebft einem Anhänge jüdischer Gedichte v. Theod. Ereizenach'. Franks, a. M. Lüll. 8. Vlll. u. S. 152. Von Dr. W. L a n d a u in Dresden. Non quis sed quid dixerit judicandiim est. Der Verfasser sagt in seinem Vorworte „Die Consirmation ist eine feierliche Erklärung des Consirmanden, daß er der Religion seiner Väter nicht blos, weil er in derselben geboren ist, sondern aus Liebe und mit Zustimmung der Vernunft treu bleiben und in ihr leben und sterben wolle." So richtig dies an sich ist, chatte doch noch hinzugefügt werben müssen, daß diese Erklärung ntchc als Bürgschaft, Betheuerung für die Zukunft cmzusehen sei, als welche sie übecsiüssig und in dem Munde eines 14jährigen Knaben oder Mädchens von sehr geringer Bedeutung wäre, sondern vielmehr als eine Feierlichkeit, die, das Gemüth des- Kindes wohlthätig anregend, dessen Eintritt in die Zahl der Erwachsenen würdig und nachhaltig bezeichne, daß stets ein heiligendes, erhebendes Andenken an diesen Tag der Weihe in der Seele des Consirmanden zurück bleibe. Vorliegendes Buch nun soll ihm zeigen, wie unsere Religion mit der Vernunft im Einklang stehe und, derselben zur Stütze dienend, uns vor Schwärmerei und Zweifelsucht bewahre. Es soll den Consirmanden hinlänglich vorbereiten, daß er mir Bewußtsein und gutem Gewissen seine Uebeczeugungen aussprechen könne. Dle Darstellungsweise der Religion soll wahre Frömmigkeit mit wahrer Aufklärung und Toleranz vereinbaren. Die Betrachtungen sind alle dem Kinde in den Mund gelegt und ihnen schließen sich immer die aus denselben folgenden Vorsätze desselben an. Was nun den rein vernünftigen Theil der mosaischen Glaubens- und Pflichtenlehre betrifft, so hat der Vers, seine Ausgabe trefflich gelöst. Schön und kräftig wird von der bessernden und beglückenden Kraft der mos. Religion (Becr. 4 u. 5) 3) Warum der Verfasser statt Redaktion, Abfassung immer Erscheinung, und Herausgabe gebraucht, wissen wir nicht. gesprochen, nicht rhetorisch überredend, sondern nach lnnern Gründen und historischen Nachweisungen. Besonders wird die Uebereinstimmung der mos. Pflichten mit der menschlichen Natur hervorgehoben und unter Andern gezeigt, wie die Feindesliebe nur im Sinne des A. T., welches uns nicht Zuneigung sondern Dienste der Liebe und Gerechtigkeit gegen unsere Feinde cmbesiehlt, aufgefaßt werden müsse, wenn sie nicht absurd scheinen solle. Doch dürste der angegebene Grund, weil liebevolle Zuneigung zum Feinde dem schwachen Menschen nicht leicht möglich sei, nicht der wahre sein, und zu manchem Irrthume verleiten. Der schwache Mensch ist eben so wenig im Stande andern sittlichen Anforderungen stets vollkommen nachzukommen, die an uns gleichwohl gestellt werden. So heißt es: du sollst deinen Nebenmenschen nicht beneiden. Denn obschon kein Mensch sich vom Neide ganz rein hatten kann, so wird uns wenigstens das Ideal gegeben, dem wir uns möglichst nähern sollen. Aber für die Zuneigung zum Feinde ist gar kein Grund vorhanden. Gott selbst hat kein Wohlgefallen an seinen Feinden, den Sündern, aber er schont ihrer, ist langmüthig und nimmt die Reuigen wieder auf. Auch wir halten unsere Feinde für bös, und brauchen also kein Wohlgefallen an ihnen zu haben; aber wir sollen gegen sie als Menschen menschlich handeln. Eben so unrichtig ist es, wenn S. 41 das Gebot „Wenn du den Ochsen deines Feindes rc." unter die der Friedfertigkeit gezählt wird, während es ein Gesetz der Ehrlichkeit im weitern Sinne ist, das Gut des Nebenmmschm zu wahren v? -pty Mn T^n ]m Von der Einheit Gottes nach rein mosaischem Begriffe wird, ohne zu polemisi'ren, doch gerade das hervorgehoben , was ihn jetzt noch von andern vortheilhaft unterscheidet. Nicht befriedigend ist über die göttliche Vorsehung gesprochen; diese Betrachtung ist weniger erbauend als reflektirend; es werden dem Unmündigen Einwücse gegen dieselbe vorgelegt, die besser verschwiegen werden sollten. So heißt es z. 83. S. 20 „wir nehmen zwar in der sichtbaren Schöpfung eine höchst merkwürdige, und wie es scheint, nach ewigen Gesetzen geordnete Regelmäßigkeit wahr, nach welcher man zu urtheilen geneigt wird, daß jede Erscheinung eine nothwendige Wirkung vorangegangener Ursachen sei, und das ganze Weltall eine sehr zusammenhängende Maschine, welche Gott in den Schöpfungstagen so in Bewegung gesetzt, daß Alles was sich seitdem zutragt, eine ins Unendliche sich erstreckende Kette von Ursachen und Wirkungen bildet" rc. S. 21. „Man sagt, es zieme einem großen Künstler nicht an seinem einmal vollendeten Werke immer zu bessern und nachzuhelfen." Solchen Einwürsen muß vorgebeugt werden, aber aussprechen darf man sie zu seinem Consirmanden nicht. Was frommt denn die darauf folgende Widerlegung? Bei der mindesten Anregung zum Zweifel wird derselbe sich erinnern in seinen

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