Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 2 (1841)
- Issue
- Heft 33 (14.8.1841)
- Article
- Krim: Forschungen über Niederlassung der Juden ...
- Date
- 1841-08-14
- Page
- Seite 224 (sequence 4)
- Language
- German
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224 nah, ebenfalls m Afghanistan. — 5) nno oder O'-o rmron '(Ot. das. f.' Anm. 2 S. 161). Das Wort ON'si hat man immer als aus Ki^isool, transponirt angesehen, wie auch die meisten Ausleger mi auffassen; diesemnach aber wäre für die Benennung Krim gar kein geschichtlicher anderer Grund. Nach der Erzählung (Or. a. a. £>.) des Jehuda wäre 0^2 ein Name, den die Juden dem Lande Skythien oder der taurischen Halbinsel erst beigelegt, als sie nach der Besiegung der Tomyris sich dort niedergelassen. (Forts, f.) Frankreich. s, im Juni 1841. Jsccr elitenDeutschlands, verehrte Glaubensbrüder! Wenn ich, dem Rufe folgend, der mich in einer erhabenen Botschaft mit Eueren tiefsten Gefühlen zu den Brüdern des Orients brachte, — wahrend meines Aufenthalts in Egypten, wehemüthig ergriffen ward von dem Elende des seit so vielen Jahrhunderten zu Füßen getretenen, einst so mächtigen Volkes, — so war für mich aber der Anblick so vieler ohne allen Unterricht dahin lebender Kinder, dem Verderben entgegen gehender Opfer der Unwissenheit, ein wahrhaft betrübender, in das Innerste meines Daseyns sich eindringender Gedanke. — Wie in dem einst so blühenden Alexandrien — wo noch vor wenigen Jahrhunderten unsere größten Lehrer wirkten, kennt man dm Unterricht nicht einmal den Namen nach! Hier war es Pflicht Rettung zu versuchen, es war Pflicht, wenn einmal die unter den Fesseln einer schaudererregenden Verfolgung schmachtenden Brüder befreit seyn würden, neue Bahnen zu öffnen M moralischen Verbefferung ihrer-Lage, und so rief ich, wahrend Sir Moses Montefiore nach Konstantinopel zog, um auch dort zu wirken, unsere Brüder des Landes aus zu einer heilsamen moralischen Bewegung. Ich zeigte ihnen, von unserm gelehrten und erfahrnen Munk unterstützt, die herrlichen Vortheile des Unterrichts, ich zeigte ihnen, wie zu heben seyen die Schätze einer gebildeten Verstandesentwickelung. Und ich war so glücklich dieses hohe Werk zur Reift zu bringen; unsere Glaubensbrüdee des Ostens erkannten in mir gleichsam eine wahrhaft göttliche Sendung. Die Religion entscheidet — und vier Schulen*) entstehen zur Freude des Menschenfreundes, zum *) Folgendes schrieben mir über diese Schuten, die nebst den geschätzten Großrabbinern in Cairo und Alexandrien, unfern größten Dank verdienenden Herren Jacob Adda aus Cairo und Valensino aus Alexandrien, als Präsidenten des Comite: „Der Direttor und die Directorin, sagt Herr Adda, haben, gleich nach dem Anfänge ihrer Verbindlichkeiten, ihren Unterricht begonnen, und nach wenigen Wochen hat man bei einer Prüfung schon den heilsamen Einfluß wahrgenommen, den die Erziehung auf die Sitten ausgeübt; dies läßt uns viel Triumphe der Civilisation der Nationen. — Aber diese Schulen sollen auch fortbestehen, und damir sie es können, bedarf es der Hülse aller Menschenfreunde. — Ich wende mich an Euch, Israeliten Deutschlands, die ich kennen und schätzen lernte, als ich unter Eueren Segenswünschen von Egypten heimkehrend Euer Vaterland durchzog; und wenn es wahr ist, daß ich Eure Achtung verdiente durch mein beständiges Bestreben, durch meinen Eifer für die Sache Euerer wohlverdienten Emancipation, so darf ich Unterstützung **) für die Zukunft hoffen. Sie wünschten den Eindruck zu kennen, den die Bücher und die Schreibrafcln in den Kindern hervorbringen würden? Es schien ihnen viel Vergnügen zu machen, diese bisher bei ihrem Unterrichte nicht gebrauchten Werkzeuge in Händen zn haben. Die Ordnung wird, bei dem Gehorsame der Kinder, mit Leichtigkeit gehandhabt. Die Reinlichkeit herrscht in der Anstalt, und dehnt sich auch auf die Kinder aus. Drei Hundert Kinder besuchen jetzt die Schulen: neunzig vollständig arme, sechszkg die für das Lernen nicht leicht zahlen können, und Hundert und fünfzig zahlende." Der Päsi'dent des Comite von Alexandrien, Herr Valensino, schreibt mir unterm 21. Jannuar: „Es wäre für Sie ein erfreuliches Schauspiel unsere Araber so gierig nach Unterricht zu sehen, wie sie anfangen die Vortheile der Reinlichkeit zu schätzen, welche alle unsere Mühe in Anspruch nimmt, da sie diese so sehr nöthig haben. Die Kinder gehen recht gerne in die Schulen, und dienen ihren Aeltern schon zum Sporne. Unbeschreiblich ist der Wetteifer unserer Glaubensgenoffen, der allgemeine Enthusiasmus, den die neue Anstalt erregt; jeder will seine Kinder in die Schule schicken, jeder lebhaft den Eifer des Comito unterstützen, jeder zum gemeinschaftlichen Wohle beitragen. Im jetzigen Augenblicke kennen alle unsere Kinder schon ihre Buchstaben^ eine bedeutende Zahl unter ihnen kann gleichfalls buchstabircn. Wir lassen sie auch mündlich sich im Arabischen, Hebräischen und Italienischen üben; dies wird ihnen das Erlernen dieser Sprachen sehr erleichtern. Mehrere Katholiken und Griechen ersuchen uns schon, ihre Kinder aufzunehmen. Wir haben in einer Generalsi'tzung beschlossen, - diesem Verlangen zu willfahren, sobald die Schule regelmäßig eingerichtet sein wird. Uebrigens gehen unsere Schulen prächtig." Unterm 24. März schrieb mir Clor-Bey, der Leibarzt des Vicekönigs: „Die von Ihnen gegründeten Schulen gedeihen wunderbar, sie schließen heute beinahe alle Knaben und Mädchen der jüdischen Bevölkerung Cairo's in sich ein rc. Ihre Schulen werden nicht den Israeliten allein von Nutzen sein: das Beispiel, welches sie gaben, har die Nachahmung der Christen erregt, die bisher eben so unwissend, jetzt eine Schule nach ihrem Muster bilden wollen. Auch von Ihrer Schule in Alexandrien spricht man viel Gutes rc. Ich brauche Ihnen nicht zu sagen, wie sehr ich für Alles eifrig bin, was sich auf Verbefferung des Looses der Israeliten bezieht, unter welchen ich übrigens manchen Freund zähle K." — (<St$ Archiv es Israelifces vom Monat April.) **) Zu Triest, Venedig, Wien, Fürth, Frankfurt am Main sah ich die Israeliten sich zudrängen, um Beiträge zu spenden für dieses menschenfreundliche Unternehmen, dessen ganze Bedeutung sie erkannten. ifl