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Der Orient · 1841-08-07 · 32 (7.8.1841) · p. Spalte 493-494

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
32 (7.8.1841)
Article
Ueber die in einer Münchner Handschrift ... [Rezension]
Date
1841-08-07
Page
Spalte 493-494 (sequence 2)
Language
German
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4.93 494 Saadja's exeget. Schriften. Munk über Saadja. Proft Haneberg. nicht bekannt, hat schon in einer discussr'ven Einleitung zur Bibel großenteils diese Eigenheiten mit einem scharfen Urtheil entwickelt, und diese Einleitung findet man an der Spitze eines handschriftlichen arabischen Pentateuchs des Saadja in der königlichen Bibliothek zu Paris (anc. fonds n. 1), welche Sch nurrer dann in seinen : Dissertationes philologicocriiicae (Gotha u. Awst. 1790, 8) p. 197 — 225 wörtlich ausgenommen und mit einer lateinischen Übersetzung versehen hat. Das ist nun auch ein Grund mit, warum Hr. M. auf eine dedailirte Vergleichung beider Versionen, (Jesaja und Pentateuch) nicht mehr eingeht, zumal die anderen Beweise allein schon hinreichen, diese Version als Saadja's Weck zu vergewissern. Aber als Ersatz dafür sucht Hr. M. die Methode Saadja's zu entwickeln, deren er sich bei allen seinen Uebersetzungen bediente und deren Verständnis; zur Einsicht in den Saadja'schen Geist sehr nützlich ist. Hr. M. sagt in dieser Beziehung: „die Uebersetzung des Saadja ist nicht immer treu und noch weniger wörtlich; sie verfallt vielmehr sehr oft in eine systematische Paraphrase, welche bald die Ueberlieferungen und die von den Rabbinen empfangenen Dogmen, bald die theologischen und philosophischen Meinungen des Uebersetzecs zur Basis hat, daher natürlich die Zusätze, Auslassungen und die Unterschiebungen aller Art. Saadja selbst spricht sich über diese Uebersetzungsweise klar und deutlich genug aus in seinem Vorworte zum Pentateuch, von welcher Pococke einige Trümmer aufgefunden (s. Walton Polygl. VI; Praefat. ad va~ rias lecfciones versionis arab. in Pentateuchum); er sagt: 'TDDnb NT1 1INW }N Sim 'üxvtö# p Npirapj w «nmi n»b b nnn nö p% rrrn:) iws nb ib M sin ruxs rpb sbs ib nb -issn nrnsbi ^sdd^s nd -mar -robbi iwab npöbt ob nbs NOJN n«hs nnbn, d. h. der welcher diese Uebersetzung prüft, muß sich an den Sinn erinnern, welcher unter jedem Worte verborgen ist, den ich entweder hinzusügte oder einschränkte; denn wenn er so verfährt, so werden ihm vieie durch Schaalot und Teschubot erst entwickelte Gegenstände aufgehellt werden, so daß sie für ihn eine Grundlage werden kann, auf welcher er die positive Theologie (Jurisprudenz), nämlich die Mischna und den Talmud, und die andern aus den von den Propheten Gottes überlieferten Sachen aufzubauen im Stande sein wird. — Die bildlichen Ausdrücke sind daher alle umschrieben, da ihr Sinn ohne Auslegung nicht gefaßt werden kann. Ost wenn Saadja die Spur des hebräischen Textes, durch Hinzufügung oder Wegschneidung gewisser Wörter, verläßt, so geschieht es auch entweder um seine Uebersetzung deutlicher zu machen, oder um ihn dem Geiste der arabischen Sprachen anzupassen; den er wollte auch von Moslemengelesen werden, und, auf eine gewisse Eleganz des Styls sehend, liebte ec es, sich der Redeweisen zu bedienen, die in der alltäglichen Sprache wenig Vorkommen. Aus demselben Grunde ohne Zweifel werden bei ihm die geographischen Eigennamen im Allgemeinen durch solche, welche den Araber bekannt sind, wiedergegeben, die gar oft die Kritik nicht aushal- Len. Hie nnd da giebt er den arabischen Wörtern Bedeutungen, die sich durch andere nationale Autorität nicht rechtsertigen lassen, und sehr oft sucht er dadurch den Ton des Originals nachzuahmen, daß er für die.Ueberfetzung dem Hebräischen ähnliche arabische Wörter wählt, die aber nicht genau das Hebräische wiedergeben". Diese, allgemeine Charakteristik der Saadja'schen Uebersetzung sucht. Hr. M. nun in sechs Klassen zu theilm, und auf die des. Jesaja anzuwenden, und diesemnach weist er nach: a) wo Saadja durch dogmatische und theologische Ansichten eigenthümlich übersetzt, wozu natürlich die Entfernung der Anthropomorphismen und Anthropopathien wie bei den altern Targumim gehört, ß) wo er der talmudischm Tradition wegen/ die sich oft im Jonatan sinder, von dem Wortlaute abgewichen, y) wo er die bildlichen Ausdrücke umschreibt und versinnlicht, ö) wo er, um Precision und Eliganz des Styls herbeizuführen, den Text verlaßt, welches sich vorzüglich da zeigt, wo er die hebräischen Wiederholungen vermeidet, e) wo er die geographischen Eigennamen durch bekannte wiedergiebt, wobei ihn bald die Tradition, bald ein bloße Conjektur leitet. Q wo er die arabischen Wörter in einem uneigentlichen Sinne gebraucht, wo er für das hebräische ein in den Lauten ähnliches arabisches wählt, wo die Uebersetzung also noch ein lexicalisches Moment in sich tragt. Schon Abulwalid im Vorworte zu seinem yrhbx 3N'rD erwähnt dieses als Eigenthümlichkeit des Saadja, dem er nachstrebt, indem er von ihm sagt: sipbb EinrP rpznj?1?« rubs p rmxir;bn:b\ — Dieses System Saadja's, in sechs Klassen gebracht, ist zugleich durch die reichsten Beispiele erläutert, und giebt in Bezug auf Textkritik noch besonders das Resultat, daß so lange eine Abweichung von dem hebräischen Originale in dem erwähnten Systeme eine Lösung finden kann, man eine Variante des Textes bei Saadja nicht annehmen darf. Belehrend für die rabbinische Literatur des Mittelalters ist die Wiedergebung der Eigennamen bei Saadja, an dessen Nutzen Hr. M. gar nicht gedacht. Das biblische üb, mit dem wb, nr und 7132 übereinstimmt, giebt Saadja durch nplb wieder; kein einziger Bibelforscher erwähnt diese Wiedergebung, weder Michaelis noch Rosenmüller, noch Gesenius, noch Winer, in ihren Werken, sondern lediglich die targumische Wiedergebung durch Ktesiphon (pDDpp), und doch war die Saadja'sche Erklärung im Mittelalter gewöhnlich. Binjamin erwähnt (ed. Asher I. S. 51hebr.) Sjpj und bemerkt dazu N3.b JOH} (wo es in NssP zu corrigiren ist), und in Asher's Anmerkung II. S. 126 vermissen wir nur ungern die Berufung auf Saadja. giebt

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