Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 32 (7.8.1841)
- Article
- Zur Charakteristik der Bekehrungsschriften
- Date
- 1841-08-07
- Page
- Spalte 491-492 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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491 Zur Charakteristik dir Bekehrungsschriften. Lit. Uebersichten. Saadja's exeg. Schriften. 492 müth zu beruhigen und ihm Muth eingeflbßen, obgleich diese Sache gar nichts hilft, haben sie dieselbe doch erlaubt, weil der Mensch in Gefahr ist, damit er nicht von Sinnen komme." S. 165. #row *6jjd „Sabbatabend"!! ssoll etwa heißen Sabbatabend nach jüdischer Zählung d. h. Freitagabends S. 170. „Gesetzt aber, daß er, als er die Handlung vollbrachte, von zweien seiner Söhne bemerkt wurde, welche bereits erwachsen und Eiferer fürs mündliche Gesetz, ihn gewarnt hatten, und dann, wie sie als strenge Anhänger der talwudi- -ischen (!) Religion thun mußten, seine Ankläger wurden; so würden seine Qualen noch dadurch vermehrt worden, daß er sein eigenes Fleisch und Blut als die ersten unrer seinen Mördern sehen mußte." Auch dies eine Hypothese, die nach dem Talmud unmöglich Vorkommen kann (Mischna Sanhedrin 27 b.) 'Ol ION TIN! ION TIN! 1'NN tonpri jn 6ni wozu die Gemara bemerkt! MV!' N1? pl UfTT b>Q OH NJD nyo nnjo noa by!N01' xb nPn 'di!?n no V'O by, S. 221. „Kann doch seinen Bruder niemand erlösen, noch Gott ein Lösegeld für ihn geben (Ps. 49, 8), wie sollen jene 3 Männer (Abr. Js. iu Jakob) im Stande sein, ihre ganze Nachkommenschaft zu erlösen? sM. C. scheint im Verlaufe seines Buches doch etwas vorn Talmude erlernt zu haben — etwas Dialektik! —] Wenn der Verf. dies nicht zugeben kann, so mag er sehen, wie er mit 3 M. 26, 42 und 2 M. 20, 6 fertig wird. — S. 184. (^rw ^d) wird folgender merkwürdige Schluß gemacht. Wenn der Jude seine Börse nicht selbst tragen darf, so darf er sie auch keinem Heiden rc. geben, will er nicht gleiche Sünde tragen. Denn wer einen rindern zum Mord verleitet ist im eigentlichen Sinn Mörder! — Wir enthalten uns jeder weitern Bemerkung, und möchten blos nach solcher Folgerung den Pentateuch beurtheilt sehen, wo es heißt: (5 M. 14, 20) Du sollst kein Aas essen. Dem Fremdling in deinen Thoren magst du es geben und er mag es essen (oder: daß ers effe), oder verkaufe es dem Fremden. Denn ein. heilig Volk bist du dem Ewigen deinem Gottes. — sAber wir haben es mit einem feinen Manne zu thun, der sich auf talmudistische Distinctionen versteht, wo sie nämlich gerade zu Hilfe kommen, und darum sind hier noch Umstände zu unterscheiden. Denn es heißt noch *p2N p (2 M. 23, n.). Allein ist denn von einem im biblischen Sinne die Rede?) Indem wir dieses Specimen hiermit beschließen, bemerken wir nur noch, daß gerade die angeführten Notizen aus einer sehr großen Zahl, die H. Rabb. Hurwitz uns mündlich nntzutheilen die Güte hatte, gewählt wurden, um die verschiedenartigen Seiten dieser Polemik zu beleuchten. Es ist uns lieb gewesen, dies von Seiten eines Mannes chun zu sehen, dessen Frömmigkeit bekannt genug ist, um die echt jüdische Gesinnung in der Berichtigung zu bekunden. Sollten wir vielleicht irgendwo *) Vgl. Hengstenb erg. Die Bücher Moses und Egypten. Berl. 1841. 6. S. 19 l. nicht ganz treu wiedergegeben haben, so möge H. Hurwitz, diese ohne ekngeholte Erlaubniß gemachte Mittheilnng des Zweckes halber v-ergebend, dieselbe gürigst berichtigen, oder auch seine Ansicht über unsre geringfügigen Zusätze*) aussprechen. Sollten die Leser dieses Blattes ein Mchres wünschin, oder die Zeit es erheischen, so sind wir gern bereit, die weggelassenen Bemerkungen, noch nachzutragen. M. S. Lrteramfchs UeberfichLen» 21) Ueber die m einer Münchner Handschrift aufbehaltene rc. 22) Notice sur Kabbi Saadia Gaon et sa version etc. (Fortsetzung v. Nr. 26.) Nach bielec Kritik der von Gesenius und Rosen müller gemachten Verbesserungen, welche von der bisjetzigen, mangelhaften Verfahrungsweise eine Vorstellung giebt, geht nun Hr. Munk zur eigentlichen Kritik dieser Version über, deren erster Theil die Echtheit dieser Version als dem Gaon wirklich gehörig bespricht, der andere das Charakteristische und Eigmthümliche gründlich und treffend nachweiset, beide zusammen aber ein kritisches Ganze bilden. Au den Beweisen der Echtheit zählt Hr. M. a) ein Citat aus dieser Version, welches in einem andern Codex Hunt. 206 als von Saadja stammend angegeben wird, und sich auch wirklich in der Saadja'schen Version findet, auf welches Citat wir unter 4 noch zurückkommen, ib) Die Sciadja'- schen Erklärungen, welche Kimchi (Fes. 38, 11. 48, 16. 57, 9.) und Jbn Esra (Jes. 3, 24. 40, 13.) als von Saadja erwähnen, finden sich wirklich in unserer Version; andere welche die beiden Commentatoren von Saadja citicen sind aus seinen Scholien zu Jesaja entnommen, die jetzt sich nicht mehr vorfmden,. wie sie überhaupt am ehesten untergegangen, c) In dem saadja'- schm Werke nN‘)tfpnyNi»0 2NTD (Sefer Emunot) finden sich einige Verse des Jesaja eigenthümlich erklärt, die sich in unserer Version wieder fmden. So z. B. c. 3 zu Ende, c. 8 2mal; IV. c. 4 2mal; V. c. 3; VIII. in der Einleitung, c. 2 und zwar zweimal. Schon ein kritischer Commentar zu *idd royim nM hat auf diese Identität der citirten und übersetzten Schristverse,- und zwar nicht blos auf die des Jesaja, vorzüglich aufmerksam zu achten, weil durch diese Vergleichung sich der Text der Emunot zuweilen Herstellen läßt, geschweige eine Kritik der Versionen. 6) Den letzten aber vorzüglichsten Beweis, daß diese Version wirklich von Saadja ist, liefert der eigenthümliche Charakter der Version selbst, indem sie alle die Eigenheiten theilt, die man in der Pentateuch-Uebersetzung des Saadja findet. Ein christlich-arabischer Schriftsteller, dessen Namen *) Dieselben sind durch ) bezeichnet'.