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Der Orient · 1841-08-07 · 32 (7.8.1841) · p. Spalte 487-488

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
32 (7.8.1841)
Article
Zur Charakteristik der Bekehrungsschriften
Date
1841-08-07
Page
Spalte 487-488 (sequence 2)
Language
German
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48T Zur Charakteristik der Bekehrungsschriften und des Judenbekehrers M' Caul. 488 unsrer Zeit nur aus Furcht und Ohnmacht -as Bekehren unterlassen. Aber betrachten wir die Argumentation etwas genauer. S. 11. „Christliche Liebe verlangt von uns, allen die im Jrrthum sind, das Licht der Wahrheit zu zeigen. — Das Chr. befiehlt ausdrücklich der Kirche „zu lehren allen Völkern" „zu predigen das Evangelium jeder Creatur" im Einklänge mit der Vernunft und dem Geiste der heil. Sch. — Wenn aber die Herausgeberin.von lsr. Defended sagt: „Wir sollten beten, daß das Licht unsres heiligen Glaubens über sie komme, sie nicht verdammen wegen ihres Glaubens, obschon wir sie als irrend betrachten mögen" so zieht M. C. (ib* S. 111) den Schluß daraus, daß diese Lady in ihrem Herzen und ihren Gebeten eine Bekehrerin sei", und wenn Bekehrerei ein Geschäft ist, welches den jüdischen Principien widerstrebt, so sei sie wirklich schuldig vor dem Erforscher der Herzen. Vielmehr sage uns aber die Vernunft, daß der, welcher einige Kenntniß besitzt, welche für das Heil der Menschen wesentlich ist (essential to the Yrelfare of mankind, dazu lies sich auch noch Manches bemerken) und dennoch verschmäht sie mitzutheilen, von jedem andern Gefühl eher, als von dem der Liebe bewogen, ist; vgl. Levit. XIX. 17 „Anbetung eines falschen Gottes ist eine der größten Sünden; wenn also die Lady uns Heiden als Brüder oder Nachbarn betrachtet, (und thut sie es nicht, wo ist ihre Liebe?), so ist sie verpflichtet, nach den Principien des Mosaismus, mit uns in direkte Controverse einzugehen, und sich zu bemühen, uns zu bekehren (S. IV.) Hier ist der charakteristische Hiatus in der Folgerung ]) — Ps. 96, 10 und 1 Chron. 16, 23. 4. — Aber vielleicht ist diese Lady eine Rabbinistin, und wenn sie sagt, daß Bekehrerei „eine Praxis, welche den jüdischen Principien gänzlich widerstrebt" sei, spricht sie im Sinne des Rabbinism. — Aber ist dieses der Fall, so ist die Lady äußerst unbekannt mit den Principien der Religion, die sie bekennt, und entstellt (!) hier ohne Zweifel unabsichtlich die Lehren des Nabbinismus. (S. V.) Nun erwartet man natürlich die schlagendsten Belege für einen so entscheidenden Ausspruch. Aber Alles was wir vernehmen, ist folgendes: „Eine bekehrungssüchtigere Religion als das moderne Judenthum ist in der ganzen Welt nicht zu finden, denn es ist nicht zufrieden mit den geistigen Waffen moralischer Ueberredung, sondern befiehlt den Juden, wenn immer sie die Macht haben, alle Nationen durch Gewalt zu bekehren, und alle umzubringen, welche nicht bekehrt sein wollen. miXin i£3D IW, MV n» pi Ä! ru naim nnso hpb 'atyj'wo b na rpb;nn*> (Jad Chasaka Hil. Melach. VilL 4. — Die englische Aebersetzung hat ausdrücklich the comaudnients prescribed to the sons of Noah, und die Annahme dieser (7) Pflichten der Noachiven, unter Todesstrafe wird als Bekehrungssuchr des modernen Judenthum's dargestellt!! (Man vergl. noch Israel Avengcd p. 104). Dieses Exempel allein ist mehr werth als hundert Widerlegungen. Der Vers, aber hat die Frechheit fortzufahren: Die rabbinische Enthaltung, durch mehre Jahrhunderte von allgemeinen und offenen Bekehrungsversuchen unter den Heiden ist also nicht „jüdischen Principien" sondern dem Umstande zuzuschreiben, daß ihre Gewalt nicht ihrem Willen gleichkommt. Die liebreiche Uebersetzerin hat also dieses blutige Aussehen (feature) der modernen jüdischen Religion wahrscheinlich außer Acht gelassen, oder sie würde'me eine den jüdischen Principien so entgegenstehenden Ausspruch gewagt haben. Die Religion, welche sie bis hierher bekannt hat, ist weder der Judaism der Bibel noch des Talmud, also ist es nun ihre Pflicht, entweder ihren Jrrthum zu bekennen, und die Verfolgung-Principien des Rabbinism anzunehmen, oder öffentlich gegen diese Principien zu protestiren, und in diesem Falle, di>efes Buch der Cirkulatian zu entziehen rc.", worauf noch ein sätyrischer Hieb auf die Uebersetzerin und. den Talmud, da es heißt: tSp D'iDDH llL »Tlin 1TO na DIN "ieK — Wir sehen in diesem Schluß nur das Urtheil M. C. über sich selber: entweder zu verstehen was er schreibt, oder besser nichts zu schreiben. Netibot Ol am, S. 54 3m 1t pbpD J’X) .VTÜ baiW ]DJ3, Man nimmt einen ansässigen Proselyte» nur zu der Zeit an, in welcher die Feier des Jubeljahrs statt findet (Bamham. 14. Isure Biah c. 16, 7. 8.). In den übrigen 49 Jahren also mochten die unglücklichen Heiden immerhin der ewigen fauch hier, wie oben, christliche Begriffe untergeschoben u. vgl. srn p1? pön DD1? KP ri>lpn nilDIX non] Berdammniß anheimfallen". Hätte H. M. sich nicht auf seine Kenntniß des Talmuds verlassen und Bnxtorfii lexicon talmud. rabb. zur Hand genommen, so würde er daselbst p. 1309 gefunden haben - jrvu Äl'NV ]ÖD X^X j'^DnD pxj Non orant nisi dum annus Jubilaeus est im usu (Mamun. in Hilch. Tefii. e. 2). Vielleicht wäre ihm dann der Unterschied klar geworden, zwischen ]DD" zur Zeit, wo überhaupt die Jubelperiode beobachtet wird, z. B. zur Zeit des Tempels (piip tcnpDH trat? ]Dd), und zwischen dem Ausdruck un Jubeljahre, entsprechend (N7n) ND&SO (Targum Lev. 25, v. 13) „in anno Jubilaeo (hoc)“ s. Buxtorf a. a. O, p. 928. — S. 66. DDp im iS DN (Namb. H. Chamez o. 3, 8). Könnt ihr glauben, daß Jemand dessen Absicht und Wille es ist, ein Stück rc. einer Sünde sich schuldig macht, blos weil er der Form nicht genügt rc. wenn er ein halb Dutzend Worte hersagt, von Männern vorgeschrkeben, die nicht weniger Sünder waren als er selbst? fSteht rnttVPDby pNP nicht in der Bibel M. (5’6?] Wie ganz anders lautet der Ausspruch Gottes selbst 1 K. 8, 18 rc. — Wenn M. E. etwa den Ausspruch des Talmuds (PesachinV4, 6.) V»D btfED NnnkNlD nicht kennt, oder mir dem obenangeführten nicht zu vereinen weiß, so ist das wohl nicht die Schuld des Rambam. — S. 116. rh aöton ’m den nnn nwim mw anx dx “?xi N'ä'.v “inn NX NN'!?P ropn mm O) IM minn n^npo (Schabbat f. 88, ».). — Jedoch dieser Mangel an Weisheit gibt sich nicht nur m der Beschaffenheit der Zusätze, welche sie zu dem Worte Gottes ge-

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