Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 31 (31.7.1841)
- Article
- Klänge aus Osten, ... [Rezension]
- Date
- 1841-07-31
- Page
- Spalte 475-476 (sequence 4)
- Language
- German
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475 Klänge aus dem Osten. Lit, Unalekten. Ueber ein persisch -arab. Wort in den Mafaot. 476 Warum Spaltung jetzt so groß In des Islams Glaubensschooß? Und euch, Eines Gottes Diener, Doch das Bruderband verflicht? Wird denn keine Seele kommen, Welcher Edelmuth entnommen? Hilft denn für die gute Sache Niemand? Keiner für sie sicht? Unter den übrigen Gedichten sind die Beschreibung der Geliebten (S. 154) und das Lied eines blinden Dichters (S. 168) auszuzeichnenz an mehreren vermißt man ganz das orientalische Gepräge, an einigen auch alle Schönheit und Tiefe der Gedanken. Unter den Sprüchen überraschen nidjfr wenige durch ihre innere Wahrheit, ihren treffenden Witz und ihre pikante Form z anders, die im Arabischen nur durch Feinheit des Ausdrucks, Paronomasien u. dergt. imponicen, sind der Uebersetzung, insofern sie nichts jenen formellen Künsten Ebenbürtiges aufbringen kann, nicht in gleichem Grade werth gewesen. Diese kurze Darstellung wird wenigstens dazu beitragen, auf ein -Buch aufmerksam zu machen, in welchem des Nützlichen und Angenehmen gar Vieles sich aneinanderreiht, und welches im Ganzen weit geeigneter ist, Lust und Liebe zu arabischer und persischer Poesie zu wecken, als so manche Uebecschungen, durch welche der Sinn ihrer Originale kaum hindurchdämmert, so daß er nur mühsam geahnet, geschweige verstanden werden kann. Die Klange aus dem Osten, die Hr. Amthor uns bietet, sind nicht solche unartikulirte Hammerschlage, sondern vernehmliche Töne, in denen der Orient denOccident bewillkommt. Wir hören, daß Hr. Amthor willens ist, seine orientalischen Studien auf dem heimathlichen Boden seiner Lieblmgsspcachen fortzusehen, die Aussicht auf die. Verwirklichung dieses Entschlusses berechtigt uns zu den schönstcn Hoffnungen, und drangt uns zu dem sehnlichen Wunsche, daß auf den so lieblichen bunten Blumenstrauß, mit dem er uns beschenkt bat, recht bald noch reichere, Vollreife Garben von dem Ernteertrag seiner gründlichen Studien folgen mögen. Literarische Analekterr I. Aeber ein verschriebenes persisch-arabisches Wort iti den Massaot Benjamins von Tudela. Eüie Anmerkung zu der Recension der Asher'schen Ausgabe des genannten Reisewerkes im LB. d. Oc. Nr. 29, Col. 443, enthält eine Aufforderung an mich, meine Ansicht über das von Herrn Baron d'Ohsson als Irrenhaus gedeutete ■jNrßNTD ba "INT des gedruckten Textes der Maffaot, in diesem Matte darzulegen. Ich thue dies um so lieber, da ich dadurch Gelegenheit finde, einen Lextfehler der Asher'schen Ausgabe zu berichtigen, mit welchem die obige, durch dm Zusammenhang geforderte Bedeutung nicht bestehen kann. Um das Wort nach der d'Ohssonschen Erklärung auf zurückzuführen , müßte man erstens eine doppelte Verwechslung des o mit D und des Jo mit n annehmen. Ferner hat Gebundener, in terminologischer Anwendung nicht die Bedeutung: Wahnsinniger (etwa wie fuu h Wer) , sondern: m i t man nlichen Unvermögen Behafteter, indem man sich die Zauberoperatlon, durch welche jenes Unvermögen bewirkt werden soll, als ein Binden, Fesseln, denkt (s. Catal. codd. Orient, bibl. Sen. Lips, p. 410, col. l). Endlich ist auch der Zweifel des Rec. an der Möglichkeit, die grammatikalische Form jenes Wortes zu rechtfertigen, völlig gegründet. Denn kann in der Mehrzahl unter keiner Bedingung ^Uajf^o lauten, sondern nur da die mehr substantive Pluralforiv nicht gewöhnlich ist. Die Perser aber, auf deren Pluralendung an der Rec. als auf einen fern liegenden Erklärungsgrund hindeutec, hängen dieselben keiner der Pluralsormen, sondern immer nur der den Singulären des Ar ad i scheu an, und'hier in echt arabischer Verbindung mit dem .Artikel ul wäre eine solche pleonastische Zwitterform doppelt unmöglich. Aber eben so wenig ist an ein als Plural von mir persischer Endung, zu oenken; denn abgesehen von der jchon bemerkten Unverträglichkeit eines solchen Persismus mit der arabischen Gestaltung des ganzen Ausdrucks, bedeutet als Substantiv nichts anderes als 1) einen Soldaten, der einen Posten besetzt halt oder irgendwo in Garnison liegt, 2) einen Einsiedler, Asceten (auch bei uns nach französischer Aussprache als Marabut bekannt), insofern beide nnverrückt an ihrem Platze bleiben, was der Begriff des Zeitwortes ist. — Nach allem diesen ist es keinem Zweifel unterworfen, daß JNHDinD ein Schreibfehler für JttrmND ist, — dasselbe Wort, welches in der Variante JNrcnD, nur nach 'vulgärer Aussprache in der ersten Sylbe verkürzt, offen darliegt. Mün'stnn aber, die gewöhnliche Aphaeresis des persischen Binulristan (wörtlich: Krankcnsiond) bedeutet überhaupt Hospital» besonders Irrenhaus. Bochtor im Biet, fran^aisarabe : „Uöpital, maison pour recevoir les malades, les pauvres, Jes fous, — plus vulgaii-Ement Dcrftlbe unter Maison! „p « t i t e ü - m <r i 8 « n s, tiüpitul (Iss fous, ", Marcel im Voeabuiaire frangais-arabe des diaiectus rulgaires africains, unter Hupital: „HOpital des fous, mourestün, moristän, mürestän3 mönstan.“ Nach der vulgaren verkürzten Aussprache schreibt auch Dombay in dem seiner Grammatico mauro- >n JtcJ, arabica angchangten Wörterverzeichnisse .1, murstan. Fleischer.