Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 31 (24.7.1841)
- Article
- Proben aus dem nächstens erscheinenden Job-Commentar
- Date
- 1841-07-24
- Page
- Spalte 459-460 (sequence 2)
- Language
- German
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446 445 Proben aus dem nächstens erscheinenden Job-Cornmerttar v. S. Wotfsoa. einer Flamme; wie diese durch Nahrung gefräßiger wird, so wird jener heftiger und dauernder, wenn der Zorn ihn unterstützt; dieser reizt zur Verfolgung und hat die erst begonnen, dann wird der Haß sich nie zu Tode hungern; er lebt ewig und vererbt sich auf die spatesten Enkel, Der hochpoetische Sinn ist auch in Amos 1, 11. ns« motf lrroyr idn nxb „Weil er seinen Zorn ewig nährt, darum dauert seine Wuch für und für." Die Parallelstelle Micha 7, 10. wp pnnn für steht, spricht für diese Auslegung. Das ) an unser ppcon kann bedeuten, darum; auch „weil". Er giebt seinem Zorn Nahrung durch die Verfolgung, weil er nicht aufhört mich zu verfolgen; oder weil er seinen Grimm gegen mich durch Haß und Feindschaft unterhalt, darum verfolgt er mich unablässig. .VOEO Hz? pTl. Das Knirschen mit den Zähnen ist das äußere Zeichen des inneren Zornes. Nach meinem Dafürhalten ist ein großer Unterschied zwischen Btt und BttE ppü n2 > im dritten Hemistich ist das Subjekt des ganzen Verses; es ist unserm Dichter eigen, das Subjekt in die Mitte, oft auch ans Ende des Verses zu stellen, weil er sich mehr mit den Gedanken der Gegenstände als mit der Anordnung derselben beschäftigt; daher ec sich spat und oft gar nicht an das fehlende Wort erinnert. S. ob. v.?. wvb' H rTy der Feind nietet fest seinen Blick an ihn, um das Innere zu ergründen, zu erforschen, was darin vorgeht, und die Schuld dadurch zu entdecken. VJüh hämmern, schmieden, zusammenschmieden, zwei Dinge stark an einander befestigen. Hiob Cap. 41. üb H)- pnn -bt ann nnn nnnn .22 Auf untergebe tteren spitzigen Muscheln liegt das gierige Raubthier wie auf Schlamm, g. g) Bisher hat der Dichter den Krokodill von Seiten seiner Leibesstärke geschildert und gezeigt, wie ec des Tages über den Kampf gegen jede Waffe besteht; und um dem Gemälde die höchste Vollendung zu geben, zeigt der Dichter in den V. 21 — 25 wie und wo der gierige Räuber die Nacht zubringt. Das Gemälde ist in einem so hohen Grade verkörpert, daß gleichsam ein lebendiges Bild vor unserer Phantasie steht. NOT nnnn ist ähnlich Jes. 14, 11. ysP7>nnn. Die spitzigen Steine, die scharfen Muscheln und andere dergleichen Dinge heißen ihrer Mutlosigkeit halber Ena (Auch im Talmud heißt es: ann cpten DBE fe. Eigentliche Scherben kann der Talmud nicht meinen; denn nichts weniger als die werden in mächtigen Gewässern gefunden). Alle diese stachlichen Dinge, wovon die Ufer des Nils nach der Überschwemmung voll sind, drückt die Körperlast des Thieres in den Schlamm, sind ruht auf dieses rauhe Unterbett, trotz seiner zarten und weichem Bauchhaut ehn Unbehagen. DB Schlamm, die mit Wasser vermischte lockere und feine Erde auf dem Boden der Meere und Flüsse. Dieses üb ist in dem Gemälde so passend, so natürlich, daß es deshalb schöner als jedes andere Wort dastcht; DTEED : ET *by würde z. B. hier bei weitem nicht so gut gewähttsein. Der deutsche Dichter .würde in einer solchen Schilderung sich ebenso ausdrücken, und nicht sagen: „als lag er auf Rosen." pnn hat fünferlei Bedeutungen. Erstens, scharf, woran die Vorstellung: scharssehend, scharfsinnig sich knüpft. So im Talmud rprj und pjy scharf, davon *pn und ttW scharfsinnig. Vergl. "Ntt im Wb. Zweitens, emsige fleißig sein, wie: DBnnT; drittens, schnelllausen, wie Sam. 1l. 5, 24; viertens, gierig nach etwas sein; daher bedeutet es fünftens, Gold, wonach die Menschen gierig sind, wie rpE Silber, von sehnen, wonach sie emsig streben und sagen und um es zu erhaschen, allen Scharfsinn anwenden. In jeder dieser Beziehung ist ynn ein glücklich gewähltes Wort, um den Krokodill zu bezeichnen; denn die Naturgeschichte schildert ihn als scharfsichtig, schnelllausend, und raubgierig. Sogarnn der Bedeutung, Gold, wäre es als Beiwort zu NOT nicht unpassend, denn einige Ausleger nehmen wirklich sinn 'NOT gleich ET UETDE, und siNT hätte auch Bezug auf das Lager, worauf dieser Held, wie ein Fürst auf seinem Prachtbett unter goldenem Himmel ruht. Meine Vorgänger haben den wahren Sinn des Wortes siNN übersehen, und daher den Vers schwierig gesunden. Allein in mancher Stelle unseres Buches liegt die Schwierigkeit blos darin, weil man auf den einfachen Sinn nicht verfiel, also die Schwierigkeit dem Dichter zuzuschreiben ist. Vor ’Py ist E die vergleichende Präposition ausgelassen. S. oben 31, 18 den Comment.2) Cap. 4L .iN'DHiT DnswD ahn rr.v> ints/D 17. Erhebt er sich, so drangen mächtige Wogen einander; Wellenbrüche verringern sich . . . . n. n) Von hier an mahlt uns der Dichter dm Krokodill als einen kämpfenden Helden, der in seinem Ele- 2) Eichhorn und Stuhl mann bezüchtigm unfern Dichter eines Irrthums: „der Krokodillsagen sie, „hat so wenig Zacken an der Brust, so wenig als er Feuer speit." Liegt aber die Schuld am Dichter, daß man den Sinn des Verses so falsch gedeutet? Unter 'pnNN ist nicht die Brust; unter EH.ri H-lin nicht die Zacken' an derselben, und unter nicht ein Dreschwalzerschlitten gemeint. Fern sei von mir bie Anmaßung, zu glauben, daß ich, da wo des Dichters Worte mehrere Deutungen zulasten, gerade die richtige getroffen habe. Dem Erklärer liegt es ob, sich zu bestreben, auf alle nur erdenkliche Weise in bcii Geist seines Autors einzudringen, aber nur der Dichter selbst vermag den richtigen Sinn seiner dunkelen Stellen mit Bestimmtheit anzugeben. Daß der Verfasser des Buches Hiob den Krokodlll besser als seine Dollmet'scher geraunt, ist leicht begreiflich, denn er lebte in oder nahe an der Heimath des Thieres.