Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 29 (17.7.1841)
- Article
- Gedanken über Religionsphilosophie und Judenthum
- Date
- 1841-07-17
- Page
- Spalte 437-438 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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m Jul.Friedsohn: Gedanken üb. Religionsphilosophie u. Judenchum. DieMasaotdesBinjamin. 438 Jndifferentismus und darauf jenes gefürchtete Ungeheuer, der Haß, sich einstellen. Denn jedes Mitglied jener umgrenzten Kreise wird für die ausgeschlossenen Nicht-Mitgliederdesselben aufhören ein menschlicher Bruder .zu sein, und der ursprüngliche himmlische Zweck „Menschenliebe" wäre vernichtet. Wir sehen, welcher große Widerspruch sich hier herausstellt und welches große Problem hier zu lösen war; und dieses, sage ich, hat die Menschheit durch ihre socialen Institutionen, durch den Staat und durch die positive Religion zu lösen gesucht, und dies ist ihr Lebens - und Bewegungsprinzip und ihr ununterbrochenes Streben von Jahrtausenden her bis auf diesen Tag. Ob, und wie aber dieses realisirt wurde, werden wir nächstens zu zeigen uns bemühen. (Ende des zweiten Paragraphen.) Litsrarrsche Uebersichten. 25)!?"l ■Ol bvr myoo TL« Itinerary of Rabbi Benjamin ofTudela translatcd and edited by A. Asher. London and Berlin A. Asher & Co. 1840. IL Voll. 8. (I. V. DDp X u. 105. IL V. XIX u. 448.) (Fortsetzung) Von dem nach Abzug der Noten des Ed. bleibenden •4gehören wieder ungefähr Z (der Inhalt von etwa 50 Seiten) Dr. Zunz an. Man weiß aus Erfahrung, wie A. in wenigen Bogen mehr Zu sagen weiß, als oft seine Plagiatoren in ihren daraus allein verfertigten Büchern. Ja man empfindet diese compendiöse Schreibart oft unangenehm. In den vorliegenden Noten, die zunächst zur Erläuterung des Textes dienen, können wir über Letzteres nicht klagen, obwohl dieselben, des Guten und Ausgezeichneten nicht sparsam darbieten. Vorherrschend, doch keineswegs ausschließend ist derJnhalt derselben Literaturgeschichte, verbunden mit Geschichte und Antiquitäten. So z. B. über die erwähnten Talmudisten und ihre Gräber (S. 101 Nr. 182. S. 108 Nr. 202 ff. S. 110, Nr. 206 —ION). S. 138 Nr. 266ft S. 140 Nr. 270, S. 144 Nr. 273), zum Theil vermischt mit Notizen aus der spatern Geschichte z. V. S. 145 Nr. 276—-7). Hierher gehört auch Nr. 199 S. 106 über das Grab „Samuels" des Gerechten, welches viell. Simeon zu lesen sei. — Der Leser wird sehr wohl thun, zu diesen Noten zu vergleichen, was Zunz in seiner ersten 41) Die zu Nr. 102 citictc Stelle aus Parchi f. S. 427. 42) Nr. 208 und S. 440 Anrn. a. sind gegenseitig zu vervollständigen. Abhandlung (S. 309) über Beschreibung von Gräbern bei den Juden sehr lehrreich auseinandersetzt 43). — Von vielen der erwähnten248Personen gibt unsZunz biographische und bibliographische Notizen nach andern jüdischen Quellen z. B. über R. Scheniuel (S. 10 Nr. 15), wo zugleich eine nachträgliche Verbesserung von Zuuz's R a sch i4«), nach einer Privatmitcheilung von H. Michael^), über Malkizedek (S. 28 Nr. 46), wo eineEmendation: psnrte vtd pnu* wahrscheinlich gemacht wird;46) über R. Jizchak nnn vjd, welcher vielleicht aus Montpellier (">NN^), wonach nriW zu emendiren wäre. — Hieran knüpft sich sehr oft eine Erörterung, in welchem Lande und zu welcher Zeit die Namen dieser Personen vorherrschend sind, und es werden die bekannten so heißenden Personen aus bestimmten Perioden und Geburtsländern oft in großer Zahl und stets mit Quellenangabe aufgeführt. Z. B. Scheschet (S. 3 Nr. 6); — Schabtai (S. 20, Nr. 36), wo mehr als sechzig Beispiele angeführt smd^); — Immanuel (S. 37 43) Für Binjamin bemerkenswert!) ist des Ed's. N. 271 (S. 141) „Wenn wir im Jbn Batuta lesen von den muhammeda nischen, und bedenken, daß die 53 Folio's der Ada Sanctorum den christlichen Heiligen allein gewidmet sind, so können wir nur bewundern die Mäßigung (Modesty) R. Binjamins, welcher als Jude einer Religionspartei von längerem Bestände als dir andern beiden zusammen genommen angehört." Dazu kommt aber noch, daß die jüdische Religion nichts von Heiligen im Sinne jener beiden weiß, und das Besuchen der Gräber auf ganz verschiedenen Ideen berühr. 44) Wir ersehen aus dem Anzeiger des Orients, daß diese Abhandlung ms Hebr. übersetzt worden, und bedauern zum Voraus, daß dem Uebersetzer nicht die bereits vor 10 Jahren von Zunz selbst unternommene Umarbeitung jener Abhandlung (s. die Gottesd. Vortr. S. XV), die seitdem auch, mie man Leicht denken kann, noch einmal ein ganz andere geworden, Vorgelegen. 45) Hr. Michael kann als indirekter Mitarbeiter am zweiten Bande dieses Werkes betrachtet werden. Seiner berühmten Bibliothek und seiner derselben gleichkowmenden Belesenheit und Gefälligkeit verdanken wir viele interessante Notizen in dm vorliegenden Arbeiten von Zunz (S. 3. Z. 4. v. u., S. 12, N. 17. S. 13, N. 21. S. 20, N. A4. S. 22, Z. pen. S. 23, A. 13. S. 29, N. 46-7. S. 4L). - Die in der ersten Abhandlung von Zunz, hat Letzteren im Index (S. 316) u.. d. N. Michael anzugeben, nicht unterlassen. Auch andere Gelehrte unsrer Ztt't verdanken diesem würdigen Privatgelehrtm freundschaftliche Mittheilung und Belehrung, wie z. B. auch Delitzsch bei seinen Arbeiten über Ahron B. Elija, und wir können nicht umhin, gewiß im Sinne des gesammten Publikums, unsre Hochachtung bezeugend, noch ein- . mal den Wunsch Duke's (Moses B. Esra S. V.) öffentlich auszusprechen- 46) S. Nachtrag zu dieser Note am Ende unserer Anzeige (Amn.. 73): 47) Berg!, noch Ke rem Chemed S. 3, Anni. 3. 48) Vergl. noch S. 34, N. 54. S. 35, N. 60. S. 55, N. 515. 29*