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Der Orient · 1841-07-10 · Heft 28 (10.7.1841) · p. Seite 202

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Journal
Der Orient
Volume
2 (1841)
Issue
Heft 28 (10.7.1841)
Article
Palästina: Dreißig Tausend Juden in Palästina
Date
1841-07-10
Page
Seite 202 (sequence 2)
Language
German
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202 m befreit hat, wir der Ansicht sind, daß Ihrer Majestät Negierung jetzt ihren überwiegenden Einfluß .dahin kräftig. verwenden sollte, die Juden gegen die grausamen Bedrückungen, denen sie seit Jahrhunderten im Lande ihrer Vater ausgesctzt waren, in Schutz zu nehmen. 2) Daß, da Großbritannien ehemals das Verbrechen der heidnischen Nationen, die wehrlosen Juden, st lange sie von ihrem eigenen Lande ausgeschlossen waren, grausam Zu bedrücken, gttheitt haben, es jetzt den besondern Beruf hat, wegen dieses strafbaren Vergehens, durch Benutzung der gegenwärtigen giinstigen Verhältnisse, ihnen für alle vormaligen Kränkungen wieder Gutes zu thun, seine Neue zu beurkunden. 3) Daß, nachdem es der Beschluß des Himmels ist, daß die Juden wieder in ihr Land zurückrehren, und daß die Nationen zu deren Rückkehr Mitwirken sollen, wir es für Ihrer Majestät Regierung Pflicht halten, ihnen zur Erfüllung dieses wünschenswerthen Zieles Vorschub zu leisten. 4) Daß, wie wir es für die Pflicht der Negierung halten, alle ihr gu. Gebote stehenden Mittel anzuwenden, um das alte Volk Gottes zu beschützen, und sie dem Lande ihrer Väter wieder zu geben , wir es nicht minder für eine heilige Pflicht der brittischen Christen erachten, sie zu diesem höchst ehrenwerthw Werke aufzüfor.dern, und zu dessen Ausführung zu ermuntern, indem sie ihr den Ausdruck ihrer desfallsigen Gesinnungen und Überzeugungen eröffnen; wir demnach beschließen, folgende Denkschrift an Lord Palmerston, Ihrer Maj. Seccetar für auswärtige Angelegenheiten, als den Ausdruck unsrer Ansichten einzusenden: Denkschrift an Lord Palmerston re. untertänigst überreicht von den Unterzeichneten Bewohnern Carlow's und der Umgegend. Die Unterzeichneten wagen es hiermit folgende Vorstellung Ew. Gnaden zu überreichen; sie ist eine Wirkung des glücklichen Erfolges, welchen der Allmächtige jüngst Ihrer Maj. Waffen in Syrien mit Seiner Gnade verliehen hat, und der besondern Stellung , welche Ec der brittischen Regierung in Betreff der Juden angewiesen hat. Sie finden sich noch mehr zu diesem Schritte ermuthrgt durch die ernste Theilnahme, welche Ew. Gnaden bereits für die Wohlfahrt dieses, Volkes an den Tag gelegt haben. Ew. Gnaden ist es nicht fremd geblieben, welche unerhörte Leiden die Inden Jahrhunderte hindurch im Lande ihrer Vater ausgestanden haben. Da . nun dieses jüngst durch Gottes Vorsehung gewissermaßen unter den Einfluß der brittischen Macht gestellt worden, so tragen die Unterzeichneten darauf an, daß Ihrer.Maj. Regierung dieses gegenwärtig ihr zustehende Uebergewicht anwenden, möge, die wehrlosen Juden vor jeder fernem Verfolgung zu beschirmen, und ihnen vollständigen Schutz für die Zukunft zu sichern. Ihre Bittsteller wagen es in vollem Vertrauen, Dero Aufmerksamkeit für die Ansprüche dieses tiefgekränkten Volkes dringend zu verlangen. Denn von wem dürste dasselbe eher eine schnelle und kräftiges Beachtung dieser Ansprüche erwarten, als von einer Regierung, welche sich schon so edel für die Sache der Humanität verwendet, welche der Welt ein so rwchahmenswürdiges Beispiel gegeben hat, indem sie die Sklaverei abschaffte und die Unterdrückten in Schutz nahm. Ihre Bittsteller erlauben sich ferner vor Dero Erinnerung zu bringen, daß das Land Palästina von dem Herrri des Weltalls den Nachkommen Abrahams, als ein ewiges/unveräußerliches Eigenthum , vor etwa 4000 Jahren verliehen worden, und daß keine Eroberung und keine Traktate der Menschen deren Anspruch auff dasselbe vernichten können.- Er hat auch beschlossen, daß sie wieder in ihr Land zurückkehren, und daß die Völker selbst zu deren Wiedereinsetzung beitragen, sollen. „Denn also spricht Gott der Herr: Siehe ich will meine Hand ausheben zu den Heiden, und meinen Banner errichten dem Volke, und sie sollen bringen deine Sohne in ihren Armen, und deine Töchter sollen getragen werden auf deren Schultern, und Könige sollen deine Pfleger sein und Königinnen deine nährenden Mütter," (Jes. XL1X,)* Glücklich die, welche dazu verwendet werden, Gottes barmherzige Zwecke mit seinem alten Volke zu erzielen, denn „die werden gedeihen, welche Zion lieben." Die dadurch zu erlangende Ehre und Seligkeit scheinen jetzt uns nahe zu liegen und sich uns von selbst darzubieten. Es ist auch prophezeit worden, daß die Schiffe von Tharschisch verwendet werden sotten, die zerstreueten Stämme Israels in ihre Hekmath -zu führen! Welche mögen nun wahrscheinlicher dazu geeignet sein, oder könnten am besten ihren Auftrag ausrichten, als die Nation, deren Flotten so lange dazu gedient haben, Unglückliche zu beschützen und ihnen zu helfen, und welche zu allen den Landern, wo sich Juden befinden, Zugang haben? Daß die Verheißungen Israels erfüllt werden sollen durch irgend eine der fremden Nationen ist ausgemacht, und alles scheint jetzt deren baldige Erfüllung anzudeuten. Es bleibt nur roch übrig, zu prüfen, ob Ihrer Majestät Negierung das zu dem gesegneten Werke erwählte Werkzeug sei, wie einst Cyrns der Große, König von Persien, oder ob die Ehre und das daraus folgende Gedeihen einer andern Seemacht solle . übertragen werden. Die Bittsteller können nicht schließen, ohne Ew. Gnaden zu erinnern, daß unser eigenes Schicksal als Natron, mit der Art, wie wir die Juden behandeln, in Verbindung steht — denn es ist der unabänderliche Beschluß des Himmels, daß „die Nation oder das Reich, welcheJsrael nicht beistehen, zu Grunde gehen, ja solche Nationen völlig vernichtet werden." Die Unterzeichneten bitten demnach Ew. Gnaden, solche Schritte zu thun, die am geeignetsten erscheinen, um den Juden in ihrem eigenen Lande vollen Schutz zu verschaffen; ihnen auch Beistand zu leisten, daß sie von ihrem eigenen Lande Besitz nehmen können, fei es durch Kauf oder andere Mittel, und allen Lenen, welche gern in ihr Erbland zurückkehren möchten, jeden Vorschub zu gewähren. Wir verharren ^c. Diese Denkschrift wurde von-allen Protestanten, denen sie vorgelegt ward, gern und freudig unterzeichnet; viele Katholiken, Geistliche sowohl als Laien, fanden sich von selbst zur Unterschreibung ein. Aus dieselbe ward dem genannten Vorsitzer folgende Antwort. Auswärtiges Ministerium 6. März 1841. Mein Herr! — Im Aufträge des Viscount Palmerstort soll ich Sie ersuchen allen denen, so in Carlow und der Umgegend, die aus Carlow unterm Lten d. M. dem Lord Palmerston übersandte Denkschrift unterzeichnet haben, — in welcher Ihrer Maj. Regierung gebeten wird, zu Gunsten devJuden, welche sich in Palästina anzusiedeln oder dahin zurückzukehren wünschen, sich zu verwenden, — zu eröffnen, daß S. Gnaden die erwähnte Denkschrift richtig empfangen habe, und ihnen die Versicherung zu geben, daß dessen wichtiger Gegenstand der Aufmerksamkeit Ihrer-Maj. Regierung nicht fremd geblieben, welche bereits Schritte gethan hat und noch thut, die, wie sie mit Zuversicht hofft, nicht ohne Erfolg sein werden, um denjenigen Juden, welche in Palästina sich niederzulassen beabsichtigen, volle Sicherheit der Personen und des Eigenthuins zu erwirken. Ich bin :c. (gez.) I. B a ck hous e.

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