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Der Orient · 1841-06-19 · 25 (19.6.1841) · p. Spalte 379-380

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
25 (19.6.1841)
Article
Ueber die Pijutim
Date
1841-06-19
Page
Spalte 379-380 (sequence 6)
Language
German
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379 Die Wegschaffung d. Pijutim entschieden u. Wir gestehen, daß für uns, was auch immer hier einstimmig von Alcharisi bis auf Heidenheim und Cohen herab über die Pijutim geurtheilt wird, zumal dieselben von einem andern Standpunkte aus betrachtet werden müssen, von wenig Bedeutung sein würde, wenn nicht die oben angeführten Aussprüche der höchsten rabbinischen Autoritäten eine kräftige Stütze wären, um auch der Entscheidung hebräischer Dichter ein größeres Gewicht zu geben, und in der Entfremdung von dem was heilige Dichtung fordert, ein Argument gegen die Pijutim zu finden. Freilich wird man hiernach gar nicht begreifen können, wie so doch Einige der Späteren (D\3nriN) es für Pflicht halten konnten, Pijutim zu sagen, wie gemeinhin doch geglaubt wird. Allein es ist dieses durchaus nicht der Fall. Wer die Poskim recht studirt wird" sehen, wie man hierüber ganz im Jcrthum ist. Denn wahrend die älteren, wie sich aus dem Obigen ergiebt, ganz dagegen sind, wie auch Tur Orach Chajim Cap. 68 hiernach schließt, **) so sind auch alle Späteren von Jssa rl es bis ausLö wen stamm herab nur fürderenZuLässigkeit im Gebete, keineswegs aber machen sie es geradezu zur Pflicht, ja sie geben sich fast alle Mühe um nachzuweisen, daß man sie sagen dürfe,'nicht daß man sie sagen müsse.— Bei Jssa rles zu Orach Chajim 68 heißt es in Beziehung auf Bet Joses, der es für unerlaubt halt, Pijutim zu sagen: „Einige sagen, es wäre kein Jssur an der Sache (nicht verboten), wie'auch der Gebrauch an allen Orten ist; wer indeß unterlaßt sie zu sagen, hat nichts verloren, nur hüte er sich, etwas anderes zu thun, während die Gemeinde Pijutim singt, ja, da man leicht zu Unterbrechungen andrer Art kommen kann, sondere man sich lieber nicht von der Gemeinde ab, und sage solche mit ihnen." 14) Eben so hat Löwenstamm in feinem S. 37 ff. nur die Absicht, die schwer zu verstehenden Pijutim zu rechtfertigen, nmi wp DTOSH by trat Iota — und während ec zwar in der Abhandlung selbst ein- ’ mal sagt, da es einmal Gebrauch sei, rhue man recht daran sie zu sagen, ünmb niäbl, so behauptet er doch S. 59, daß es ihm nicht zustehe, rücksichtlich der sogenannten Chasidim, welche die Pijutim nicht beten, zu ent- 13) SOSirführen diese Schlußstelle des Tor Orach Chajim hier an, weil wir dies oben versäumt haben zu thun, sie lautet: „ Um den Gebrauch zu rechtfertigen hat N. Tam die Stelle Y"!DN^ D)pDD auf eine gezwung ene Weise erklärt. Richtiger aber ist es, diesen Gebrauch aufzuheben, wer nur immer es vermag; denn dadurch werden nur Unterbrechungen mit unnützem Gerede und gewöhnlichem Geschwätz herbeigeführt.!-' 14) Wo also eine Gemeinde beschließt, die Pijutim nicht zu sagen, hat sie .offenbar Jssarles auf ihrer Seite, wie er auch §. 112 nur sagt: Einige erlauben es, feine Citate an letzterem Orte betreffen aber im Grunde nur U"DT. u, bergt. unwiderlegbar. 'Der Prophet Habakuk rc. 380 scheiden; denn was den bei ihnen eingeführren Gebrauch angehe, können sie nach Gutdünken abändem. Ueberdieß erlaubt er sich (S.37), Jssarles nur halb anzuführen und statt den Buchstaben 6'y geradezu dd zu setzen, wodurch der Sinn geändert wird, und bewegt sich in der ganzen Abhandlung in einem Cirkelbeweise, daß nämlich die Pijutim nur für den Vorbeter abgefaßt fein, da aber dieser sie -richt verstehe, so wußten auch alle Andere, die es ja eben so weit gebracht hatten in Pijurstudium als der Chasen, solche beten. (Schluß folgt.) - Literarische Uebersichte«. 23) Der Prophet Habakuk, mit einer wörtlichen und einer freien metrischen Uebersttzung, einem vollständigen philologisch-kritischen und exegetischen Commentare; nebst einer Einleitung über den ersten Fortgang der hebräischen Poesie, über Metrik, Weiffagung tr. s. f. von Dr. Abraham Alex. Wolfs. Darmst. 1822. 8. Herabgesi Preis 16 Gr. (Schluß.) Wenden wir uns jetzt zu den einzelnen Abschnitten selbst. Die Uebersicht der in dem Pentateuch vorkommenden Dichter, ist höchst dürftig ausgefallen; sie besteht weist aus Redensarten und Ausrufungen, wie: Welcher schone Parallelismus der Glieder! Welche Wortgleichheit, welcher Gleichklang l u. sf. Einen genauen Nachweis der Entstehung und der historischen Fortbildung der Poesie sucht man vergebens. Bei weitem ausführlicher ist die Metrik behandelt. Eine fleißige, genaue und kritische Zusammenstellung aller verschiedenen Ansichten christlicher und jüdischer Gelehrten, macht diesen Abschnitt besonders schatzenswerth, und wenn auch hier fast nirgends eine neue Zuthat des Verf. zu bemerken ist, so verdient doch die Anordnung und Besprechung des Stoffes wahre Anerkennung. In dem dritten Abschnitte „Ueber Schreibart und Dichtkunst der Propheten" wird zuerst eine vollständige Erklärung des Wortes WM gegeben. Mit der Bedeutung des Wortes WM Sänger, Musiker, Dichter, kann Ref. nicht einverstanden sein. Das Hauptmoment in dem Worte bleibt immer die göttliche Begeisterung und Weiffagung; ob diese sich nun in Gesang oder Poesie kund thut ist am Ende nur Nebensache. Sänger, Musiker, Dichter, die ihre Kunst nicht im Dienste Gottes gebrauchen, die nicht zugleich Propheten sind und im Aufträge des Herrn handeln, wird man nimmer DWM nennen können. ■■ Ferner glaubt Ref. nicht, daß das Sub stantivum WM einen Wahnsinnigen bedeuten kann, wenigstens ist ihm kein Beleg dazu bekannt. Das Äerbum hin-

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