Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 25 (19.6.1841)
- Article
- Ueber die Pijutim
- Date
- 1841-06-19
- Page
- Spalte 369-370 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/8555529-9897381-9897458-2365790--1474-2365808- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
MeratuMatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur M 25. Leipzig, Len 19. Juni 1841. ^tdüandtuna Die Meinungen über die Pijuiim. David Ädudrahairr auö Seviiitt. Ätenachem den Terach, Ners.deö Zede la-Derech. Isaak bar Scheschet od. Ribasch. Josef Aldo. S am u e l d l M-d i n a. Moses Minz. David Karo. David b Simra Men Afarja aus Fa-io. Samuel Aboab. Efraj. Luntfchitz. Jair Bacharach. Jakob Emden. Elija Wilna. Meinungen Alcharsis. Palkeira's und anderer Dichter über die Pijutim. - Lit. Uebersichten. Der Prophet Habakuk v. Dr. Wolfs. Isaak Sangari. David Alroi. — Lit. Anzeigen. Utbtt disDLxnLrw, gesammelt und zl? gerufen örm Geschlechts dieser Zeit von' Aniam l>en Scliemiöa» (Fortsetzung) e) David Abudc-rham (1340). Dieser Gelehrte schreibt irr seinem zu Sevilla verabfaßten Buche über die Gebete und die synagogalen Gebräuche (Abudraham S. 27 a vgl. Tur Ocach Chajim e. 68) über die Pijutim: Die Unterbrechung in den Segeussprüchen des Schema durch das Kerobot- Sagen betreffend, wurde der Remah (W^.N) gefragt, und er ertheilte folgende Antwort: „Nach unserer Meinung ist diese Unterbrechung nicht erlaubt. Haben doch unsere Rabbinen die Lehrsätze aufgestellt: wo die Weisen lehrten zu verlängern (d. h. mit Baruch zu schließen)darf man nicht abkürzen (d. h. Baruch weglassen), und wo sie sagten, daß man abkürze, darf man nicht verlängern; ferner: wer eine Abänderung vormmmt in der Einrichtung der Segenssprüche, wie sie unsere Chachamim getroffen, hat der Schuldigkeit des Betens derselben sich nicht entledigt. Daß aber ich selbst dabei sitze und schweigend zuhöre, und daß ich überhaupt komme zur Zeit wenn man Kerobot betet, geschieht nicht weil ich etwa damit einverstanden wäre, sondern weil ich nicht versäumen will, Keduscha, Kadisch und Amen mit der Gemeinde zu beten, und man thate mir unrecht, wollte man aus meinem ruhigen Verhalten dabei folgern, meine schuldvolle Nachsicht gegen diese Gebete. Denn so sehr ich sie mißbillige, so wenig vermag, ich leider sie auszuheben, und denke daher: laß es gehen; besser es geschiehst irr- | thümlich, als widersatzlich" (so weit Remcch). Hierauf schließt »Abudraham mit folgendem Wunsche: „daß doch | diejenigen, denen emigermaaßen nur Vermögen und! Kraft vergehen ist, diestn Gebrauch aufzuheben es ja; nicht unterlassen mögen, die Kerobot-Gebete zu verbie-! ten, da diese eben die Veranlassung sind zum Unteri brechen und zum Reden eitler Reden und leerer Worte zwischen den Segenssprüchen des Schema." f) Menachern den S er ach (1340). Dieser angesehene Gelehrte sagt in Bezug auf unfern Gegenstand in seinem trefflichen Werke Aeda La- Derech fAbsch. I. §. 1. S. 41 b) Folgendes: „Aber sehr unrecht thut man, Gott, das heilige Wesen anzuberen oder ihn zu benedeien in aller und jeder beliebigen Gebetsformel, welcher Art die Gebetsfocmeln der M e chabri m und Meschorerim (Pajtanim) sind, die zöget- und rücksichtslos in der Wahl ihres Ausdrucks waren, deren Sünde hierin bereits von Maimuni auf's Strengste gerügt wird: Es ist ja überdies einem Jeden, der etwa nach dem von ihm verrichteten Gebete der großen Synagoge (n^irriDÄ WJnj noch sonstige Bitten (Tachnunim) dem Herrn Vorbringen will, gestattet hierzu sich der Psalmen zu bedienen, die von zehn Propheten u. dergl. verfaßt ftnb, warum aber sich mit solchen spätem Gebetsformeln abgeben?" §) Zsaak bar Scheschet (Ribasch) (1374). In dm-Rechtsgutachten des so berühmten Ribasch (Bonn nown) Nr. 75 finden wir unter anderem über die Pijutim Folgendes: Auf die Frage, wie man mit den Kero bot -Gebeten (nnnp) zu verfahren hat, erwiderte dieser wie folgt: „So viel weiß ich, daß Rabbenu Nissim (mm non) niemals die Kerebot in Gemeinschaft der Gemeinde gebetet...... aber wenn gleich es verboten ist, durch die Kerobot die Se- 25