Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1841
- Issue
- 24 (12.6.1841)
- Article
- Paragraphe zum Verständnis des mündlichen Gesetzes
- Date
- 1841-06-12
- Page
- Spalte 353-354 (sequence 1)
- Language
- German
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des ❖ Berichte, - StuNM und Kritiken für jütische Geschichte tmi> Meralur m 24. Leipzig, den 12. Juni 4841. Abbandlunaen Paragraph- Werstandniß des mündlichen Gesetzes. Tora Midrasch. 4alacha n. Hagada ,m Midrasch. Die 4aaada "—"ueber"ie PiUUim? Meinungen darüber. Jbn Esra. Main-uni in Peer Ha-D°r u. More. Serach,a Ha-L.wi. Dankd K mchi - Lit Ue der sichten. Der Prophet Habakuk p. Dr. Wolfs. Die Schriften üb. Saadjc-. Der Saadja'sche Mlter v. Dr. Haneberg. S. Munk's Notice über Saabja. Forschungen über Saadja's eregetifche Thatigkeit. — ProspeüuS. Die sämmLücherr Psalmen in Musik gesetzt. Antoine Berlin. Paragraphe zum Verständnis des mündlichen Gesetzes« 1. Lora und Midrasch. Bevor ich eigene Einleitungen kn die talmudischen Schriften beginnen kann, glaube ich es nöthig p finden, über zwei Ausdrücke der jüdischen Religionsgeschichte und des jüdischen Wissens, nämlich über Tora und Midrasch, mich aussprechen zu müssenzumal ohne Vecsiandniß dieser beiden Termen und ihrer Begriffe die Stellung unserer ältesten neuhebräischen Literatur ganz. unverständlich ist. Die Tora, rnirin, 6 vopog, um-- faßt das zweite, dritte und vierte Buch des Pentateuch, worin das mosaische Recht und die ältesten Institutionen der Juden, zwar ohne systematische Ordnung und ohne eine planmäßige Stufenfolge, aber doch ziemlich vollständig und durchsichtig, niedergelegt sind J). Sie war eine politisch-religiöse Constitution, eine Sittmlehre, ein Rechtscodex, kurz Alles, was dem jüdischen Volksleben in seiner Einfachheit entsprach und nöthig war^). Das erste Buch des Pentateuch ist bekanntlich die Vorbereitung zur jüdischen Geschichte und das letzte, als »TTin rotifc, nur eine mit Modifikationen veranstaltete Wiederholung 1) S. de Pastorat, bis toi re de la legislation. Paris 18H. Vol. 3 u. 4. ~ 3. Salvador, histoire des Institution* de Moise et du peupic hebreu. Paris 1828, 3 Voi. — Michaelis mos. Recht. 6 Bde. 2) Gewürdigt bei Joseptzus in seinem Werke gegen Apiou; ferner Jos. Priestley: Vergleichung der Gesetze Moses mit denen der Hindus und andern alten Nationen, übers, von Ziegen dein. Braunschweig 1801. 8. der drei vorhergehenden Bücher, beide also zur eigentlichen Tora nicht gehörig. Später fußte man unter dem Namen Tora alle fünf Bücher zusammen, daher Pentateuch, Fünsbuch, &WJ. Und wie die mittleren pentateuchischen Bücher Kern der jüdischen Gesetzgebung wurden, so erschien das erste Buch als Muster der Geschichtserzählung, und das letzte als Anfangspunkt der Auslegung und Modificirung der Gesetze. Diese Tora im strengen Sinne des Wortes hallte in allen Propheten und Hagiographen wieder; das Studium des Gesetzes {üho *033 mm ‘nD'pn) oder der göttlichen Gebote und Verbote nd), das Sichversenken in Erforschung des göttlichen Willens, so weit er sich in den überlieferten Schriften offenbart, begeisterte zu Weissagungen und gottdurchglüheten Reden; die mosaische Sittenlehre der Tora tönte in hundertfältigen Echo's aus den erhabenen Sprüchen der Seher wieder. Die ganze heilige Schrift erscheint gleichsam als Deuteronomium der Tora, die erhabenen sittlichen Lehren der Propheten, ihre Offenbarungen der zukünftigen Schicksale, ihre Verheißungen und Ermahnungen, sind nur Paraphrasen und weiter ausgeführte Umschreibungen des Gesetzes. Jofua kündigt sich als Fortsetzung und Entwicklung des Deuteronomium an, beruft sich auf das Gesetz Mosis, wie aus einen gegebenen Text, den man zu commentirm, berichtigen und auszuführen hat, und 56 Mal erwähnt er den Begründer der Tora, den Mose3). Die Propheten sind voll des Ruhmes des Gesetzes; tausendfältige Ermahnungen'zum Festhalten an dasselbe, Verheißungen an die Beobachter, Drohungen an die Verächter, bilden die Grundsäden des Prophetismus; die Psalmen verkünden in heiligen Liedern die TresPichkeit und ttmrrk- 3) Zu uz, Gottesdienstl. Vorträge S. 33. 24