Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 2 (1841)
- Issue
- Heft 24 (12.6.1841)
- Article
- Damaskus: Empfang des Generals Jochmus ...
- Date
- 1841-06-12
- Page
- Seite 182 (sequence 2)
- Language
- German
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— 182 schiedenen bisher unbemerkten Röhren, eine Truppe Musikanten spielten orientalische Melodien; sie bestand aus dem Hackebrett, dem Hautbois und mehrern Saiteninstrumenten und stimmten in schöner Harmonie; und schließlich und vorzüglich (Inst, though not least) trug auch die Gegenwart der Damenwelt aus der Gemeinde zur Verherrlichung dieser unvergleichlichen Scene dar. Die Liebenswürdigkeit einiger der jüngern Jüdinnen war hinreißend, und die anmuthige Art, wie sie die Aufmerksam keiten der galanten Fremden aufnahmen, machte einen unauslöschlichen Eindruck." „Als der Abend seinem Ende entgegengmg, kehrte Oberst Cburchill in das Staatszimmer zurück, und redete die versammelten Gaste an, um sich zu verabschieden. Unter den Anwesenden befanden sich die vierzehn Juden, welche bei der jüngsten Verfolgung so entsetzlich gelitten hatten und an den Folgen der barbarischen Behandlung noch jetzt meistens schwer leiden müssen. Der Oberst sprach Französisch; als Dolmetscher stand ihm Signor Pistochi, der Sohn des österreichischen Consuls zu Kahira, zur Seite. Nachdem er für die vortreffliche und gastfreundliche Aufnahme dem ganzen Kreise rundum seinen Dank ausgesprochen hatte,' und sich glücklich pries, zu einem so ganz eigenen und merkwürdigen Verhältniß ausersehen worden zu sein, sprach er in den belobendften Ausdrücken von dem musterhaften und patriotischen Verhalten des Sir Moses Monteflore, welcher mit so glücklichem Erfolge sich bemüht habe, den Hebräern der Levante und Syriens eine volle und unumwundene Feststellung ihrer politischen Rechte.und Privilegien abseiten der Pforte zu erlangen. Er sprach die Ueberzeugung aus, daß unter der milden und väterlichen Regierung Abdul Medschid's die jüdische Gemeinde nicht bloß ihre gegenwärtige günstige Stellung bewahren, sondern an Wichtigkeit und Ansthn zu einer unentbehrlichen Stütze, der kaiserlichen Macht gelangen werde, und schloß mit folgenden Worten: „Ich hege die Ueberzeugung, lieben Freunde, daß mein Vaterland in eurem Andenken den ersten Platz einnehmen werde. In der Stunde eurer schwärzesten Prüfung und eures Jammers eilte England, euch mir seiner ruhmvollen'und siegreichen Aegide zu beschützen. Andere Machte' zeigten allerdings edles Mitgefühl in eurer Sache, aber in England fand euer Schmerz und euer Jammer einen Wiederhall, und bewirkte eine nationale Gefühlsäußerung, welche die teuflische Bosheit, die euch zu Boden trat, niederwarf und euch aus den Händen eurer schändlichen Verfolger rettete» England bewährte sich als euer beständigster, ausdauerndster und treuester Freund. Möge diese frohe Versammlung als ein Unterpfand jener Freundschaft fernerhin betrachtet werden und als ein Vorläufer solcher Verbindung und Eintracht zwischen der Englischen und Jüdischen Nation, welche gleich ehrenwerth und vorteilhaft für beide werden dürfte. Ja, Freunde, es gab einst ein jüdisches Volk T berühmt in Wissenschaften und ruhmreich im Kriege. Jene schönen Ebenen und Thaler, welche die wilden und unstäten Araber jetzt knne haben, wo jetzt Verwüstung mit eisernem Stabe waltet, blüheten einst in üppiger und fruchtreicher Saatenfülle und erklangen von Gefangen der Töchter Zions. Möge Israels Befteiungsstunde nahe sein! (Hier ward der Redner von dem lauten Zurufe: Inch allah! Inch allah! Gott gebe es! Auf England vertrauen wir! rc. unterbrochen). Möge die Annäherung der westlichen Gesittung diesem herrlichen Lande die Morgenröthe seinem Regeneration und seines politischen Lebens bringen! Möge die jüdische Nation noch-einmal unter den Mächten der Welt ihren Rang und ihre Stellung einnehmen! Die Nachkommen der Makkabäer werden sich ihrer berühmten Vorfahren würdig machen!" — Noch einige Bemerkungen machte der Oberst, dann schloß er seine Rede, und die ganze Gesellschaft brach auf, höchst befriedigt von dev gastfreien Aufnahme, die ihnen geworden. — Mnvokko. Der Moniteur Algerien berichtet soeben, daß die vor einiger Zeit ausgebrochene Mißhelligkeit zwischen Frankreich und der marokkanischen Regierung endlich beseitigt ist und das frühere freundschaftliche Verhältniß wieder eingetreten. Die Schritte zur Versöhnung hat Marokko zuerst gemacht und unter andern hat der Sultan Mulay Abd-el- Rahm an feierlich erklären müssen, daß er von nun au alle Algierer, gleichviel Moslemen oder Juden, als französische Unterthanen anerkennen werde. Deutschland. d Breslau, 18. März. (Schluß). Die Tobten sollen leben in unfern Werken, in unserm gleichen Streben, Edles zu befunden und zu fördem; sie sollen uns ermuntern, Schwierigkeiten zu begegnen, welche Mißkennung so häufig einem guten Beginnen in den Weg stellt; sie sollen uns errnuthigen, nicht ^die Hand sinken zu lassen, wie sie beweisen, daß Beharrlichkeit im wackem Sinne den Sieg davonträgt. Es wurde heute schon gedacht des hochherzigen Befehles des Königs Friedrich Wilhelm li., der für die Beförderung der Erkenntnis unter seinen jüdischen Unterthanen durch die Stiftung der Wilhelmschule wirkte; es ist gedacht worden des noch in Aller Andenken frisch lebenden Königs Friedrich Wilhelm Hl., der der Schule die Stiftungs-Urkunde verliehen und rmt sicherm Blicke erkannte, daß die Förderung der Bildung am Gewissesten unter den Juden erzielt werde durch deren Gleichstellung mit den übrigen Unterthanen. Die Tobten sollen leben^ sie leben fort in unserm Andenken , sie leben in dem Nachfolger aus dem Throne, unserm jetzigen gnädigen Könige, auf den. unsere hoffnungsvollen Blicke gerichtet sind. — Wir haben gedacht der Minister und Beamten, welche mit treuem Sinn die Ausführung der königl. Befehle vollzogen und bewahrten, namentlich des Ministers von Ho ym und des Assessors Kimm ermann, der mit wahrhaft glühendem Eifer, mit/der hingebensten Liebe für das Wohl der Anstalt, auf die aus ihr entsprießende wahre Menschenbildung bedacht war. Sie leben in dankbarer Erinnerung, sie leben fort in den Amtsnachfolgern, in den jetzigen hohen Behörden, die mit gleicher Sorgfalt verstehen. —. Wir müssen noch gedenken der Männer, deren Wirken nicht so hellstrahlend, nicht so nach Außen glänzend ist, aber nicht minder segensreich und noch mehr mühsam war, der ersten Lehrer der Anstalt. Sie, Schüler des großen Weisen Mendelssohn, der die Weisheit nicht blos in abstcacter Theorie erkannte, sondern in weisem Leben bewahrt^ sie, namentlich Löwe und Wolfsohn, sie haben in der ungünstigsten Aeit, wo die Gesinnung der jüdischen Gemeinde einer derartigen Erziehung nicht geneigt war, die Schule zur Blüthe gebracht, die dagegen sich erhebenden Borurtheile zu bekämpfen gewußt und mit unverdrossenem Eifer den schweren Pflichten obgelegen. Sie leben fort in unfern Harzen, die ihren Namen entgegenschtagen; sie leben fort in den jetzigen Lehrern. Wohl ist es nicht Überschätzung, wenn wir mit erhebendem Selbsibewußtsein es aussprechen, daß heute den Lehrern nicht derartige Hindernisse im Wege stehn, wie den frühem , daß jetzt allgemein verbreitet ist die Ueberzeugung, wie Erziehung zur Ein-