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Der Orient · 1841-06-12 · Heft 24 (12.6.1841) · p. Seite 181

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Journal
Der Orient
Volume
2 (1841)
Issue
Heft 24 (12.6.1841)
Article
Damaskus: Empfang des Generals Jochmus ...
Date
1841-06-12
Page
Seite 181 (sequence 1)
Language
German
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Zweiter Jahrgang. Berichte, Studien und Kritiken Das Abonnement für ein Jahr ist 5 Lhlr. Man abonnirtbei allen löbl. Postämtern und allen solid. Buchhandlungen auf ein Jahr. f-ür jüdische Geschichte und Literatur Herausgegeben von ür. Sulittd Futft Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich, dasLiteraturblattmiLgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Samstag regelmäßgr. Jtg 24:, ' Leipzig, den 12. Juni _ 1841. Orient. (D ämasku s. Empfang des Generals Jochmus, bei der jüdischen Familie Farki. Anwesenheit der 14 Gemarterten, worunter Farki selbst. Hinweisung auf das unveräußerliche Recht der Juden auf ihr altes Vaterland Palästina von Seiten Englands. Marokko. Die Juden Algeriens müssen als Franzosen behandelt werden.) — Deutschland. (Breslau. Die Wilhelmsschule. Löwe. Wolfsohn. Tiklin. Geiger. Günsburg.) — Böh me n (Böhm. Gr. Mangel an Thatkraft der Rabbmen in Böhmen.) — Nußlan d (Georgenburg. Gründung einer Schule zu Wilna. Klatzko. Ginzburg. Salki'nd. Ustinoff. Gruber.) —; Lichtu. Schattenbilder aus der jüd. Gesch. d. Gegenwart. Jüd. Zustande in Italien. Toskana. Livorno. —LB. des Orients. Orient. Damaskus. Als Schlußstein und Epilog zu dem großen Drama in Damaskus, welches im vorigen Jahre dort aufgeführt wurde, möge folgender Bericht über den herzlichen und dankbaren Empfang des Generals I o ch m u s von Seiten der damascenischen Juden, wie ihn in aller Ausführlichkeit die englischen Blätter, namentlich das M o r n i n g C h r o n i c l e und der Hampshire Telegraph gegeben,*) hier einen Platz finden: ,,Das wichtigste Ereigniß, welches mit der Ankunft des Generals Jochmus in Damaskus in Verbindung steht, und sehr großes Aufsehen gemacht hat, war die glänzende Aufnahme, welche die Juden dem Obersten Churchill bereiteten, welcher dieser bisher unterdrückten Gemeinde den Hattischeris des Sultans überbrachte. Oberst Churchill hatte diesen Auftrag von Sir Moses Montesiore empfangen, welcher diesem Landsmann noch mehrere wichtige Papiere und Documcnte für verschiedene Städte rn Palästina mitgegeben hatte. Am 1. März ward dem Oberst Churchill ein prachtvolles Gastmahl gegeben im Hause des Herrn Farki, des ersten Banquiers zu Damaskus. Alle englischen und österreichischen Stabsofficiere des Generals Jochmus waren cingeladen. Die vornehmen Gäste wurden am Eingänge des großen Hofes von Herrn Farki und einer Deputation der vorzüglichsten jüdischen Kaufleute empfangen und in das Staatszimmer, welches zu diesem Zweck offen stand, hinein geführt. Der große Hof bildet ein Quadrat von 50 Ellen, durchweg mit breiten Marrnorplatten belegt, in der Mitte befindet sich ein prächtiger Wasserbehälter, mit einem Springbrunnen; einige Orangen, etwa 40 Fuß hoch, mit Früchten prangend, schmücken andere Theile dieser schönen Fläche. Wenn man in den großen Empfangssaal eintritt, wird das Auge geblendet von dem Reich- *) Aus diesen floß der Bericht A. Z. d. I. N. 22, der schon N. 21 als fpccielle Mittheilung a'ngekündet war, und Annalen N. 21. thuin der Verzierungen, welche an Wänden und Decke angebracht sind; die letztere ist ganz und gar mit Arabesken, in reichster Vergoldung mit Zeichnungen in allerlei andern Farben gemischt, überwoben; die 23 Fuß hohen Wände bilden von unten herauf rundum ein fortlaufendes kostbares Musivwerk. Sieben sehr große Kronleuchter hangen in der Mitte mit regelmäßigen Zwischenräumen durch den Saal hin. Dicht am Eingänge steht ein Marmor-Springbrunnen, 8 Fuß hoch, in welchem aus sechs Oeffnungen beständig das reinste Wasser springt. Ungefähr 4 Fuß breit ist der Boden um Elle erhöht an drei Seiten des Saales, um die Divane zu bilden, welche in drei Richtungen in etwa vierzig Fuß Entfernung sich hindehnen, umgeben mit seidenen und sammetneir Kissen und bedeckt mit herrlichen persischen Teppichen. Nachdem die Gäste zu dem Hauptdivan hingeführt waren, und die Juden sich rund umher geordnet hatten, wurden Pfeifen, Caffee und Sorbet herumgegeben. Eine halbe Stunde spater ward das Mittagseffen angekündigt, und alles begab sich in eine große und hohe Halle, wo ein langer Tisch nach europäischer Weise mit 70 Gedecken wohlbesetzt stand. Das Mittagessen war höchst kostbar und bot alles dar, was Natur und Kunst Ansprechendes zu liefern vermochten; das Lntremet von Süßigkeiten und Eingemachtem war vorzüglich gewählt, und reizte die Sinne durch Mannichfaltigkeit und Fülle. Am Schluß des Mahles wurden die Gesundheiten der Königin Vicroria, des Kaisers von-Oesterreich, der Verbündeten Mächte und des Sir Moses unter allgemeiner warmer Theilnahme ausgebracht. Um sieben Uhr ward das Scaatszimmer erleuchtet, und der Glanz der Kronleuchter überstieg alle Erwartung. Einige Minuten darauf hatten die Gaste wieder ihre Platze auf dem großen Divan eingenommen -- Der große Hofraurn erglänzte wie durch einen Zauberschlag von weiter blendender Erleuchtung, die schönen Vorhallen zeigten die herrlichste Illumination, die man erdenken kann, und die Orangenbäume waren mir Kränzen von bunten Lampen umgeben, welche in unzähligen Farben strahlten. Der Himmel darüber war dicht mit Sternen besetzt, die Wasser des großen Beckens sprühten aus ver- 24

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