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Der Orient · 1841-06-05 · 23 (5.6.1841) · p. Spalte 349-350

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Journal
Der Orient
Volume
1841
Issue
23 (5.6.1841)
Article
Die neueste Ausgabe des Kusari [Rezension]
Date
1841-06-05
Page
Spalte 349-350 (sequence 3)
Language
German
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349 Dr. Haneberg : über den -Psalter von Saadja.' Mis irk.’ Notice 'sur Saadia Gaon. 350 17) > eine pragmat ische - Ueb erflchL des bisher geleisteten zu geben versucht, um nachzuweisin, daß auch hier erst eine abgesonderte Disciplin aus dem Gesammtgebiet der „jüdischen Wissenschaft" sich zu bilden beginne, um unsere Vorlage zunächst von hier aus ihre Stelle in derselben anzuweisen, und hoffen darum hiermit nicht eine von uns selbst so sehr gerügten Digression gemacht zu haben. Sind sich nun die Herausgeber der Aufgaben sehr wohl bewußt, welche, nach der von ihnen angesprochenen Stellung', ihre Leistungen zu lösen haben, und zahlen sie dieselben in ihren Einz^elnheit e n auf (S. V,); so wird es nun eine zweite Frage sein: inwieweit diese richtig gestellten Anforderungen wirklich gelöst worden. Zur Beantwortung dieser Frage werden wir nun von diesen Einzelnheiten diejenigen hervocheben, die am meisten geeignet sind, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Wir theilen aber diese, nicht so sehr nach der Logik, als nach dem vorhandenen Bedürfniß und der Beschaffenheit des Buches in drei Artikel, deren erster, das Grammatikalische und Lexikalische des Commentars, der zweite die Uebersetzung, der dritte einige Realia besprechen soll; doch ersuchen wir, ein etwaiges Vergehen gegen die, Grenzbewachung dieser Gebiete mit dem Bedürfnisse zu entschuldigen. — 21) liebet* die in einer Münchner Handschrift aufbehaltcne arabische Psalmübersetzung des N. Saadia Gaon. Mit einer Probe. Von Dr. Daniel Haneberg a. Prof, an d. Univ. z. München. 1841. 4.' 22) Notice sur Rabbi Saadia Gaon et sa version arabe d’lsaie* et sur une version persane manuscrite de la bibliutheque regale; suivi d’un extrait du livre D a l a l a t al - H a y i r i n en arabe et en fraii(;ais3 sur les metaphorcs employees par isa'ie et par quelques prophetes; par Sal. M u n k. Paris, 1838. 8. Die so eben erschienene Monographie von Dr. Haneberg hat uns in mancher Beziehung an das treffliche Schriftchen von Hrn. Munk gemahnt und uns zu einer Anzeige desselben aufgefordert. Es schien uns im ersten Augenblicke unbegreiflich, wie einer es über sich nur gewinnen konnte,, über Saadja zu schreiben, ohne vorher das über Saadja erschienene, worunter das Schriftchen von Munk die vorzüglichste Stelle einnimmt, durchzulesen und wissenschaftlich zu benutzen. Denn wenn man auch jenes vornehme Jgnoncm jüdischer Erzeugnisse, wie sie sich bei so vielen modern-christlichen Gelehrten recht absichtlich zeigt, in. Anschlag zu bringen geneigt sein müßte, so kann man es doch kaum denken, daß diese Apathie und Vornehmthuerei auch auf solche Special- Gegenstände sich erstrecken könnte, wo die Arbeiten jüdischer Gelehrten die einzigen Führer und Förderer abgeben. Es ist aber 'chatsachlich, Hr. Haneberg, der Pros, in München ist, hat weder das Schriftchen von Munk noch die Biographie von 'St. gelesen oder benutzt; nirgends wird ihrer erwähnt, und jede Zeile zeigt auch hinlänglich, daß die Nichterwähnung keine'Treulosigkeit ist; dabei tröstet man sich noch immer mit Universalität und wirft dem Juden Perticularismus vor! Aus dem erwähnten Zunftgeiste mancher christlichen Gelehrten entsteht aber noch ein anderer Particularismus, dessen Geltendmachung mich ebenfalls veranlassen mußte, über die Schrift von'Hrn. Munk zu berichten; dieser Particularismus ist, über Schriften von Juden, namentlich wenn sie einigen Werth haben, in den vielen Literaturblättem so wenig als möglich zu sagen, namentlich Löbliches nicht zu sagen. Wie die modernen Spanier und Italiener den Index der verbotenen Bücher sich anschaffen, um des Verzeichniß der zu lesenden guten Bücher zusammenzuhaben, eben so könnte man aus dem Nichtcrwahntsein in den Literaturzeitungen entnehmen, welches die besten jüdischen Schriften sind; die Arbeiten von Zunz, Rapaport, Munk, Fürst, Hirschfeld u. A. sind bekanntlich in den verbreiteten Literaturblättern niä)t besprochen, und von den wenigen Schriften jüdischer Gelehrten, denen dort ein karger Raum vergönnt ist, findet man nur die negative Seite aufgefaßt. Möglich aber auch, daß Hr. Dr. 5p. von M's Schrift eben deßwegen keine Kunde gehabt, weil die öffentlichen Literaturblätter davon nicht gesprochen, und dies ist für mich .eine Veranlassung mehr, M's Notice in diesem Blatte zu besprechen oder wenigstens anzuzeigen, damit die Vornehmheit künftig keine Entschuldigung habe. — Wir nehmen zuerst den Inhalt der Monographie Dr. H's. Die Abhandlung des Herrn Haneberg zerfallt in acht Paragraphe, in folgender übersichtlicher Anordnung: 1) Mittelbare arabische Psalmübersetzungen; 2) Fragment einer unmittelbaren Uebersetzung. Spuren von der Psalmübersetzung des Saadja, deren Vorhandensein in der Münchner Bibliothek. 3) Aeußeres. Zeugniß für die Authentie dieser Version. 4) Innere Gründe für deren Authentie. 5) Entwickelung des Charakters dieser Uebersetzung aus den Lebens- und Zeitverhältnissen des Saadja. 6) Uebersetzung der Psalrnentite!. 7) Orthographie unseres arabischen Manuskripts in hebräischer Schrift. 8) Der Psalm 68 stimmt Scholien als Probe. Die mittelbaren Psalmübersitzungen, welchen Hr. 5p. den §. 1 widmet, checkt 5pr. H. in drei Klassen, nämlich n) in solche, welche aus der alten syrischen Version geflossen, b) die nach den drei Hauptcecensionm der alexandrinischen Version und c) in solche, welche nach der lateinischen Vulgata angefertigt worden. Hr. H. gesteht selber ein, daß sämmrliche drei Klassen für Auslegung und Kritik des hebräischen Originals nur eine untergeordnete Bedeutung haben, und ich möchte noch hinzufügen, daß sie gar nicht bei einer Besprechung der Saadja'schen Psalmübersetzung in Betracht zu kommen brauchten; indeß da dm mit-

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